Ist der Kinderspielplatz um die Ecke wirklich sicher?

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Die Sonne scheint – der Spielplatz lockt. Hier können sich Kinder herrlich austoben, hier dürfen sie laut sein und ungeniert matschen. Damit Kinder richtig viel Spielplatz-Spass haben, sollten Eltern auf einige wichtige Sicherheits-Aspekte achten.

Wenn nötige Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind, können Kinder nach Lust und Laune Herumtollen.

Wenn Eltern den Spielplatz im Voraus checken und Sicherheitsregeln mit ihren Kindern besprechen, steht dem fröhlichen Herumtollen nichts mehr im Weg. Foto: KatarinaGondova, iStock, Thinkstock. 

Kinder sollen sich auf dem Kinderspielplatz richtig austoben können. Rennen, klettern, schaukeln nach Herzenslust – all das ist auf dem Kinderspielplatz möglich, wenn er sicher ist. Doch immer wieder kommt es zu Unfällen. «Jährlich verletzen sich in der Schweiz über 9.300 Kinder bis 16 Jahre auf privaten und öffentlichen Spielplätzen. Die meisten Unfälle stehen im Zusammenhang mit Spielplatzobjekten, zum Beispiel Rutschbahnen, Brettschaukeln, Klettertürme und Wippschaukeln, oder mit dem Bodenbelag», meldet die Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu). Denn nicht jeder Spielplatz erfüllt die Sicherheitsstandards.

Kinderspielplatz: Kritischer Blick lohnt sich

Manche Schwachstellen drängen sich von selbst auf. Glasscherben, die verstreut am Boden liegen, und Abfall, der aus den Körben quillt, sprechen nicht für einen gepflegten Spielplatz. Wer auf dem Kinderspielplatz genau hinsieht, kann leicht Gefahrenpunkte erkennen.

Kinderspielplatz-Check

Der Kinderspielplatz sollte:

  • einen sicheren Zugang haben: Der Ein- und Ausgang des Spielplatzes sollte nicht direkt an einer Hauptverkehrsstrasse liegen.
  • klar von der Strasse abgegrenzt sein: Kinder müssen erkennen können, wo das Spielareal aufhört. Zäune oder Sträucher müssen daher den Kinderspielplatz von der Strasse abschirmen.
  • frei von Giftpflanzen sein: Giftpflanzen wie Oleander, Efeu, Maiglöckchen haben auf einem Kinderspielplatz nichts zu suchen. Zu gross ist die Gefahr, dass Kinder von Beeren und anderen Pflanzenteilen naschen. Die Folgen können von Übelkeit und Kopfschmerzen bis hin zu Herz-Rhythmus-Störungen reichen.
  • einen sauberen Sandkasten haben: Abfall, Scherben oder Hundekot im Sandkasten? Wer sein Kind vor Vergiftungen und Verletzungen schützen will, lässt es lieber auf einem anderen Kinderspielplatz Sandkuchen backen.
  • weichen Boden um die Spielgeräte herum haben: Kinder wollen und sollen ihre Kräfte, ihren Mut und ihr Geschick auf dem Kinderspielplatz ausprobieren. Grenzen erfahren sie, wenn auch mal was schief geht. Wenn Kinder von einem Spielgerät fallen oder abrutschen, sollte sie aber ein möglichst weicher Boden wie Sand oder Mulch auffangen.

 

Sichere Spielgeräte auf dem Kinderspielplatz

Welchen Eindruck machen die Spielgeräte? Wichtig ist, dass sie fest im dem Boden verankert sind. Fäulnis und Rost können die Stabilität beeinträchtigen. Spieltürme, Schaukeln und Gigampfi dürfen weder eckig noch kantig sein, damit Kinder sich an ihnen nicht kratzen und schneiden können. Aus dem gleichen Grund dürfen Schrauben und Metallteile nicht hervorstehen. Viele Geräte auf dem Kinderspielplatz sind aus Kunststoff. Ältere Kunststoffteile sind allerdings manchmal rissig. Wer mit blanken Beinen über solche Risse rutscht, kann sich die Haut aufreissen. Das Kind schaukelt gern? Dann sollte der Sitz einen stabilen Eindruck machen; die Kettenglieder müssen sicher ineinander greifen.

Gefahren melden

Wer Schwachstellen und Gefahren auf einem Kinderspielplatz erkennt, sollte sie melden. Denn wichtig ist, dass die Geräte schnell repariert und instand gesetzt werden. «Nehmen Sie bei mangelhaften Spielplätzen Kontakt mit dem Eigentümer der Anlage auf und suchen Sie gemeinsam nach Lösungen», rät die bfu. «Falls keine Lösung gefunden werden kann, steht Ihnen der bfu-Sicherheitsdelegierte der Gemeinde zur Verfügung.»

Sicherheitsregeln auf dem Spielplatz

Macht der Kinderspielplatz einen guten Eindruck, dürfen sich Kinder hier nach Herzenslust austoben. Schnüre, Schlüsselbänder, die um den Hals hängen, müssen sie allerdings erst ablegen. Auch Fahrradhelme gehören beim Klettern nicht auf den Kopf. Zu gross ist die Gefahr, hängen zu bleiben und erdrosselt zu werden.

Was das Kind wissen sollte

Wird das Kind älter, sollte es die wichtigen Sicherheitsregeln kennen:

  • Ich kündige an, wann ich von dem Gigampfi steige.
  • Ich rutsche erst, wenn die Rutsche unten frei ist.
  • Ich rutsche niemals mit dem Kopf nach unten.
  • Wenn ich gerutscht bin, mache ich schnell Platz.
  • Beim Schaukeln halte ich mich mit beiden Händen fest.
  • Ich mache immer einen grossen Bogen um die Schaukeln, damit ich nicht in eine schwingende Schaukel hinein laufe.

So macht das Spielen Spass

«Mia, nein, da gehst du nicht rauf, das ist zu gefährlich», «Warum willst Du denn dauernd rutschen? Kletter doch mal auf den Turm!» Wer Kindern ständig Grenzen setzt oder sie immerzu fordert, verdirbt ihnen den Spass am Kinderspielplatz. Eltern dürfen ihre Kinder ruhig selbst ausprobieren lassen, was sie können und was nicht, und sie dort spielen lassen, wo sie sich wohl fühlen. Spielgeräte sind in der Regel so konstruiert, dass sie sich nur von Kindern erobern lassen, die alt, gross und geschickt genug sind, mit ihnen umzugehen. Ist das Kind zum Beispiel noch zu klein für die Rutsche, wird es in der Regel die Leiter noch nicht allein hochklettern können. Auch der hohe Kletterturm macht es mit seiner Kletterwand jüngeren Kindern schwer, überhaupt erst auf die erste Plattform zu kommen. Und Schaukeln sind meist so hoch, dass Kinder, die sich möglicherweise noch nicht zuverlässig festhalten können, nicht alleine hoch kommen.

Kinderspielplatz: Haftung ausgeschlossen?

Tafeln mit dem Hinweis, dass die Haftung für Unfälle auf dem Spielplatz abgelehnt wird, lassen sich auf manchem Kinderspielplatz finden. Doch es gilt der Grundsatz, dass niemand einseitig gegenüber unbestimmten Dritten erklären kann, nicht haften zu wollen. Die bfu: «Solche Tafeln sind für den Spielplatzverantwortlichen insbesondere kein Freibrief für Unsorgfalt bei der Erstellung und / oder beim Unterhalt des Spielplatzes.»

Autor: Sigrid Schulze im August 2016
 

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