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Herausforderung Teilzeitkarriere

 
Meinung geschrieben 10.07.2009 11:18 Uhr von Familienleben

Herausforderung Teilzeitkarriere Die Rahmenbedingungen für Familien haben sich leicht verbessert: Es gibt inzwischen mehr und vom Bund subventionierte Krippenplätze und eine - wenn auch minimale - Mutterschaftsversicherung. Genügt das nun für eine Karriere trotz Kindern? familienleben.ch hat nachgefragt.



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Meinung geschrieben 10.07.2009 11:18 Uhr von Sören Reinhardt
Warum wird der beruflichen Karriere soviel Bedeutung zugemessen? Es gibt viele andere Arten von Karriere die persönliche 'Erfüllung' bringen können. Aber nein. Mehr Verantwortung, mehr Geld, mehr Macht, Statussymbole, Selbstverwirklichung, finanzielle Unabhängigkeit... Dieses Schoggiweggli plus Füfi-Umegäld Denken kann ich vllt. verstehen - für mich akzeptiere ich es aber nicht.

Machen wir uns nichts vor: Bescheidenheit in diesen Belangen bleibt hier doch v. a. bei den männlichen Berufstätigen auf der Strecke, so wie die Genugtuung um das Wissen, dass Mann auch als 'gewöhnlicher' Angestellter Befriedung im Leben erfahren kann. Eine bewusste Entscheidung 'gegen' die Karriere? Warum nicht. Oder: welche ehrbaren Ziele verfolgt Mann denn schon, in sogenannten Machtpositionen?

Als Vater und Teilzeit-Angestellter ohne Leitungsfunktion habe ich trotzdem täglich genug Herausforderungen und eine anspruchsvolle Arbei. Aber abends habe ich auch einen freien Kopf für Kind, Partnerin, Familie und für meine anderen, persönlichen Interessen. Warum müssen/sollen wir Männer immer für unsere Anliegen kämpfen (sind wir im Krieg?) anstatt auch mal 'einen Schritt zurück' zu wagen? Was davon ist mutiger?

Aber vllt. bin ich auch nur nur vom Glück getroffen: eine bezahlbare Kita, zwei Grosis, die flexibel sind, ein verständnisvoller Arbeitgeber PLUS eine gut genug verdienende Ehepartnerin in Teilzeit-Anstellung, gut ausgebautes soziales Netz, ... Doch glauben Sie ernsthaft, dass dieses Glück ohne Entbehrung und der nötigen Zurückhaltung geschmiedet wurde?

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Meinung geschrieben 04.02.2010 13:48 Uhr von Bornhauser
Seit 2006 bin als Wiedereinstiegerin im Marketing tätig und habe meinen letzten Job durch Reorganisation verloren. Immer wieder musste ich mich rechtfertigen, warum ich als Mutter zweier Kinder berufstätig sei, ich Rabenmutter ;) - ich glaube, in der heutigen Zeit sollte man tolerant gegenüber verschiedenen Lebensmodellen haben. Erfolg hat für jeden einen anderen Stellenwert. Aber es ist wirklich eine Gratwanderung. Berufstätige Mütter arbeiten bis zum Umfallen, schliesslich macht sich der Haushalt nicht von alleine und im Geschäft muss man den Kopf bei der Sache haben, egal, was mit den Kindern in der Kita oder Kindgsi gerade abgeht...Dennoch möchte ich es nicht anders haben...ich liebe die Herausforderung des Lebens und möchte mich nicht komplett für die Kinder aufopfern und wenn die Kids dann gross sind, sich fragen müssen, was man jetzt machen soll...

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Meinung geschrieben 20.07.2011 18:46 Uhr von Rita
Als ich mit 37 Mutter wurde, hatte ich eine 14 jährige internationale Karriere als Ingenieurin hinter mir und nicht vor mit einem Kind dieses Leben ganz aufzugeben. Also stieg ich, als mein Kleiner 4 Monate alt war, wieder zu 60% im Beruf ein. So konnte ich 4 Tage die Woche beim Kleinen sein und er verbrachte 3 Tage die Woche in der Krippe. Ein Teilzeitjob rentierte sich für meinen Mann nicht, da ich als Ingenieurin nur einen schlechter bezahlten Ingenieurs-Job für diese 60% fand und nicht mehr im Consulting arbeiten konnte (aber immerhin in meinem studierten Beruf, was keine Selbstverständlichkeit ist!). Viele exzellent ausgebildete Mütter mit hervorragenden akademischen Abschlüssen, Auslandserfahrung und Führungserfahrung (auch in Grosskonzernen) sind arbeitslos, weil sie ein Kind bekommen haben. Die Aussage der Personaler, dass sie Teilzeitmütter unterstützen sind oft nur Lügen, die auf Personalbroschüren gut aussehen, aber in der Realität kaum umgesetzt werden.

Unter Schweizer Müttern ist es schade, dass arbeitende Frauen immer noch das Stigma der Rabenmutter haben. Aber dazu nur soviel: Nur Menschen, die sonst nichts im Leben haben, für das es sich zu kämpfen lohnt, fixieren sich total auf ihr Kind und zeigen neidisch mit dem Finger auf Frauen, die einen erweiterten Horizont und weitere Möglichkeiten haben. Ob jemand Vollzeit Mutter ist oder nicht, sollte jeder selbst überlassen sein. Die Rabenmutter-Neiderei entlarvt nur die Neiderinnen, die selbst in ihrem Leben versagt haben und sich an ihre Mutterrolle klammern und dadurch ihre einzige Selbstbestätigung erfahren.

Ich bin lieber asiatisch-strenge Tiger-Rabenmutter als ein dämliches KlatschundTratschmami, das sich nur über Windeln und Esoterik unterhalten kann. Schon meine Mutter (Juristin) und meine Oma (Professorin) haben immer in akademischen Berufen gearbeitet, was vielen Schweizerinnen sehr seltsam vorkommt, da hierzulande noch soziale Normen der 50er Jahre (Hausfrau/Mutter oder Berufsfrau) dominieren und sich auch in 100 Jahren nicht viel daran ändern wird.

Arbeitenden gut qualifizierten Frauen empfehle ich, ihren eigenen Weg zu gehen, sich gleichgesinnte Frauen zu suchen und statt über vergossene Milch zu weinen, zusammen Lösungen anzupacken. Natürlich ist es schockierend als Abteilungsleiterin, die ehemals für ein Team von 30 Leuten und ein zweistelliges Millionenbudget verantwortlich war, gefeuert zu werden, weil man sich für ein zweites Kind entschieden hat. Aber das Leben geht weiter.

Die Selbständigkeit ist eine Lösung, wenn sie denn ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Oft ist die Selbständigkeit jedoch aber nur ein Alibi, damit man nicht sagen muss, man sei "Nur Mutter", was wiederum den Ruf der ernsthaft selbständig erwerbenden Frauen beschädigt. Egal was man tut, man sollte dazu stehen können. Ob nun Vollzeit-Mama oder Karrieremutter.

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Meinung geschrieben 13.02.2012 10:59 Uhr von FamFemme
Als ich nach meinem ersten Kind wieder in den Beruf einstieg, musste ich als erstes jemanden finden, der sich um Haus und Garten kümmert (www.gebaeudereinigung.net), denn sonst hätte ich die Dreifachbelastung "Familie-Leben-Arbeiten" nicht unter einen Hut bringen können. Ohne diese Entlastung hätte ich auf das Bisschen Privatleben, dass ich noch hatte, vollkommen verzichten müssen.

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Frage geschrieben 14.02.2012 22:09 Uhr von tolu
Gibt es auch Mütter wie ich welche grosse Probleme haben einen Teilzeitjob zu finden?
Ich bin Mutter von zwei Kindern und suche seit der Geburt meines erstes Kindes eine Teilzeitstelle in der Zentralschweiz. Bis jetzt hatte ich nur Absagen und langsam empfinde ich dies als ziemlich erniedrigend.
Vor der Geburt meiner Kinder arbeitete ich im Kanton als kaufmännische Sachbearbeiterin. Mir wurde gesagt, dass ich doch mitteilen soll wieviel und wann ich wieder zurückkommen könnte. Als ich dann das Gespräch mit meinem Vorgesetzten gesucht habe, hat er mir mitgeteilt, dass einen Wiedereinstieg nur zu 100% möglich wäre. Super!!!
Obwohl ich bei meinen Bewerbungen erwähne, dass die Kinderbetreuung familienintern geregelt ist, hab ich bis heute keine Chance bekommen.
Rein psychisch brauche ich den Ausgleich zwischen Familie und Job.
Kann mir da jemand einen Tip geben bevor ich komplett die Hoffnung verliere je wieder eine Stelle zu finden?

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Meinung geschrieben 10.05.2012 14:58 Uhr von Anna
Auch ich musste die bittere Erfahrung machen, dass man als Mami mit einem guten Job nicht mehr erwünscht ist und ein Teizeitpensum ab einer gewissen Kader Position in der Schweiz allgemein fast unmöglich ist. Ich habe gute Qualifikation mit grosser Berufserfahrung und arbeitete immer 100%. Ich wurde ein spätes Mami. (von meinem Arbeitgeber mit meinem alter 35+ wohl nicht mehr erwartet. )Vor der Schwangerschaft war alles bestens. 2 Wochen nach der Geburt teilte man mir per Telefon mit, dass man mich in ein neues Tätigkeitsgebiet nach der Mutterschaft versetzen werde, plus neu bekam ich die ganze Schweiz als Gebiet zu betreuen. ( vor der Geburt hatte ich nur ein Teil. Als ich nach der Mutterschaft zurück kam 100% ( da ein Teizeitpensum für den Arbeitgeber nicht in Frage kam), begann bereits in der ersten Woche Mobbing und ein \"Horror Trip\" Hürdenlauf begann während mehrere Monaten. Ich versuchte mich nicht runter zu kriegen und kämpfte bis zur Erschöpfung. Anschliessend wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.

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