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Mundart im Kindergarten!

 
Meinung geschrieben 23.03.2011 17:54 Uhr von Familienleben

Mundart im Kindergarten! Statt selbstbewusst zum Schweizerdeutschen zu stehen, lassen wir uns von wohltönenden Worten wie Toleranz und Chancengleichheit täuschen, findet SVP-Politikerin Silvia Blocher. In ihrer Kolumne schreibt sie, dass wir darauf bestehen sollten, im Kindergarten statt hochdeutsch Mundart zu sprechen.



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Meinung geschrieben 23.03.2011 17:54 Uhr von Nicole Lauener
S'Oschterhäsli gumpt auch ohne Mundartinitative- Im Kindergarten soll weiterhin das kulturelle Erbe der Mundart gepflegt und gleichzeitig die Verständigung in der Standardsprache geübt werden dürfen. Die Initiative “ja zur Mundart” will jedoch während den ersten zwei Kindergartenjahren die Kinder ausschliesslich auf Mundart unterrichten. Ich finde, dass dies faktisch einem Lernverbot für Kinder gleichkommt und zudem eine wichtige Voraussetzung für die Integration und Förderung fremdsprachiger Kinder – nämlich das Erlernen der Standartsprache behindert.

Seit diesem Schuljahr kann laut Lehrplan des Bildungsrates immer noch während rund zwei Dritteln des Kindergarten-Unterrichts die Mundart als Unterrichtssprache verwendet werden. Es bleibt meiner Meinung nach noch genügend Raum und Zeit für all die Versli und Sprüchli, die unsere Sprache ausmachen, welche Heimat und Identität vermitteln. Ich habe bis jetzt bei meinen beiden Jungs – der Jüngere wird im Sommer den Schritt in die Schule machen – keine Verarmung der Mundartsprache nach dem Kindergartenbesuch festgestellt. Im Gegenteil: sie sind stolz, dass sie sich mit den Kindern unserer deutschen Freunde und Bekannten problemlos unterhalten können. Sie haben festgestellt, dass das Erlernen einer Fremdsprache bereits in ihrem Alter im Alltag nur positive Aspekte hat und ihr Selbstwert gestärkt wird. Der Übertritt in die Primarschule wird erleichtert, weil neben all dem Neuen wenigstens die Unterrichtssprache bekannt ist.

Die Forderung der Initianten geht zu weit und ist für mich ein pädagogischer Schritt in die Vergangenheit. Der Regierungs- und Kantonsrat lehnen die Initiative, welche am 15. Mai 2011 zur Abstimmung gelangt, denn auch deutlich ab.

Im übrigen ist es doch so, dass primär wir Eltern aufgefordert sind, unsere sprachlichen Traditionen mit unseren Kindern zu pflegen, zu erhalten und zu erweitern. Und zwar unabhängig davon, wieviel Mundart im Kindergarten und auch später in der Schule gesprochen wird

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