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Chronischer Durchfall, starke Müdigkeit oder Bauchschmerzen: Menschen, die an Morbus Crohn erkranken, müssen einiges durchhalten. Die Ursachen der Autoimmunerkrankung sind bis heute ungeklärt. Für einen Arzt ist Morbus Crohn nicht immer leicht zu erkennen.
Durchfall und Unterleibsschmerzen sind Symptome von Morbus Crohn. Foto: Jupiterimages, Polka Dot, Thinkstock
Bei der Darmerkrankung Morbus Crohn ist der Darm des Betroffenen chronisch entzündet. Theoretisch kann zwar der gesamte Magen-Darm-Trakt befallen sein, meist tritt die Krankheit jedoch im Übergang von Dünndarm zu Dickdarm auf. Typisch für Morbus Crohn ist ein patchworkartiger Befall, bei dem sich gesunde und erkrankte Darmstellen abwechseln.
Morbus Crohn ist eine sogenannte Autoimmunkrankheit. Das heisst, dass bis heute kein äusserer Erreger entdeckt werden konnte. Viele Erkrankte können zudem mit Immunsuppressiva therapiert werden. In den vergangenen Jahren wurde die Diagnose Morbus Crohn vermehrt gestellt. Besonders jüngere Erwachsene zwischen 16 und 35 Jahren sind davon betroffen.
Wer unter Morbus Crohn leidet, hat vor allem mit chronischen, meist unblutigen Durchfällen zu kämpfen. Hinzu kommt oft starke Müdigkeit, aber auch Schmerzen im Unterleib oder Fieber. Bei manchen Betroffenen tritt die Krankheit in Schüben auf, andere haben durchgängig Beschwerden.
Längerfristig ist etwa die Hälfte aller Erkrankten auch von anderen Leiden betroffen, die nichts mehr mit der Verdauung zu tun haben. Dazu gehören etwa Gelenkbeschwerden. Entzündete Augen oder Veränderungen der Haut können ebenfalls Folgeerscheinungen von Morbus Crohn sein.
Was genau die Ursachen für die Darmerkrankung sind, ist bis heute nicht geklärt. Die Krankheit ist zwar nicht vererbbar, eine Familienhäufigkeit konnte jedoch festgestellt werden. Falls also jemand in Ihrer Familie von Morbus Crohn betroffen ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es noch eine weitere Erkrankung in Ihrer Familie gibt. Man geht davon aus, dass zehn bis fünfzehn Prozent der Morbus Crohn–Patienten eine genetische Veranlagung besitzen.
Neben der familiären Verbindung ist das Rauchen eines der grössten Risikofaktoren. In Studien konnte festgestellt werden, dass Raucher doppelt so häufig an Morbus Crohn erkranken wie Nichtraucher.
Zwar fehlen noch eindeutige Beweise, es wird jedoch vermutet, dass auch psychosozialer Stress und übertriebene Hygiene den Ausbruch von Morbus Crohn begünstigen können. Für Letzteres spricht, dass in Ländern, in denen es viele Wurmkrankheiten gibt, weniger Fälle von chronischen Darmerkrankungen zu verzeichnen sind.
Da die Ursachen nicht genau bekannt sind, ist es natürlich auch nicht möglich, bestimmte Massnahmen zu benennen, die einer Morbus Crohn–Erkrankung vorbeugen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung können sich in der Regel günstig auf einen gesunden Darm auswirken. Ebenfalls positiv ist es, wenn wenig Alkohol getrunken und nicht geraucht wird.
Die Diagnose Morbus Crohn lässt sich kaum bei einem einzigen Arztbesuch stellen. Wenn Sie unter den aufgeführten Symptomen leiden, so benötigen Sie und auch Ihr Arzt Geduld und Zeit um der Erkrankung auf den Grund zu gehen. So muss Ihr Arzt zum Beispiel zunächst ausschliessen, dass es sich nicht um eine andere Krankheit, wie zum Beispiel Darmkrebs, handelt. In Gesprächen und verschiedenen Untersuchungen, zu denen eine Darmspiegelung, Ultraschall oder Stuhluntersuchung gehören können, wird Ihr Arzt vielleicht zu dem Schluss kommen, dass Sie an Morbus Crohn leiden und Sie wegen einer Therapie beraten.
Bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung werden oft Kortisonpräparate verschrieben. Diese sollen die Entzündung im Darm hemmen. Wer stärker davon betroffen ist, dem können Medikamente helfen, die das Immunsystem beeinflussen. Dazu gehören die bereits erwähnten Immunsuppressiva aber auch sogenannte Biologika. Sollten die Medikamente nicht anschlagen, so kann unter Umständen eine Operation notwendig werden. Bei einem solchen Eingriff werden die entsprechenden befallenen Stellen des Darmes entfernt. Geheilt wird die Krankheit dadurch allerdings nicht und es kann zu Rückfällen kommen, wovon etwa jeder dritte bis fünfte Patient betroffen ist.
Bei Morbus Crohn als auch Colitis Ulcerosa handelt es sich um Darmerkrankungen und sie werden oft in einem Atemzug genannt. Die Unterscheidung ist auch für einen Arzt nicht immer leicht zu treffen. Im Wesentlichen handelt es sich bei Colitis Ulcerosa um eine Erkrankung des Dickdarms, bei dem es häufig zu blutigen Durchfällen kommt. Bei Morbus Crohn ist der obere Magen-Darm-Trakt betroffen und es sind auch andere Organe ausserhalb des Darms von der Krankheit befallen.
Quelle: sprechzimmer.ch, Autor: Julia Wohlgemuth
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