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Wenn ein Kleinkind einen heissen Kopf, aber kalte Hände und Füsse hat und mit den Zähnen klappert, ahnen Eltern es bereits: Das Kind hat Fieber. Bestätigt das Fieberthermometer diese Annahme, treten viele Fragen auf. Hier finden Sie Antworten.
Fieber bei Kleinkindern ist häufig ein Indikator für eine Infektionskrankheit. Foto: © somenski - Fotolia.com
Max ist heute nicht zufrieden zu stellen. Erst will er seinen Teddy knuddeln, dann wirft er ihn weg – jetzt will er Banane essen und mag sie doch nicht. Ständig weint er. Allmählich ahnt die Mutter, dass Max krank ist. Tatsächlich, das Baby hat rot glühende Wangen, die Stirn ist heiss. Mit einem Thermometer misst die Mutter die Temperatur: Max hat Fieber.
Fieber bedeutet nichts anderes als eine stark erhöhte Körpertemperatur, von der Ärzte ab 38 Grad Celsius sprechen. Am zuverlässigsten lässt sich die Temperatur im After messen. Als ideale Methode gilt die rektale Messung (Messung im Po), da mit ihrer Hilfe die innere Temperatur des Körpers ermittelt wird, an der sich auch der Kinderarzt orientiert. Wird die Spitze des Thermometers mit ein wenig Vaseline eingerieben, lässt sie sich leicht einführen.
Fieber selbst ist keine Krankheit, aber es zeigt eine Krankheit an. Bei Babys ist Fieber oft sogar das einzige erkennbare Zeichen einer Erkrankung. In der Regel liegt dem Fieber eine Infektionskrankheit zugrunde, die Mikroorganismen wie Bakterien oder Viren ausgelöst haben. Grippe, Angina, Mittelohrentzündung – so lautet die Diagnose bei fiebernden Kindern besonders oft.
«Fieber ist eine Schutzreaktion des Körpers, um die verschiedensten Krankheitserreger zu bekämpfen», erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des deutschen Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Konkret heisst das: Fieber zeigt an, dass das Abwehrsystem des Körpers auf Hochtouren läuft. Darüber hinaus können sich Viren und Bakterien bei Fieber schlechter vermehren als bei normaler Körpertemperatur.
Sinnvoll sind folgende fiebersenkende Methoden, die bei leichtem Fieber bereits ausreichen können. So rät Dr. med. Matthias Tapis, Facharzt für Allgemeinmedizin in Uetendorf im Kanton Bern:
«Macht es Sinn, die hohe Körpertemperatur mit Medikamenten zu senken?» fragen sich viele Eltern, wenn ihr Kleinkind fiebert. Fieber sollte nicht grundsätzlich mit Medikamenten gesenkt werden, darauf weist Dr. Ulrich Fegeler hin. «Schon bei harmlosen Infekten oder sogar körperlicher Aktivität entwickeln Kinder eine erhöhte Temperatur. Fiebersenkende Medikamente helfen dem Kind in der Regel nur, sich etwas wohler zu fühlen.»
Anders ist die Situation bei hohem Fieber. Hohes Fieber kann wichtige Körperfunktionen beeinträchtigen, den Organismus stark belasten und Fieberkrämpfe auslösen. Deshalb ist es sinnvoll, Fieber ab 39 Grad Celsius mit Hilfe eines Zäpfchens zu senken. Ein wenig Geduld brauchen Eltern und Kleinkind: Es vergehen 60 bis 90 Minuten, bis das Medikament seine maximale Wirkung erreicht und die Körpertemperatur um ein halbes bis ein Grad Celsius senkt.
Fiebersenkend wirken auch Wadenwickel. Wadenwickel sind Tücher, die in kühlem Wasser getränkt wurden und um die Waden gewickelt werden. Die Fussgelenke und Füsse werden frei gelassen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.muetterberatung.de
Besondere Vorsicht gilt, wenn ein Baby Fieber hat. Eltern sollten mit ihrem Baby zum Arzt gehen, wenn es jünger als sechs Monate ist und seine Körpertemperatur höher als 38 Grad Celsius ist. Mit älteren Kleinkindern bis zu drei Jahren geht es zum Arzt, wenn das Fieber höher als 39 Grad Celsius steigt, oder es bereits zwei Tage anhält oder es von eitrigem Schnupfen, Husten, Erbrechen oder Durchfall begleitet wird.
Quelle: Ostschweizer Kinderspital
Das Kind verdreht die Augen, wird bewusstlos, der Körper erschlafft oder versteift sich, Arme und Beine zucken rhythmisch: Fieberkrämpfe wirken beängstigend. Sie können bei Kindern, die älter als sechs Monate, aber jünger als sechs Jahre sind, auftreten.
Ein Fieberkrampf entsteht bei einem schnellen Temperaturanstieg im Körper. Im Gehirn kommt es zu einer Entladung einer grossen Anzahl von Nervenzellverbänden. Ein Fieberkrampf erschreckt Eltern – doch in der Regel verursacht er keine Gehirnschäden. Meistens endet er nach wenigen Minuten.
Dennoch sollten Eltern ihr Kleinkind nach einem Fieberkrampf ärztlich untersuchen lassen. Dr. med. Ursula Keicher, Kinderärztin und Autorin des Ratgebers «Kinderkrankheiten. Schnell erkennen – gezielt behandeln» sagt: «Dauert ein Fieberkrampf länger als 10 Minuten oder wiederholt er sich, muss der Notarzt gerufen werden.»
Max ist mittlerweile wieder gut gelaunt. Fröhlich brabbelt er im Kinderwagen vor sich hin. Zum Fieber ist ein leichter Schnupfen gekommen. Der Kinderarzt hat der Mutter geraten, an die frische Luft zu gehen. Sie tut den Schleimhäuten gut.
Text: Sigrid Schulze

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