«Mami, woher hat Dagobert Duck all seine Münzen?»

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Kindern das Konzept von Geld zu erklären, ist für Eltern oft ein schwieriges Unterfangen. Das neue Kinderbuch «Geld zu verkaufen» will es Eltern erleichtern, mit ihren Kindern spielerisch an das Thema heranzugehen.

Kinder spielen und verkaufen

«Kann ich diese Limonade etwas güngstiger haben?» Kinder verstehen sich schon früh aufs Handeln und Verhandeln. (Bild: Christopher Robbins/Photodisc, Thinkstock)

«Du da oben», schreit Milan, «du hast Bretter geklaut! Gib sie wieder her!» Bereits die erste Begegnung der beiden Protagonisten Milan und Alma im Buch «Geld zu verkaufen» dreht sich um das Thema Geld: Wie viel sind diese Bretter für das Baumhaus wert? Und was bedeutet Gerechtigkeit? Alma findet es fair, dass man eine grosse Menge Bretter teilt; Milan hingegen meint, dass er schliesslich die Bretter aus der eigenen Tasche finanziert habe und Alma den Diebstahl mit Arbeit für ihn wiedergutmachen solle.

Das Bilderbuch ist auf Wunsch von Pro Juventute von Autor Lorenz Pauli und Illustratorin Claudia de Weck verfasst worden. Das Buchprojekt entstand aus dem Gedanken, das Thema Geld kindergerecht aufzubereiten. Denn auch Kinder sind schon früh mit Fragen rund um das Thema Geld konfrontiert: Wie viel Wert hat etwas, wie kommt man an Geld heran und was ist sinnvoll investiertes Geld? Diesen Fragen versucht sich das Buch «Geld zu verkaufen» spielerisch anzunähern.

Obwohl Alma und Milan im Bilderbuch einen schlechten Start miteinander haben, vertragen sie sich schnell wieder und bauen schliesslich zusammen aus den Brettern ein Baumhaus. Doch es fehlt ihnen noch eine Strickleiter, um in das Baumhaus klettern zu können. Glücklicherweise verstehen sich die beiden aufs Handeln und Verhandeln: Sie verkaufen selbst gebastelte Buchzeichen auf der Strasse. Sie machen dabei so viel Geld, dass sogar nach der gekauften Strickleiter Geld übrig bleibt.

Geld und Kinder – ein Gegensatz?

Warum braucht es ein Kinderbuch, das den Kindern das Geld erklärt? Marianne Heller, Projektleiterin der Pro Juventute, meint dazu: «Wir haben gemerkt, dass praktisch keine Kinderliteratur zum Thema existiert. Da Kinder schon im frühen Alter mit der Konsumwelt in Berührung kommen und Zielgruppen von Werbung sind, wollten wir Eltern und Kindern durch das Bilderbuch einen spielerischen Zugang ermöglichen.» Wenn Kinder jedoch noch kein Interesse an Geld zeigen, sollen Eltern das Thema nicht forcieren. Genau so wichtig sei es, das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken, in dem man ihnen Erfolgserlebnisse ermöglicht. Denn ein gesundes Selbstvertrauen sei eine der wichtigsten Eigenschaften, um Kinder vor Verlockungen wie beispielsweise dem späteren Online-shopping zu schützen, erklärt Heller.

Wenn die Kinder auf Geld zu sprechen kommen, sei es ratsam, dass Eltern mit ihnen konkrete Beispiele besprechen, wie etwa die Kosten von Essen, Kleidung, oder des Handy-Abos. Denn Kinder und Jugendliche können die realen Lebenskosten oft schlecht einschätzen. Aber es sollte nicht in der Theorie bleiben, besonders wenn die Kinder älter sind: Wenn die Eltern ihren Kindern Geld zur Eigenverwaltung geben, können sie lernen, damit umzugehen und Fehler in einem geschützten Rahmen machen. «Eltern sollten aber auch nicht-monetäre Werte wie Freundschaft oder gemeinsame Zeit definieren, die ihnen als Familie wichtig sind», fügt Heller hinzu.

«Geld zu verkaufen» Buchcover

«Geld zu verkaufen»
Lorenz Pauli und Claudia de Weck,
Atlantis Verlag, erschienen im März 2017,
ISBN: 978-3-7152-0727-8

Die Scheine sind nicht alles

«Geld zu verkaufen» soll einerseits eine Abenteuergeschichte sein, welche die Leser in den Bann ziehen und zum Lesen anregen soll. Andererseits könne es Eltern als eine Diskussionsgrundlage mit ihren Kindern zu den Themen Geld, Wünsche oder Konsumverhalten dienen. Das Kinderbuch kann, muss aber nicht nur im Rahmen des Geldes gelesen werden: «Wenn die Kinder einfach die Freundschaft zwischen Alma und Milan oder die Baumhütte interessiert, dann ist das auch in Ordnung», sagt Heller.

Dass nicht nur das Thema Geld im Vordergrund von «Geld zu verkaufen» steht, zeigt sich auch am Ausgang der Geschichte. Nachdem Alma und Milan sich die Strickleiter gekauft haben, stellt sich Alma vor, was sie in Zukunft alles mit Geld anstellen könnte. Sie will immer reicher und reicher  werden, um nur noch faul in der Sonne liegen zu können. Worauf Milan antwortet: «Aber wir liegen doch jetzt schon faul in der Sonne.» Somit ist klar: Geld ist notwendig, aber die Freundschaft der beiden ist stärker.

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