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Bei der Geburt wird der Damm extrem gedehnt. Es besteht die Gefahr eines Dammrisses oder Dammschnittes. Mit einer Dammmassage können Sie in der Schwangerschaft das Gewebe auf die Geburt vorbereiten. Im idealen Fall verhindert das eine Verletzung des Damms. Wir verraten Ihnen, wie die Massage geht.
Zur Dammmassage eignen sich verschiedene Öle. Foto: iStockphoto, Thinkstock
Viele Frauen haben Angst, dass es bei der Geburt zu einem Dammriss oder einem Dammschnitt kommt. Der Damm ist das Gewebe zwischen Scheide und After. Wenn das Baby geboren wird, ist dieser Bereich natürlich sehr stark beansprucht. Die starke Dehnung kann dazu führen, dass der Damm reisst. In manchen Fällen ist es auch nötig, dass die Ärzte einen Dammschnitt (Episiotomie) vornehmen. Dazu gehört zum Beispiel, um die Geburt aus der Beckenendlage zu erleichtern oder auch, wenn die Geburt beschleunigt werden muss, weil es Ihrem Baby nicht gut geht. Manchmal wird auch eine Episiotomie durchgeführt, wenn der Damm beginnt, unkontrolliert und sehr tief zu reissen.
Eine Dammmassage in der Schwangerschaft kann den Dammbereich elastischer machen. Dadurch kann möglicherweise ein tiefer Dammriss oder ein Dammschnitt verhindert werden. Oder die erhöhte Dehnungsfähigkeit des Dammes kann zumindest dafür sorgen, dass der Riss weniger stark verläuft. Kommt es trotz allem zu einem Dammriss oder Schnitt, so geht man allgemein davon aus, dass die Heilung nach einer Dammmassage schneller erfolgt. Ausserdem kann Ihnen eine regelmässige Dammmassage zu mehr Sicherheit in der Geburt verhelfen. Das Dehnungsgefühl, das Sie bei der Massage schon kennengelernt haben, werden Sie auch in der Geburt wiedererkennen. Dann allerdings natürlich noch stärker.
Genügend gute Gründe also, um in den letzten Wochen der Schwangerschaft eine Dammmassage durchzuführen. Es reicht dabei, wenn Sie sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einmal täglich Ihren Damm massieren.
Sie benötigen dazu nicht viel: ein bisschen Zeit und Ruhe und ein gutes Öl. Zur Massage eignen sich rein pflanzliche Öle, wie zum Beispiel Mandelöl, Weizenkeimöl oder auch Olivenöl. Eventuell können auch ätherische Öle wie Rosenöl oder Muskatellersalbei beigemischt werden. Am besten ist ein Öl, das Vitamin E enthält und ohne synthetische Zusätze auskommt. Manche Hebammen bieten ihre eigenen Mischungen an oder können Ihnen Ratschläge zum besten Mischverhältnis geben, wenn Sie mehrere Öle verwenden möchten. Fragen Sie doch einmal Ihre Hebamme. Es gibt auch spezielles Dammmassage-Öl zu kaufen.
Manche Empfehlungen zur Dammmassage beinhalten, dass Sie zunächst den Bereich des Dammes erwärmen. Dies kann entweder durch ein warmes Bad oder warme Kompressen direkt am Damm geschehen. Zwingend nötig ist es jedoch nicht. In jedem Fall sollten Sie aber darauf achten, dass Ihre Hände gut gewaschen sind, um ein Infektionsrisiko zu vermeiden. Wenn Sie bereits Entzündungen im Vaginalbereich haben, dürfen Sie die Massage nicht durchführen. Eventuell sollten Sie sich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt besprechen, wenn Sie mit Entzündungen Probleme in Ihrer Schwangerschaft hatten.
Suchen Sie sich für die Dammmassage eine bequeme Stellung, von der aus Sie gut Ihren Damm erreichen können. Dies kommt natürlich ganz auf Ihre Beweglichkeit und die Grösse Ihres Bauches an. Viele Frauen empfinden es als die ideale Position, wenn ein Bein auf dem Badewannenrand oder einem Stuhl steht. Manche Frauen können eine Dammmassage am besten in der Hocke durchführen. Dies hat den positiven Nebeneffekt, dass in der Stellung der Damm noch zusätzlich gedehnt wird (siehe auch Infobox).
Tauchen Sie die Finger, die Sie zur Massage benutzen, in das Massageöl ein. Am Anfang sollten Sie einen oder zwei Finger, mit etwas Übung auch drei oder vier Finger etwa drei Zentimeter in die Scheide einführen. Massieren Sie zunächst für einige Minuten mit Ihrem Daumen den Damm. Danach sollten Sie mit den eingeführten Fingern den Bereich dehnen. Spreizen Sie dafür Ihre Finger gleichzeitig nach rechts und links. Dabei kann es etwas ziehen, Schmerzen sollte es Ihnen aber auf keinen Fall bereiten. Vielleicht bemerken Sie schon nach einer Woche, dass sich der Damm bereits elastischer anfühlt.
Bei der Massage sollten alle Bewegungen ruhig und langsam ausgeführt werden. Bei ruckartigen Bewegungen besteht Verletzungsgefahr. Am Ende Ihrer Massage können Sie überschüssiges Öl mit einem Tuch abwischen.
Wenn es Ihnen angenehm ist, kann natürlich auch Ihr Partner die Dammmassage durchführen. Mit einem dicken Babybauch kann es nämlich unter Umständen schwierig sein, selbst den Damm zu erfühlen.
Auch diese Übung trainiert den Damm:
Stellen Sie sich mit dem Rücken an die Wand. Gehen Sie in die Hocke. Ihre Beine sollten dabei möglichst weit auseinander sein und Ihre Füsse flach auf dem Boden stehen. Halten Sie diese Position so lange wie möglich. Wenn Sie nicht mehr so beweglich sind, können Sie sich auch auf eine Fussbank setzen.
Autor: Julia Wohlgemuth
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