
Was ist Laktoseintoleranz? Dürfen Betroffene wirklich keine Milch mehr trinken? Eine Ernährungswissenschaftlerin gibt Antwort. »

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Advertorial - Sie klagen über Bauchweh, Blähungen und Durchfall. 17 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an einer Laktoseintoleranz, weil sie Milchprodukte nicht gut vertragen. Auf ein Leben ganz ohne Jogurt, Käse oder Quark müssen sie sich aber nicht einstellen. Warum, erklärt Ernährungsberaterin Regula Thut Borner von Swissmilk.

Wer an Laktoseintoleranz leidet, muss nicht auf das geliebte Jogurt verzichten. Foto: iStockphoto, Thinkstock
Sie erhalten viele Anfragen zur Laktoseintoleranz. Was beschäftigt die Menschen besonders?
Regula Thut Borner: Viele Betroffene sind zunächst einfach froh, eine Ansprechperson zu haben, die ihre Fragen ernst nimmt. Am meisten beschäftigt der ganz praktische Umgang mit der Laktoseintoleranz im Alltag.
Was ist Laktoseintoleranz?
Laktoseintolerante Personen reagieren mehr oder weniger sensibel auf Milchzucker. Ihre Dünndarmzellen produzieren zu wenig vom Verdauungsenzym Laktase, das den Milchzucker spaltet, damit er vom Darm ins Blut aufgenommen werden kann. Ein Teil des Milchzuckers wandert daher ungespalten in den Dickdarm, wo er von den dort ansässigen Bakterien als Nahrungsquelle genutzt und vergärt wird. Es entstehen Gärgase, die starke und schmerzhafte Blähungen hervor rufen können. Zu den häufigsten Symptomen gehören auch Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall.
Eine Allergie ist eine Reaktion des Stoffwechsels auf eine bestimmte beziehungsweise unerwünschte Substanz. Diese Substanz, zum Beispiel ein Eiweiss, hat also bereits die Darmwand passiert und ist ins «Körperinnere» gelangt. Sie kann nicht mehr ausgeschieden werden, deshalb sind allergische Reaktionen so schwer wiegend. Eine Unverträglichkeit ist eine Verdauungsreaktion, weil der Darm einen bestimmten Nährstoff nicht richtig aufspalten kann. Das kann eine Zuckerart wie zum Beispiel Milchzucker oder ein Eiweiss wie das Klebereiweiss Gluten sein. Um sich davon zu befreien, reagiert die Verdauung mit Durchfall, Gasbildung oder Erbrechen. Das ist sehr unangenehm, zuweilen auch schmerzhaft, aber im Gegensatz zur Allergie, meistens nicht lebensbedrohlich.
Wie kann ich feststellen, ob ich an einer Laktoseintoleranz leide?
Man sollte länger dauerndes Bauchweh, einen schmerzhaften Blähbauch oder Durchfall beim Arzt abklären lassen.
Können Kinder an einer Laktoseintoleranz leiden?
Kinder sind seltener als Erwachsene betroffen. Klagen Kinder immer wieder über Bauchweh, gehört die Abklärung unbedingt in die Hände des Arztes. Ein elterlich verordneter Milchverzicht kann beim Kind zu Ernährungs- und Entwicklungsstörungen führen, die auch erst in seinem späteren Erwachsenenleben auftreten, zum Beispiel Osteoporose.
Dürfen Betroffene nie wieder Milch trinken und nie wieder Schokolade, Glace oder Torte essen?
Bei der Laktoseintoleranz gibt es keine Verbote. Beschwerden treten erst auf, wenn die aufgenommene Menge Milchzucker grösser ist als die von den Dünndarmzellen produzierte Menge Laktase. Das ist individuell unterschiedlich und kann von den Betroffenen selber ausgetestet werden. Ein totaler Verzicht auf Milchprodukte ist weder nötig noch sinnvoll.
Also darf es doch mal ein Glace sein.
Ja, es geht darum, abschätzen zu lernen, wie viel Milchzucker pro Mahlzeit und in welcher Form individuell gut verträglich sind. Milchprodukte innerhalb einer Mahlzeit sind besser verträglich, zum Beispiel ein Birchermüesli zum Frühstück, als wenn sie isoliert, zum Beispiel ein Jogurt zum Znüni, gegessen werden.
Wie können Betroffene abschätzen, wie viel Milchzucker sie vertragen?
Wenn die Diagnose feststeht, lohnt es sich, dem Darm eine Erholungspause zu gönnen und ein paar Wochen strikt «Diät zu halten». Dann kann man mit Hilfe eines Tagebuches schrittweise anfangen, ein Produkt nach dem anderen auszutesten. Stets mit einer kleinen Menge anfangen und langsam steigern. Solange kein Bauchweh auftritt, ist die Verdauung in der Lage, die anfallende Menge Milchzucker zu verdauen. Mit der Zeit weiss man ganz genau, welche Produkte in welchen Mengen man gut verträgt. Man muss auch keine Angst haben, es passiert nichts Schlimmes.
Wo müssen Betroffene aufpassen: In welchen Produkten ist Milchzucker ausserdem enthalten?
Viele verarbeitete Produkte enthalten ebenfalls Milchzucker. Als reiner Milchzucker (Laktose), als Milchpulver, Magermilchpulver, Milchserum, Molke oder Molkenpulver steckt er in vielen verarbeiteten Produkten wie Brot, Backwaren, Süssigkeiten, Brotaufstrichen, Wurstwaren, Gewürzmischungen und Getränken. Auch viele Halbfertig- und Fertigprodukte enthalten Milchzucker. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich.
Was ist mit Schaf- und Ziegenmilch?
Jede Milch, mit Ausnahme die der Seelöwen, enthält Milchzucker. Schaf- oder Ziegenmilch sind daher keine Alternative.
Welche Milchprodukte sind am besten verträglich?
Käse, also alle Schweizer Extrahart-, Hart-, Halbhart- und Weichkäsesorten, ist problemlos verträglich, da der Milchzucker während der Reifung abgebaut wird. Jogurt ist wegen der Milchsäuerung in der Regel ebenfalls gut verträglich, obwohl es noch Milchzucker enthält. Hier sollte man die verträgliche Menge austesten bevor man zum laktosearmen Spezialjogurt greift. Das gleiche gilt für Frischkäse wie Quark, Hüttenkäse und Mozzarella. Eine kleine Portion ist eventuell gut verträglich, bei grösseren Mengen lohnt sich das Ausprobieren mit den laktosearmen Spezialvarianten. Milch ist der häufigste Beschwerdeauslöser. Nicht, weil sie besonders viel Milchzucker enthält, sondern weil man sie trinkt und so in kurzer Zeit viel Milchzucker in den Darm kommt. Sie kann durch laktosefreie Milch ersetzt werden.
Würden Sie laktosefreie Produkte generell empfehlen?
Ich empfehle sie punktuell, wenn das normale Produkt in einer sinnvollen Menge nicht vertragen wird. Ich rate jedoch ab, einfach alle Milchprodukte zu ersetzen. Das macht abhängig: Einladungen bei Freunden, Ferien im Hotel, Auswärtsessen und jeder Take away werden kompliziert und man macht sich selber zum Aussenseiter.
Sollten sich Betroffene bei der Ernährungsberatung anmelden oder schafft man es auch allein?
Mit Hilfe der nötigen Informationen schafft man das ganz gut allein. Informationen gibt es im Internet unter www.swissmilk.ch, dort kann man auch eine Broschüre herunterladen und das Beratungstelefon nutzen.
Interview: Redaktion familienleben.ch im Oktober 2012
Regula Thut Borner ist diplomierte Ernährungsberaterin HF und Ayurveda-Ernährungstherapeutin. Sie ist spezialisiert auf Familienernährung.
Haben Sie Ernährungsfragen? Schreiben Sie eine E-Mail an: familienleben@swissmilk.ch Frau Regula Thut Borner gibt Ihnen gerne Auskunft.
Das Interview wird präsentiert von Swissmilk.
Unter www.swissmilk.ch finden Sie tolle Ideen für eine gesunde Ernährung.

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