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Wenn im Kindergarten oder in der Schule Ihres Kindes Läuse-Alarm herrscht, werden Sie sicher unruhig. «Hat auch mein Kind Kopfläuse?», fragen Sie sich. Wie Sie Läuse erkennen, behandeln oder vorbeugen können, erfahren Sie hier.
Bei Kopfläusen hilft der Läuse-Kamm von der Apotheke. Foto: © Herby (Herbert) Me - Fotolia.com
Wenn sich ein Kind auffällig oft am Kopf kratzt, macht es Sinn, genauer hinzuschauen: Krabbelt da was? Kopfläuse könnten sich in den Haaren des Kindes verbreitet haben. Weil Läuse kleine Vampire sind, nehmen sie mit ihrem Stech-Saugrüssel regelmässig Blut auf. Dabei hinterlassen sie ein wenig Speichel in der Bisswunde, der oft Juckreiz verursacht.
Doch keine Sorge: «Kopfläuse können zwar sehr lästig sein, sind aber für die Gesundheit der Betroffenen relativ ungefährlich. Im schlimmsten Fall kommt es durch Kratzen zu lokalen Entzündungen», entwarnt der Schulärztliche Dienst der Stadt Zürich.
So erkennen Sie Läuse
Leider sind die kleinen Insekten, die ausgewachsen drei bis vier Millimeter lang werden, oft nur schwer zu erkennen. Sinnvoll ist es daher, sich in der Apotheke einen engzackigen Läuse-Kamm zu kaufen, mit ihm durchs Haar zu streichen und zu überprüfen, ob in den Zinken Läuse hängen bleiben. Wer mit Hilfe einer Lupe ins Haar hineinschaut, kann darüber hinaus möglicherweise direkt am Haaransatz Eier oder deren leere Ei-Hüllen, die Nissen, entdecken. Sie sehen aus wie Schuppen. «Man findet sie bevorzugt in den Regionen der Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken», teilt der Schulärztliche Dienst der Stadt Zürich mit. Eltern, die auf dem Kopf Ihres Kindes Läuse entdecken, sollten den Kindergarten oder die Schule unbedingt informieren. Nur so kann eine weitere Verbreitung der Läuse verhindert werden.
Wo die Läuse herkommen
«Wo kommen die Läuse nur her?» mag sich manch einer verwundert fragen. Die Antwort ist leicht: Das Kind hat sich angesteckt. Läuse gibt es auf der ganzen Welt. Sie leben ausschliesslich auf den Köpfen von Menschen. Oft bringen Kinder aus den Ferien in anderen Ländern und aus Ferienfreizeiten Läuse mit. Weil der Körperkontakt zwischen jüngeren Kindern enger ist als zwischen älteren Kindern und Erwachsenen, sind vor allem immer wieder Kindergartenkinder und Grundschüler von Läusen betroffen. Die Kleinen können die Läuse natürlich auch auf Erwachsene übertragen.
Läuse wirkungsvoll bekämpfen
Nicht immer ist es leicht, die Parasiten schnell zu verbannen. «Das Weibchen hat eine Lebensdauer von vier bis fünf Wochen und legt ab dem neunten Lebenstag täglich fünf sandkorngrosse, tropenförmige Eier», so der Schulärztliche Dienst der Stadt Zürich. «Es klebt seine Eier mit einer leimartigen, wasserabweisenden Substanz kopfhautnah am Haar fest.» Schon nach spätestens zehn Tagen schlüpfen aus den Eiern neue Läuse. Um die schnelle Vermehrung zu stoppen und die Läuse ganz loszuwerden, sind ein Läusemittel aus der Apotheke und ein Läusekamm notwendig. Bislang verschreiben Ärzte vor allem chemische Mittel, die Insektizide enthalten und als Nervengift wirken. Mittlerweile sind auch sanftere, dennoch effektive Mittel auf dem Markt erhältlich. Die Zeitschrift «Ökotest» beurteilte vier physikalisch wirkende Präparate auf der Basis von Silikonen mit «gut». Der Nutzen dieser Läusemittel, an denen die Läuse ersticken, sei in Studien gut belegt, so «Ökotest». Weitere Informationen: www.oekotest.de
Weil die erste Behandlung nicht immer alle Läuse und Eier abtötet, muss das Kopflausmittel acht bis zehn Tage später noch einmal angewendet werden. «Der enge zeitliche Rahmen ergibt sich dadurch, dass bis zum siebten bzw. achten Tag noch Larven nachschlüpfen und ab dem elften Tag junge Weibchen bereits neue Eier ablegen können», erklärt der deutsche Verband der Kinder- und Jugendärzte.
Wichtig ist es auch, mit dem Läusekamm zwei Mal pro Woche sorgfältig und systematisch nach Läusen, Eiern und Nissen zu suchen. Wird der Kamm nach jedem Kämmen an einem weissen Papiertaschentuch abgewischt, fallen Läuse, Eier und Nissen besser ins Auge. Mit Hilfe einer Spülung lässt sich das Haar leichter kämmen. Dennoch haben Kinder oft nicht genug Geduld zu warten, bis die Prozedur beendet ist. Bewährt hat es sich, beim Kämmen Geschichten zu erzählen, das Kind malen oder einen harmlosen Film ansehen zu lassen. Der Läuse-Spuk ist vorbei, wenn nach 14 Tagen keine lebendige Kopflaus gefunden wurde.
Läusen vorbeugen
Läusen vorbeugen lässt sich kaum. Kinder sollen ungezwungen und frei spielen können – und dazu gehört eben auch Körperkontakt. «Kopfläuse sind ein Zeichen enger Sozialkontakte, aber kein Zeichen mangelnder Hygiene», darauf weist der Schulärztliche Dienst der Stadt Zürich hin. «Tägliches Haare waschen schützt nicht vor einem Befall.» Der Grund: Die klebrigen Eier und Nissen lassen sich mit Shampoo nicht herauswaschen. «Kopfläuse überleben nur auf dem menschlichen Kopf und ernähren sich ausschliesslich von menschlichem Blut», auch darauf macht die Stadt Zürich aufmerksam. «Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko, Kopfläuse durch Gegenstände wie Kämme, Bürsten oder Mützen zu übertragen, gering ist.» Ausgewachsene Kopfläuse könnten zwar zwei Tage ausserhalb des menschlichen Kopfes überleben, seien aber durch ihre Austrocknung nicht überlebensfähig und könnten sich auch nicht vermehren. Daher gebe es ausserhalb des Kopfes zum Beispiel auf Kissen, Plüschtieren und Turnmatratzen keine «Läusenester». Hat bereits ein Familienmitglied Läuse, sollten sicherheitshalber dennoch Kämme, Bürsten und Haarbänder für etwa zehn Minuten in 60 Grad heisses Seifenwasser gelegt werden, empfiehlt die Stadt Zürich.
Weitere Tipps bei Kopfläusen:
- Ausführliche Infos zum Lausbefall: www.lausinfo.ch
- Informationsblatt Kopfläuse der Stadt Zürich: www.stadt-zuerich.ch
- Alle Jahre wieder: nach den Ferien Lausalarm. Tipps von «Kinderärzte im Netz»: www.kinderaerzte-im-netz.de
Autor: Sigrid Schulze
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