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Eltern sollen offen mit ihrem Kind über das Bettnässen sprechen.
Meist hat das unkontrollierte Urinieren keine psychische Ursache, sondern ist Folge funktioneller oder organischer Störungen. In manchen Fällen wird zum Beispiel das Hormon ADH (Anti Diurese Hormon) ungenügend ausgeschüttet, das für die Konzentration des Urins und damit der Reduzierung der Harnmenge während der Nachtstunden verantwortlich ist. Das führt dazu, dass in der Nacht zu viel Harn produziert wird. In anderen Fällen ist der Grund eine Harnwegentzündung. Bei manchen ist es erblich bedingt oder die Verbindung zwischen Blase und Gehirn funktioniert noch nicht richtig.
Man unterscheidet zwei Arten des Bettnässens: Von primärer Enuresis spricht man, wenn das Kind seit der Geburt noch nie länger als sechs Monate trocken war. Es wird angenommen, dass dies genetisch bedingt ist. Eine sekundäre Enuresis tritt auf, wenn das Kind nach langer Zweit wieder einnässt. Hier spielen meist psychische Ursachen eine Rolle. Das kann zum Beispiel die Geburt eines Geschwisterchens oder die Trennung der Eltern sein. Beruhigend ist für das betroffene Kind und die Familie: In absehbarer Zeit geht das Bettnässen in diesem Fall von alleine vorbei. Deshalb braucht das Kind gerade jetzt viel Zuspruch und Unterstützung von der Familie, damit die Phase ohne Schuldgefühle und Angst gemeistert werden kann.
Ein Kind, das nachts einmacht, schläft oft auch unruhig. Kinder, die unter Schlafstörungen leiden, zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten als gut schlafende Kinder. Ein gesunder Schlaf ist Grundvoraussetzung für die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern. Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren benötigen durchschnittlich neun bis elf Stunden Schlaf pro Nacht. Prof. Dr. Jürgen Zulley, Präsident der Deutschen Akademie für Gesundheit und Schlaf, sagt: «Sogar Bewegungsabläufe, wie das Radfahren, werden im Schlaf wiederholt und gefestigt.» Ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus habe zudem positive Auswirkungen auf das Immunsystem des Kindes. Wenn ein Kind über längere Zeit an Schlafmangel leidet, könne dies dazu führen, dass es anfälliger gegenüber Infekten sei, so Zulley.
*Die Geschichte von Martina ist der Webseite der IG Bettnässen entnommen.
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