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Baby, bitte dreh dich: Was tun bei Beckenendlage?

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Man spricht von Beckenendlage oder Steisslage, wenn das Ungeborene in den letzten Schwangerschaftswochen mit dem Kopf nach oben liegt. Meist endet dies heute in einem Kaiserschnitt. Es gibt ein paar Methoden, die das Baby motivieren, doch noch den Kopf nach unten zu drehen.

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Beckenendlage lässt sich unter anderem durch Ultraschall feststellen.

Auf dem Ultraschallbild lässt sich sehen , ob sich Ihr Baby in Beckenendlage befindet. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Um die 30.Schwangerschaftswoche herum begeben sich die meisten Babys in die Startlage für die Geburt: Sie drehen sich mit dem Kopf nach unten. Nicht alle Babys jedoch scheinen davon überzeugt zu sein, dass es nur einen richtigen Weg nach draussen gibt. Wenn der Kopf oben ist und der Po nach unten zeigt, spricht man von der Beckenend- oder Steisslage. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche drehen sich weit über 90 Prozent der Ungeborenen in die geburtsfreundliche Lage mit dem Kopf nach unten. Danach wird es in der Gebärmutter recht eng und es kann schwierig sein, wenn sich ein Baby jetzt drehen möchte. Es gibt einige Methoden, wie das Baby doch noch in die Position mit dem Kopf nach unten gelockt werden soll. Denn die Beckenendlage hat weitreichende Auswirkungen auf die Geburt.

Beckenendlage gleich Kaiserschnitt?

Wird ein Baby spontan aus der Beckenendlage geboren, kommt logischerweise der Kopf als letztes auf die Welt. Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass es zu Sauerstoffmangel und damit einhergehenden Folgeerkrankungen beim Neugeborenen kommt. Bei neun von zehn Fällen wird deshalb heute ein Kaiserschnitt bei Steisslage gemacht. Dies liegt nicht nur an dem höheren Risiko bei der Geburt, sondern auch daran, dass immer weniger Geburtshelfer Erfahrungen mit Vaginalgeburten bei Beckenendlage haben.

Wenn Sie trotz Steisslage gern natürlich entbinden möchten, sollten Sie sich ein Spital oder eine freie Hebamme suchen, die sich ausreichend mit solchen Geburten auskennen. In einem Spital, das sich auf Beckenendlagengeburten spezialisierst hat, wird man Sie ausführlich beraten und Risikofaktoren bestimmen. Bei manchen Frauen spricht nichts dagegen, dass sie es auch bei Steisslage mit einer Spontangeburt versuchen. Bei gewissen Ausgangsbedingungen wird man Ihnen jedoch wahrscheinlich von vornherein zu einem Kaiserschnitt raten. Dazu gehört zum Beispiel ein enges Becken der Frau, aber auch ein sehr niedriges oder sehr hohes Gewicht des Babys.

So dreht sich das Baby vielleicht doch noch: Äussere Wendung

Im Idealfall dreht sich allerdings das Baby vor der Geburt noch. Wenn dies bis zur 36. Schwangerschaftswoche nicht der Fall ist, wird Ihr Arzt Ihnen eventuell zu einer sogenannten «Äusseren Wendung» raten, wodurch sich das Baby in die gebärfreundliche Position begeben soll. Dies wird in einem Spital durchgeführt, da bei Komplikationen das Ungeborene sofort durch Kaiserschnitt geboren werden muss. Geburtshelfer versuchen dabei, das Kind von aussen zu einer Rückwärtsrolle zu animieren, indem ein Arzt den Po des Kindes aus dem Becken hebt und ein zweiter Arzt versucht, das Baby zu drehen. In seltenen Fällen kann es dabei zu einer Ablösung des Mutterkuchens oder einer Nabelschnurumschlingung kommen. Die Erfolgsquote liegt etwa bei 50 Prozent und ist etwas höher, wenn die betroffene Frau schon eine Vaginalgeburt hatte.

Alternative Methoden der Wendung

Neben dieser Möglichkeit gibt es auch eine ganze Reihe von sanften Methoden, die eine Drehung des Babys bei Beckenendlage anregen sollen. Wissenschaftlich erwiesen ist der Erfolg dieser alternativen Methoden nicht, aber ein Versuch kann weder Mutter noch Kind schaden. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte «Indische Brücke». Becken und Bauch werden hierbei zweimal täglich für etwa 10 Minuten hochgelagert. Ihre Hebamme kann Ihnen zeigen, wie das geht.

Regelmässig angewendet wird auch Moxibustion, eine Methode der traditionellen chinesischen Medizin. Dabei wird ein bestimmter Akupunkturpunkt am kleinen Zeh mit der Wärme einer sogenannten Moxa-Zigarre behandelt, wodurch sich die Kindsbewegungen verstärken sollen. Auch Akupunktur wird von manchen Hebammen und Heilpraktikern durchgeführt. Haptonomie ist ebenfalls eine Möglichkeit, mit dem Ungeborenen in Kontakt zu treten und es zur Drehung zu bewegen.

Manche Frauen hatten auch Erfolg, indem sie eine Taschenlampe oder eine kleine Glocke einmal täglich vom Kopf des Kindes langsam zum Schambein geführt haben. Damit soll die Neugier des Kindes angesprochen werden und es soll mit dem Kopf dem Licht oder dem Geräusch folgen.

Warum sich manche Babys übrigens nicht mit dem Kopf nach unten drehen möchten, lässt sich nicht immer eindeutig feststellen. Es gibt jedoch verschiedene Risikogruppen, bei denen die Steisslage öfter vorkommt. So geht man davon aus, dass die Tendenz zur Beckenendlage vererbbar ist. Wenn Sie oder Ihr Mann also selbst schon eine Steissgeburt waren, kann es sein, dass dies auch bei Ihrem Kind wieder auftritt. Babys in Beckenendlage finden sich unter anderem auch etwas häufiger bei Frauen, die sehr viel oder sehr wenig Fruchtwasser haben oder bei tief- oder vorliegender Plazenta. Auch bei Mehrlingsgeburten kann es sein, dass mindestens ein Baby eine geburtsunfreundliche Haltung einnimmt. 

Querlage

Neben der Kopflage und der Steisslage, kann es auch sein, dass sich das Baby in Querlage befindet. Wie es der Name schon sagt, liegt das Baby dabei quer im Bauch, das heisst Kopf und Füsse befinden sich auf einer Höhe. In diesem Fall wird fast immer ein Kaiserschnitt durchgeführt. Einzige Ausnahme: Falls es nicht die erste Geburt ist, kann kurz vor der Entbindung noch eine äussere Wendung versucht werden.

Autor: Julia Wohlgemuth

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