So will ich sterben: Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag

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Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wie Sie sterben wollen? Ob Sie lebensverlängernde Massnahmen gut finden? Wer für Sie im Ernstfall Entscheidungen treffen soll? Prominente und Experten sprachen an einer Pro Senectute Veranstaltung über das Sterben und darüber, warum eine Patientenverfügung eine entscheidende Hilfe für Ärzte und Ihre Lieben ist.  

Wer eine Patientenverfügung hat, legt fest, wie er sterben will.

Möchten Sie in den eigenen vier Wänden sterben? Machen Sie sich schon heute Gedanken über den Tod! Foto: Photodisc, Thinkstock

Über den Tod sprechen wir viel zu selten. Er macht uns Angst. Erst, wenn wir älter werden oder ein schwerer Schicksalsschlag uns ereilt, machen wir uns Gedanken: Was passiert, wenn ich wegen eines Unfalls oder einer Krankheit meinen eigenen Willen nicht mehr äussern kann?

So ging es auch Monika Schärer. Als die Kultur- und Reisemoderatorin 2007 an Brustkrebs erkrankte, bekam das Sterben eine neue Bedeutung. Sie ist jetzt bei der Sterbehilfeorganisation Exit angemeldet, hat ein Testament geschrieben und hat angefangen eine Patientenverfügung auszufüllen. Als Vorbild nimmt sie sich ihren  Grossvater aus Italien, der vor 15 Jahren starb. «Er hat alles präzise vor seinem Tod aufgeschrieben, sogar seinen Lebenslauf, dass wir in der Kirche keinen Seich über ihn erzählen», erklärt sie an einer Veranstaltung der Stiftung Pro Senectute zum Tag des Alters Anfang Oktober.

Podiumsdiskussion an einer Pro Senectute Veranstaltung.

Werner Schärer (Direktor Pro Senectute Schweiz), Monika Schärer (Kultur- und Reisejournalistin), Esther Girsberger (Moderation), Stefan Gubser (Schauspieler), Albert Wettstein (ehemaliger Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich) diskutieren über das Sterben und die Patientenverfügung. Foto: Frederic Meyer, Copyright Pro Senectute Schweiz

«Das Sterben macht mir Angst»

Stefan Gubser, bekannt als Schweizer Tatort-Kommissar, gehört zu denjenigen, der das Thema gern verdrängt. Er hat noch keine Patientenverfügung. «Ich muss mich mit etwas auseinandersetzen, was ich nicht will: dem Sterben», erklärt er seine Zurückhaltung. «Es macht mir Angst.» Doch erst darüber nachzudenken, wenn wir unmittelbar damit konfrontiert sind, kann schon zu spät sein. Albert Wettstein, ehemaliger Chefarzt beim Stadtärztlichen Dienst Zürich, holt aus seinem Portmonee einen kleinen Zettel heraus. Darauf  steht in Englisch, dass er, sollte er sich selbst nicht mehr äussern können, keine lebensverlängernden Massnahmen wünscht. Das ist seine Patientenverfügung, die er immer mit sich trägt. «Eine gute Gelegenheit, eine Patientenverfügung  zu schreiben ist vor einer grossen Reise oder vor einem geplanten Spitalaufenthalt», rät er den Gästen im Saal.

Auch für Stefan Gubser, der mit seinem betagten Vater nicht über das Thema Sterben und Patientenverfügung reden kann, hat er einen Tipp parat. Albert Wettstein schlägt vor, dem Vater folgende Situation zu erzählen: Stell dir vor, ihr, du und Mutter, habt einen Unfall. Sie liegt im Koma. Du bist ebenso nicht mehr ansprechbar.  Nun kommt der Arzt auf mich zu und will wissen: Soll es lebensverlängernde Massnahmen bei Ihrem Vater geben? In so einem Fall muss ich wissen, was du willst.

Den Kindern keine schwierigen Entscheide aufbürden

Es geht bei der Frage, wie ich sterben will, also nicht nur um das eigene Selbstbestimmungsrecht, sondern auch um die Entlastung der Angehörigen. «Bürden wir unseren Kindern und Partnern nicht solch schwierige Entscheide auf», mahnte Margrit Brunner, Geschäftsleiterin von Pro Senectute Glarus.

Mit dem neuen Erwachsenenschutzrecht, das ab 2013 gilt und im Zivilgesetzbuch festgeschrieben wird, bekommt der Wille des Patienten eine neue Bedeutung. Er muss vom Arzt respektiert werden. Dafür sind, sollten Sie in eine Situation kommen, wo Sie diesen Willen selbst nicht mehr äussern können, eine Patientenverfügung und ein Vorsorgeauftrag wichtig. Sie sind neu nun auch gesetzlich verankert. 

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