Noch immer ist Bettnässen ein grosses Tabuthema. Nicht nur Kinder und Teenager schämen sich dafür, auch Eltern reden nur ungern über das Problem ihres Kindes und wissen oft nicht wie man die Inkontinenz behandeln kann.
Viele Kinder schämen sich dafür, dass sie nachts ins Bett machen.
Etwa zehn Prozent der Siebenjährigen, fünf Prozent der Zehnjährigen und sogar ein Prozent der Erwachsenen sind nach Angaben der Schweizer «Interessengemeinschaft Bettnässen» davon betroffen.
Martina* ist 16 Jahre alt und noch immer passiert es, dass sie nachts ins Bett macht. Sportferien und Ferienlager kommen für sie nicht in Frage. Denn es wäre ihr peinlich, wenn andere von ihrem Problem erfahren würden. Auch ihre Eltern trauen sich nicht über Martinas Bettnässen zu erzählen. Sie glauben, psychische Probleme seien die Ursache. Schweigen aber alle, kann Martina nicht geholfen werden. Wenn «Bettnässen aus falscher Scham nicht behandelt wird, können sich Folgeschäden einstellen», so die «IG Bettnässen» auf ihrer Webseite. Folgeschäden sind zum Beispiel psychische Probleme wie Versagensangst.
In der Schweiz sind rund 80’000 Kinder und Erwachsene vom Einnässen betroffen. Im Alter zwischen fünf und zehn Jahren ist es laut «IG Bettnässen» sogar etwa jedes zehnte Schweizer Kind. Zu 60 Prozent leiden Jungen daran. Damit ist Bettnässen eine der häufigsten Störungen im Kindesalter. Man spricht von Bettnässen, wenn Kinder ab fünf Jahren mindestens zweimal im Monat nachts noch ins Bett machen. Normalerweise lernt ein Kind ab dem zweiten Lebensjahr seine eigene Blase zu kontrollieren.
- 1. Teil Tabuthema: Bettnässen bei Kindern und Jugendlichen
- 2. Teil Ursachen
- 3. Teil Was können Sie gegen Bettnässen tun?
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