Homeschooling und dennoch soziale Kontakte knüpfen

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Homeschooling und soziale Kontakte

Auch mit Homeschooling ist es möglich Kinder in ein soziales Umfeld zu integrieren. Bild: BananaStock-Thinkstock

Am Nachmittag im Sportverein

Zwar wird der Morgen weitestgehend auf sich selbst gestellt bestritten, doch einsam sind die Bott-Kinder nicht. Soziale Kontakte zu Gleichaltrigen haben sie zum Beispiel im Fach Französisch, das ihnen und anderen Home-Schülern eine Lehrerin in ihrer Freizeit beibringt. Darüber hinaus nimmt Manuel am Englisch-Unterricht einer befreundeten Familie teil – im Austausch kommt deren Sohn zu Familie Bott in den Deutsch-Unterricht.

 

Am frühen Nachmittag lernen die Kinder meist noch selbstständig an ihren schulischen Aufgaben. Gegen den Abend dann sind Manuel und Judith gern unterwegs. Beide Kinder sind in Sportvereinen aktiv. Manuel geht drei Mal in der Woche schwimmen, ein Mal turnen. Ausserdem lernt er Hackbrett spielen, ein Saiteninstrument, das zu den Kastenzithern gezählt wird. Judith trifft sich gern mit Freundinnen, die ebenfalls zu Hause unterrichtet werden. Dass sie dafür längere Fahrten mit der Bahn unternehmen muss, stört sie nicht. Sie geniesst auch die Ausflüge, die vom Verein «Bildung zu Hause Schweiz » für die Home-Schüler organisiert werden: zum Beispiel in die Käserei, in die Schoggi-Fabrik, an den Sporttag.

«Homeschooling sorgt für effektives Lernen»

Für Regula Bott liegen die Vorteile des Homeschoolings auf der Hand: «Zu Hause lernen Kinder schneller und besser», sagt sie. «Sie können stärker mitbestimmen, wo die Schwerpunkte des Lernens liegen.» Zusammenhänge, die längst begriffen wurden, müssen nicht – wie in der Schule – zugunsten anderer Schüler noch einmal durchgepaukt werden. Insgesamt ergibt das für die Kinder mehr Freizeit. Klar, dass Kinder, die zu Hause lernen, mehr Gelegenheit haben, sich an ihren Eltern zu reiben. Doch Angst vor Auseinandersetzungen hat Regula Bott nicht. «Erziehen muss man die Kinder sowieso selber», sagt sie.

Der Erfolg gibt ihr Recht. Priska hat mit sehr guten Ergebnissen die Stellwerkstests, computerbasierte Tests in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch, in der Mitte der achten Klasse und Ende der neunten Klasse geschafft. Derzeit macht sie eine Ausbildung als Köchin. Regula Bott ist überzeugt: «Homeschooling können alle Eltern machen, die sich Zeit nehmen wollen und diese in die Bildung der eigenen Kinder investieren möchten.» Eltern mit akademischem Hintergrund unterrichten ihre Kinder dabei meist ein wenig anders als bildungsferne Eltern. «Wichtig beim Homeschooling ist aber bei allen Eltern, dass sie es immer wieder schaffen, ihren eigenen Kindern die Freude am Lernen weiter zu geben.»

Dennoch schaut sie keineswegs einseitig nur auf die positiven Effekte des Homeschoolings. «Ein Nachteil vom Homeschooling in der Schweiz ist sicher die etwas aufwändige Suche nach sozialen Kontakten», sagt sie. «Dies läuft in der öffentlichen Schule wohl meist etwas unkomplizierter ab, sofern dort jedenfalls kein Mobbing stattfindet.» Ihr Resümee: «Alles hat seine Vor- und Nachteile. Auch die öffentliche Schule leistet wertvolle Bildungsarbeit.»

Weiterführende Informationen zum Homeschooling in der Schweiz

Der Verein «Bildung zu Hause Schweiz» unterstützt u.a. Eltern und Kinder, die die Ziele der obligatorischen Schule selbständig, d.h. unabhängig von staatlichen oder privaten Institutionen realisieren: www.bildungzuhause.ch

 

Autor: Sigrid Schulze

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Zwei Kinder lesen mit dem Licht des Lautsprechers von Daqiconcept

Ein Vogel, der leuchtet und Musik zwitschert: Das ist «Jingoo». »

 

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