Balkongärtnern: Nichts schmeckt feiner als selbst gezogenes Gemüse

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Orangen aus Spanien, Bananen aus Brasilien und Tomaten das ganze Jahr: Angesichts der Angebote im Supermarkt wissen heute viele Kinder nicht, zu welcher Jahreszeit heimische Produkte wachsen und was sie brauchen, um zu gedeihen. Das lässt sich durch Balkongärtnern leicht ändern. Wer die richtigen Samen sät, kann später viele Früchte ernten.

Balkongärtnern: So bringen Sie Ihren Kindern die Natur nahe

Pflanzen sollten für den Balkongarten geeignet sein, also auf kleinem Raum wachsen können. Foto: Cottonfioc, iStock, Thinkstock

Sie wollen mit Ihren Kindern Gemüse und Obst anbauen, haben aber keinen Garten? Kein Problem! Menschen, die sich dem Phänomen «Urban gardening» verschrieben, haben längst bewiesen, dass viele Pflanzen auch auf kleinstem Raum gedeihen. Gemüse und Obst wachsen hervorragend auf dem Balkon in Kästen und Kübeln – im Pflanzenregal, auf einer alten Trittleiter, am Balkongeländer oder in Hänge-Ampeln. Selbst ohne Balkon lässt sich auf der Fensterbank innen und aussen gärtnern.

Der Anbau in oder an der Wohnung hat gegenüber dem Garten sogar einige Vorteile: Schädlinge wie zum Beispiel Schnecken haben weniger Chancen, die Ernte vorschnell zu vernaschen. Durch die besondere Nähe zu den Pflanzen lassen sich diese darüber hinaus leichter beobachten und leichter pflegen.

Balkongärtnern: Klein anfangen!

Immer mehr Menschen träumen vom «Urban gardening» im grossen Stil, wollen sich möglichst selbst versorgen. Doch weniger ist oft mehr! Sinnvoll ist es, langsam mit dem «Urban gardening» und Balkongärtnern zu beginnen und schrittweise Erfahrungen zu sammeln. Je kleiner der Anbau, desto geringer der Schaden, wenn Fehler beim Anbau oder bei der Pflege der Pflanzen die Ernte vermasseln. Sind dagegen die Pflanzen gut gewachsen und haben die Früchte allen geschmeckt, kann im nächsten Jahr die Menge leicht vervielfacht werden.

Ausrüstung fürs Balkongärtnern

Kübel, Töpfe, Untersetzer
Wer für Kübel und Töpfe kein Geld ausgeben möchte, baut den Pflücksalat in Tetrapacks, Erdbeeren in Gummistiefeln und zieht kleine Pflänzchen aus Toilettenrollen. Sinnvoll ist es, Verpackungen aller Art wie Plastikschachteln, Mandarinenkisten oder Körbe zu sammeln. Wichtig ist, darauf zu achten, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann. Untersetzer fangen es auf.

Kies und Erde
Wer zuerst eine Schicht Feinkies in den Topf schüttet, verhindert, dass die Erde die Wasserabzugslöcher verstopft. Auf den Kies folgt dann die Erde.

Kompost
Auch ein Balkon- oder Fensterbankgarten braucht ein wenig Dünger, der sich im Frühling und Sommer leicht selbst herstellen lässt. In einer Kiste mit zerrissenem Zeitungspapier oder Gartenerde dürfen rote Kompostwürmer einmal pro Woche Gemüseabfälle futtern. Nach zwei bis drei Monaten ist der Kompost fertig!

Samen
Bio-Samen werden umweltschonend hergestellt, sind optimal an das Schweizer Klima angepasst und bestechen durch hohe Qualität. Ausserdem lassen sich – anders als bei den meisten herkömmlichen Samen – im Herbst aus den herangewachsenen Pflanzen wieder neue Samen gewinnen. Hier lassen sich Bio-Samen beziehen.
Die Samentütchen enthalten alle wichtigen Informationen zum Anbau. So lässt sich lesen, zu welcher Zeit die Saat erfolgen soll, wie tief und in welchen Abständen gesät werden soll und wie viel Sonne die Pflanze verträgt bzw. benötigt.

Giesskannen
Pflanzen brauchen zum Wachsen Erde, Licht und Wasser! Wichtig ist, die Erde immer gut feucht zu halten, ohne sie zu verwässern. Mit zwei unterschiedlich grossen Giesskannen für kleine und grosse Pflanzen lässt sich das Wasser gut dosieren. Brausevorsatz nicht vergessen!

Ausserdem
Gartenschere, Handschaufel, Schnur und Rankhilfen.

Pflanzen, die sich für das Urban gardening eignen

«Was will ich anpflanzen?» fragen sich viele Eltern zu Beginn der Balkongärtnerei. Pflanzen sollten für den Balkongarten geeignet sein, also auf kleinem Raum wachsen können. Dazu gehören zum Beispiel Brombeeren, Himbeeren und Erdbeeren, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Kresse, Möhren und Porree, Radieschen, Salat, Tomaten und Kräuter. Hier erfahren Sie, was Sie bei den Balkonpflanzen beachten müssen und wie viel Sonne die jeweiligen Pflanzen brauchen.

Natürlich sollten die Kinder die Früchte auch mögen – schliesslich ist die Freude auf die Ernte die beste Motivation zum Balkongärtnern! Später lassen sich dann auch mal Gemüse-, Kräuter- und Obstsorten ausprobieren, die Kinder bislang ablehnen. Vielleicht machen sie dann die Erfahrung, dass frisch geerntete Früchte viel besser schmecken als ihre Verwandten aus dem Supermarkt. Übrigens, Erbsen direkt aus der Schote sind zuckersüss!

Kraftquelle Sprossen

Viele Pflanzen müssen gar nicht lange wachsen, um schmackhaft und gesund zu sein. Knackige Sprossen, Samen, die gerade erst begonnen haben zu keimen, schmecken herrlich nussig auf Broten und in Salaten.

Das brauchen Sie
Samen von Sonnenblumen, grünen Erbsen, Brokkoli, Linsen, Roter Bete, auch Kresse, Rauke oder Bockshornklee.
Eine flache Schale (zum Beispiel eine leere Margarine-Schachtel mit Löchern, Deckel als Untersetzer darunter)
Küchenpapier

So geht es
Legen Sie in eine flache Schale einige Lagen Küchenpapier, die Sie gut mit Wasser tränken. Sicher macht es Ihrem Kind Spass, die Samen darauf zu verteilen. Stellen Sie die Schale an einem sonnigen Platz auf der Fensterbank auf und halten sie das Küchenpapier stets feucht. Schon bald beginnen die Sprossen zu keimen. Guten Appetit!

Pflanzen für das Balkongärtnern vermehren

Samen gewinnen
Jedes Jahr neue Samen kaufen? Das muss nicht sein. Gute Samen wachsen ganz umsonst heran, vorausgesetzt, sie stammen aus dem Bio-Handel. Pflanzen aus herkömmlichen Hybrid-Samen lassen sich nicht vermehren. Wichtig ist, nur von gesunden und kräftigen Pflanzen Samen zu ziehen. Sie sollten möglichst lange an der Pflanze ausgereift sein. Sobald sich die Samenhülle öffnet, gilt es, die Samenstände abzuschneiden, die dann auf einer mit Küchenpapier ausgelegten Schachtel vollständig austrocknen können. Möchten die Kinder die Samen vorsichtig heraus bröseln? Die Samen lassen sich in Schraubgläsern oder Tüten bis zum nächsten Frühjahr aufheben. Nicht vergessen, auf den Verpackungen den Inhalt zu notieren!

Weitere Informationen zur Samengewinnung finden Sie bei unserer Partnerplattform Nachhaltigleben.
 

Stecklinge
Viele Pflanzen wie Minze, Basilikum, Lavendel, Thymian und Rosmarin lassen sich leicht durch Stecklinge vermehren. Einfach mit der Schere den Stängel dicht unterhalb eines Blattansatzes abschneiden, untere Blätter abstreifen und den Steckling in ein Glas Wasser stellen. Schon bald wachsen Wurzeln.

Zwiebeln
Pflanzenzwiebeln wachsen in der Erde heran. Sie lassen sich im Herbst ausgraben und sollten kühl, luftig und trocken gelagert werden.

Und im Winter?

Der Kübelgarten soll auch im Winter nicht kahl aussehen? Die Kübel lassen sich mit einigen frostverträgliche Sorten füllen. Dazu gehören unter anderem Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi, Mangold, Radieschen, Rauke, Steckrüben, Wintersalate und Zwiebeln.

Buchtipp

Spass im Garten

 

Spass im Garten – Pflanzen, Basteln, Kochen

Für coole Pflanzenprojekte brauchen Sie nicht unbedingt einen Garten. Auf dem Balkon lassen sich einfache Projekte verwirklichen und dieses Buch zeigt Ihnen wie. Ob Sonnenblumen mit einem Lach-Gesicht oder ein Pizzagarten mit italienischen Kräutern, diese Ideen tragen bald die ersten Blätter. Das Buch eignet sich auch für Eltern, die keinen grünen Daumen haben, ihren Kindern aber zeigen wollen, wie Pflanzen wachsen und was man so alles mit Töpfen und Erde anstellen kann.

 

Eine weitere Möglichkeit um eigenes Gemüse zu ziehen

Familienleben Logo

Sackgsund - Garten im Taschenformat

Unabhängig von Raum und Boden können in den Gemüse-Säcken nach Lust und Laune Gemüse und Kräuter gezogen und frisch geerntet werden: Vom Sack direkt auf den Tisch lautet das Motto! «Sackgsund» ist ein Projekt innovativer Schweizer Gärtnereien.

Foto: JardinSuisse

Autor: Sigrid Schulze
 

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