Männer und Teilzeitkarriere: eine Erfolgsgeschichte

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Mario Fischer hat das Abenteuer Teilzeitjob gewagt. Er hat seine Führungsfunktion bei der Post aufgegeben und arbeitet jetzt zu 50 Prozent als Junioren Trainer beim Fussball Club Zürich. Nun neigt sich das Testjahr dem Ende zu und die Bilanz könnte nicht besser sein. Wie Mario Fischers Leben als Teilzeittrainer, Ehemann und Vater zweier Kinder aussieht, erzählte er unserer Reporterin.

Teilzeitkarriere: Immer mehr Männer wünschen sich, reduziert zu arbeiten.

Viele Männer wünschen sich eine Teilzeitkarriere, damit sie mehr Zeit für die Familie haben. Foto: Photodisc, Thinkstock.

Mario Fischer, Teilzeit Juniorentrainer bei den Letzikids, wirkt beim Treffen auf dem Fussballplatz Utogrund in Zürich Albisrieden entspannt. Er trägt schon seine Fussballkleidung für das Training mit den Kindern am Abend. Der Trainingsplatz  ist verlassen, ohne schreiende Kinder in bunten Trikots. Im gut geheizten Fussballclubhäuschen mit den urigen Holztischen und den bunten Pokalen und Trikots an der Wand nimmt er Platz. Mario Fischer hat einen ganzen Nachmittag Zeit für das Gespräch. Kein wichtiges Meeting wartet auf ihn.

Mario Fischer, FCZ Juniorentrainer macht Teilzeitkarriere.Mario Fischer ist 38 Jahre alt und arbeitet zu 50 Prozent als Juniorentrainer beim Fussball Club Zürich. Er ist verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von einem und fünf Jahren. Im Portrait berichtet Mario Fischer über sein Leben als Teilzeittrainer und Vollzeitvater. Mario Fischer ist ein Vorbildmann des Projekts «Teilzeitmann», das vom Bund finanziert wird. Foto: Teilzeitkarriere.com.

 

Teilzeit für Männer: Wunsch und Wirklichkeit sind zwei Paar Schuhe

90 Prozent der Männer wünschen sich, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Das geht aus einer Pro Familia Studie von 2011 hervor. Trotzdem haben sich bisher nur rund 14 Prozent der Männer für eine Teilzeitkarriere entschieden. Einer davon ist Mario Fischer. Der 38-jährige Aargauer hat seit knapp einem Jahr eine 50-Prozent-Stelle beim FCZ. Jede Woche trainiert der begeisterte Hobbyfussballer die Nachwuchstalente bis 12 Jahre. Seit dem hat er mehr Zeit für seine Kinder, die einjährige Tochter und den fünfjährigen Sohn, die er an zwei Tagen in der Woche allein betreut.

Gelten Männer als halbe Männer, wenn sie nur 50 Prozent arbeiten und zu Hause kochen, bügeln und mit den Kindern auf den Spielplatz gehen? Mario Fischer beantwortet die Frage ganz klar: «Absolut nicht. Ich habe damit nicht zu kämpfen. Sicher auch, weil ich positiv darüber sprechen kann. Ich konnte mein Hobby zu meinen Beruf machen. Viele bewundern es, dass ich das so geschafft habe. Ich habe nie etwas Negatives oder Kritisches gehört.»

Mario Fischer erzählt aber auch, dass er in seinem Freundeskreis keine Männer kenne, die eine Teilzeitkarriere machen. Er fügt hinzu, dass es an der Mentalität der Schweizer Männer liegen könne: «Der Mann arbeitet bis zur Pension, das wird so gemacht und fertig.» Er selber sei da anders. Für ihn stimme dieses Konzept nicht. Er habe sich immer ein wenig umgesehen und geschaut, ob er seine berufliche Situation nicht optimieren könne.

Vielleicht hätten manche Angst vor den finanziellen Einbussen, wenn der Mann nur Teilzeit arbeite. Über das Geld haben sich die Fischers viele Sorgen gemacht – am Anfang. Das Testjahr ist in zwei Monaten vorüber und die Bilanz gut. Mit einem Einkommen von insgesamt 110 Prozent kommt Familie Fischer gut über die Runden, ohne den Gürtel enger schnallen zu müssen.

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