Jugend-Sport: Regelmässige Bewegung in der Pubertät tut gut

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Wer in der Jugend Sport treibt, beeinflusst die Gesundheit positiv – auf psychischer und physischer Ebene. Sport dient als Ventil und stärkt das Körperbewusstsein. Eltern können Jugendliche darin unterstützen, Freude an der Bewegung zu finden.

Sport ist in der Pubertät ein gutes Ventil

Sport in der Pubertät macht Spass und steigert das Wohlbefinden der Jugendlichen. Foto: Goodshoot, Thinkstock

In der Pubertät ist vieles plötzlich anders: Die Hormone spielen verrückt, der Körper verändert sich und Konflikte mit den Eltern werden häufiger. Neben Schule und Ausbildung werden Freunde immer wichtiger. Und Sport kommt dann oft zu kurz. Dabei ist gerade in der Jugend Sport extrem wichtig. «In der Pubertät spielt der Sport eine wichtige Rolle bei der Emotionskontrolle und dem Stressabbau», sagt der Sportpsychologe Philippe Müller von die-sportpsychologen.ch. «Sportliche Aktivität führt oft zu einer positiven Stimmungsveränderung direkt nach dem Sport.» Ausserdem verbessert Sport Fitness, Kraft und Ausdauer.

Sportliche Jugendliche bleiben häufiger Nichtraucher

Auch längerfristig profitieren aktive Jugendliche. Speziell in dieser Altersgrupe hat man festgestellt, dass regelmässiges Sporttreiben das Risiko für spätere Herz-Kreislauf-Krankheiten senkt. Zudem fördert Bewegung das Knochenwachstum und steigert die Knochendichte und kann so Osteoporose im Alter vorbeugen.

Sport ist ebenfalls gut für die Psyche: Sport macht Spass und bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszutoben und Frust auf diese Weise rauszulassen. Entscheiden sich Jugendliche für einen Mannschaftssport, kommt ein weiterer Aspekt hinzu: «Der Sport fördert soziale Kompetenzen und den Kontakt mit Gleichaltrigen sowie den Umgang mit Erfolg und Niederlagen», sagt der Sportpsychologe Müller. Wer sich regelmässig bewegt, fühlt sich ausserdem wohler in seinem Körper. «Sporttreibende Jugendliche sind tendenziell zufriedener mit ihrem Körper und ihrem Aussehen als Nicht-Sporttreibende.»

Zudem gibt es Studien, die zeigen, dass sporttreibende Jugendliche häufiger Nichtraucher bleiben. «Somit kann eine präventive Wirkung des Sports auf Suchtmittel vermutet werden», sagt Müller. Andere Forschungen ergaben, dass sportlich aktive Kinder tendenziell bessere Leistungen in der Schule aufweisen. Eine gute Möglichkeit, eine neue Sportart kennen zu lernen, bietet das Förderprogramm des Bundesamtes für Sport (Baspo) an: Bei Jugend + Sport können Jugendliche über 70 Sportarten und Disziplinen zu günstigen Konditionen erlernen.

Vorbildfunktion ist wichtig

Ob Jugendliche Sport treiben, hängt von vielen Faktoren ab. Einerseits muss ein Angebot vorhanden sein, zum Beispiel ein Fussballverein im Dorf. Einen grossen Einfluss hat andererseits auch die Einstellung der Eltern zum Sport. «Es spielt eine zentrale Rolle, wie wichtig ihnen selbst Sport ist und wie sehr sie ihre Kinder darin unterstützen, wenn es um die Umsetzung sportlicher Aktivitäten geht», erklärt Müller.

Für welchen Sport sich Jugendliche dabei entscheiden, ist sekundär. Viel bedeutender ist es, dass Jugendliche überhaupt Sport machen und etwas wählen, das ihnen lange Freude macht. Manche bevorzugen eine Aktivität im Team wie Fussball, Basketball oder Volleyball, während andere lieber alleine sind und zum Beispiel Joggen oder Rennradfahren. Auch Kampfsport kann eine gute Wahl sein: «Diese Sportarten werden in der Öffentlichkeit zwar oft als problematisch erachtet. Dabei lernt man gerade dort sehr gut, die Emotionen zu kontrollieren», sagt Sportpsychologe Müller. Wählen die Jugendlichen einen Sport, bei der eine Trainerin oder ein Trainer involviert ist, lohnt es sich für Eltern, sich persönlich mit ihnen zu treffen, um sich ein Bild von der Betreuungsperson zu machen. Denn diese ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, sportliche und menschliche Werte zu vermitteln.

Wie viel Bewegung soll es sein?

Ein universelles Rezept, Jugendliche zum Sport zu motivieren, gibt es leider nicht. «Frühe Bewegungserfahrung kann ein Weg sein», sagt Müller. «Das soll aber nicht heissen, dass ein Kind von klein auf professionell trainieren muss. Es genügt, dass Bewegung und körperliche Aktivität als selbstverständlich erachtet wird.»

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt allen Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren eine Stunde moderate Bewegung pro Tag. In der Realität wird aber weniger Sport getrieben. Durch Computer, Spielkonsolen und den Smartphones gibt es immer mehr Alternativen, die Freizeit zu gestalten. «Dass diese aber alleinig für den Rückgang der sportlichen Aktivität verantwortlich sind, sehe ich nicht so», sagt Sportpsychologe Müller. Denn: «Es gibt immer weniger Möglichkeiten zum Spielen. Grosse Rasenflächen zum Bewegen sind in den Städten selten geworden. Auch auf Quartierstrassen kann durch den zunehmenden Verkehr nicht mehr gespielt werden.»

Eltern tun also gut daran, ihren Kindern früh viel Bewegung zu ermöglichen – ohne Druck und spielerisch. So ist die Chance, dass sie auch während der Pubertät dem Sport treu bleiben, umso grösser.

Autor: Michelle Willi im August 2016

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