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Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft können Schlaf raubend sein. Meist treten die Muskelverspannungen mitten in der Nacht auf, an Weiterschlafen ist dann oft eine Weile nicht mehr zu denken. Ansonsten sind die Muskelkrämpfe in der Regel aber harmlos.
Bewegung kann Wadenkrämpfen in der Schwangerschaft vorbeugen. Foto: iStockphoto, Thinkstock
Vielleicht kennen Sie das ja: Sie werden mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen, weil sich Ihr Wadenbein völlig verkrampft hat. Je nach Schwere des Krampfes können Sie entweder bald wieder einschlafen oder Sie spüren die Nachwirkungen des Muskelkrampfes am nächsten Tag sogar noch in Ihrem Bein. Ein Wadenkrampf ist eines der typischen Beschwerden in der Schwangerschaft, die vor allem in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftreten können.
Die Wadenkrämpfe können verschiedene Ursachen haben. Meist wird ein Magnesiummangel dafür verantwortlich gemacht. In der Schwangerschaft haben Sie einen höheren Magnesiumbedarf, denn wegen des stärkeren Harndrangs und häufigem Schwitzen werden die Mineralien vermehrt ausgeschieden. Hinter den Wadenkrämpfen können zudem auch Durchblutungsstörungen stecken, sowie Überbelastung aber auch Unterbelastung der Beine, zum Beispiel durch langes Sitzen.
Damit es gar nicht erst zu Wadenkrämpfen kommt, sollten Sie die Durchblutung Ihrer Beine fördern. Bewegen Sie sich dazu regelmässig, allerdings nicht so, dass es zu einer Überanstrengung kommt. Fahrrad fahren, spazieren gehen oder auch schwimmen sind alles gute Möglichkeiten, um in der Schwangerschaft in sanfter Bewegung zu bleiben. Danach sollten Sie sich entspannen und die Beine nach Möglichkeit hochlegen. Wechselwarme Duschen für Ihre Beine regen ebenfalls die Durchblutung an. Schlecht ist dagegen, wenn Sie beim Sitzen die Beine übereinander schlagen.
Da viele Wadenkrämpfe von Magnesiummangel hervorgerufen werden, sollten Sie darauf achten, viel Magnesium über die Nahrung aufzunehmen. Hülsenfrüchte, Nüsse, Käse oder Bananen können dazu beitragen, den Magnesiumspeicher wieder aufzufüllen. Eventuell wird das den Magnesiummangel jedoch nicht ausgleichen. Ihr Arzt kann Ihnen ein Magnesiumpräparat verschreiben.
Dehnungsübungen für Ihre Beine direkt vor dem Schlafen gehen können weiterhin dazu beitragen, dass Sie nicht mitten in der Nacht von einem Wadenkrampf gestört werden. Wenn Sie Absatzschuhe tragen, so sollten Sie das nicht zu lange tun. Bequeme und flache Schuhe sind zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen empfehlenswerter.
Wachen Sie nachts mit Schmerzen auf, weil Sie in Ihrer Wade, im Fuss oder Oberschenkel einen Krampf haben, dann ist schnelle Hilfe gefragt. Der Krampf wird sich nicht von allein lösen. Ziehen Sie die Zehen zu sich heran, am besten machen Sie das mit Ihren Fingern, wenn Sie Ihre Zehen mit dickem Schwangerschaftsbauch noch erreichen können. Sie können den Fuss auch fest in eine Wand stemmen. Da Sie dies im Liegen tun, können Sie so bei einem kleineren Wadenkrampf hoffentlich bald wieder einschlafen.
Aufstehen und Umherlaufen haben sich ebenfalls als wirksame Mittel gegen Wadenkrämpfe erwiesen. Rollen Sie dabei den Fuss des betroffenen Beines bewusst ab und treten Sie fest auf. So kann sich Ihr Bein dehnen und wieder entkrampfen. Wenn Sie sich auf kalten Boden stellen, ist dies übrigens am Wirkungsvollsten.
Manche Schwangere bevorzugen es, ihr Bein zu massieren (oder massieren zu lassen). Sie sollten dafür von unten nach oben über die Wade streichen. Auch auf diese Weise kann sich der Krampf lockern. Eine Massage nach einem Krampf kann auch dazu beitragen, dass man am nächsten Tag im Bein keinen Muskelkater mehr verspürt, der durch einen Wadenkrampf ausgelöst wurde.
Wadenkrämpfe in der Schwangerschaft sind im Normalfall harmlos. Der deutsche Berufsverband der Frauenärzte weist jedoch darauf hin, dass die Muskelkrämpfe auch ein Symptom für Thrombose sein könnten. Wenn das Bein anschwillt oder rot wird und die Wadenkrämpfe immer nur im gleichen Bein auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann klären, ob es sich um eine Venenentzündung handelt.
Auch falls die Wadenkrämpfe oft auftreten, sollten Sie dies unbedingt bei Ihrer nächsten Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt ansprechen. Es könnte sein, dass ein hoher Magnesiummangel dahintersteckt, der wiederum eine zu frühe Wehentätigkeit auslösen kann.
Dieses Video zeigt, wie es geht:
Video hochgeladen von www.mysporty.com auf Youtube
Machen Sie einen Ausfallschritt nach vorn, lehnen Sie Ihren Körper nach vorn und lassen Sie den gesamten Fuss des anderen Beines am Boden. Merken Sie, wie Ihre Wade gedehnt wird? Halten Sie die Spannung für einige Momente und wechseln Sie dann auf das andere Bein.
Autor: Julia Wohlgemuth
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