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Was passiert, wenn während der Schwangerschaft Probleme auftreten und das Baby zu früh geboren wird? Welche Auswirkungen haben die frühe Geburt und die Zeit im Brutkasten für das Baby? Erfahren Sie hier, welche Folgen eine Frühgeburt für das Kind haben kann.
Piepsende Monitore für Atmung und Herzschlag, Infusionspumpen für die Flüssigkeitszufuhr, Nährstoffe, Medikamente und Beatmungsgeräte und oft auch Magensonden sind die ersten Erfahrungen vieler Frühgeborenen.
Luft holen, atmen, schreien – wenn Kinder viel zu früh zur Welt kommen, wollen sie das Gleiche tun wie alle anderen Kinder, die das Licht der Welt erblicken. Häufig schaffen sie es aber nicht. Die Lunge ist noch unreif und kann den Körper nicht genügend mit Sauerstoff versorgen. Ohne maschinelle Beatmung besteht kaum eine Überlebenschance. Wer vor der abgeschlossenen 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, ist per Definition eine Frühgeburt. Er hat mindestens drei Wochen vor den errechneten Geburtstermin das Licht der Welt erblickt – eine reguläre Schwangerschaft hätte 40 Wochen gedauert. Die Schweiz ist in Sachen Frühgeburten ganz vorne mit dabei, liegt im Europäischen Vergleich an zweiter Stelle hinter Österreich. Die steigende Zahl der Frühgeburten hat vor allem damit zu tun, dass hierzulande die Frauen immer älter schwanger werden. Fast 30 Prozent der Mütter sind beim ersten Kind über 35 Jahre alt. Und: Viele Kinder von späten Müttern kommen zu früh zur Welt.
Frühgeborene sind nicht nur unreif, sondern auch klein. Bis zu 20 Zentimetern kleiner als normale ca. 50 Zentimeter grosse Neugeborene. Lunge, Gehirn, Darm und Augen funktionieren oft noch nicht richtig, da sie nicht genügend Zeit zum Ausreifen hatten. Wird ein Kind viel zu früh geboren, sind die Risiken beträchtlich. Jedoch können auch extreme Fälle mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm heute eine Überlebenschance haben, dank Intensivmedizin. Zum Vergleich: Bei Normalgeburten bewegt sich das Geburtsgewicht um die 3500 Gramm.
Weltweit gibt es unterschiedliche Handhabungen, ab wann versucht wird, extrem Frühgeborene mit allen Mitteln durchzubringen. Einige Länder setzen bereits bei der 22. Schwangerschaftswoche an. In Deutschland muss jedes Frühchen nach der 24. Schwangerschaftswoche intensivmedizinisch behandelt werden. Und in der Schweiz haben die Ärzte der Schweizerischen Gesellschaft für Neonatologie 2002 die Empfehlung ausgearbeitet, vor der 24. Schwangerschaftswoche auf lebenserhaltende Massnahmen zu verzichten. Bis zur 26. Woche kommen lebenserhaltende Massnahmen nur dann zum Einsatz, wenn es Sinn macht. Die Eltern sind an der Entscheidungsfindung massgeblich beteiligt. Eine offene Aufklärung der Eltern über den Zustand ihres Kindes und die voraussichtliche Prognose ist eine unabdingbare Voraussetzung.
Zahlen aus Deutschland zeigen: In spezialisierten Zentren liegt heute die Überlebenschance von extremen Frühgeburten bei einer Geburt in der 25. Schwangerschaftswoche bei etwa 50 Prozent. Beim Fortschreiten der Schwangerschaft steigt die Überlebenswahrscheinlichkeit in den nächsten drei Wochen mit jedem gewonnen Tag um etwa 2 Prozent an. Das speziell für schwierige Fälle eingerichtete Zentrumsspital Luzern gibt für Geburten ab der 26. Schwangerschaftswoche eine Überlebenschance von 90 Prozent an. Ab der 30. Woche sind die Überlebenschancen für das Kind hervorragend.
Eines der Probleme der heutigen Intensivmedizin: Die Grenze der Überlebensfähigkeit lässt sich auch mit modernsten Mitteln nicht beliebig nach vorne verschieben. Eine gross angelegte Studie aus Grossbritannien belegte 1995: 99 Prozent der Kinder überlebten die Geburt vor der 23. Schwangerschaftswoche nicht oder nur schwer behindert. Das hat sich bis heute noch nicht wesentlich geändert.
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