Mehr Geld für Kita-Plätze mit einem Aber

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In der Schweiz zahlen Väter und Mütter deutlich mehr für die Kinderbetreuung als im Vergleich mit den Nachbarländern. Der Bund will deshalb Betreuungsplätze durch Anschubfinanzierungen verbilligen und Eltern entlasten.

Von Gabi Nehaus, im Mai 2017

Gummistiefel in einer Kinderkrippe

Günstigere Krippenplätze und flexiblere Betreuungsangebote: Das ist dem Bund 100 Millionen wert. (Bild: marcobir/iStock, Thinkstock)

Hierzulande ist es für viele Eltern immer noch schwierig, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Nicht nur die Anzahl der Betreuungsplätze stellen ein Problem dar, sondern auch die hohen Kosten: Ein Vollzeitplatz in einer Kindertagesstätte ohne Subventionen der öffentlichen Hand müssen Eltern mit mindestens 2400 Franken pro Monat berappen. Gemäss dem Bund lohnt sich deshalb ein Zweiteinkommen für Familien mit Kindern nicht immer, da nach Abzug der Betreuungskosten und der zusätzlichen Steuern oft nur wenig vom zusätzlichen Verdienst übrig bleibt.

Seit 2003 hat der Bundesrat nach einer zweifach verlängerten Anschubfinanzierung rund 51'000 neue Betreuungsplätze mitfinanziert. Jetzt ist weitere Unterstützung für Familien geplant: Der Bund will durch Subventionen die Kosten von Kindertagesstätten senken und das Betreuungsangebot im schulergänzenden Bereich vermehrt auf die Bedürfnisse der Eltern anpassen. Konkret ist eine Anschubfinanzierung von rund 100 Millionen über fünf Jahre geplant. Gemäss Bundesrat Alain Berset ist das eine Verdoppelung der Mittel des Bundes zugunsten der Familienpolitik.

Die Kantone müssen auch mitziehen

Anfangs Mai hat sich nach dem Stände- auch der Nationalrat für die Vorlage ausgesprochen: Mit 113 zu 77 Stimmen hat er die Subventionierung des Bundes für ein besseres Betreuungsangebot in Kantonen und Gemeinden gutgeheissen. Konkret sind 82.5 Millionen Franken für die Förderung von kantonalen und kommunalen Subventionen für die familienergänzende Kinderbetreuung und 15 Million Franken für Projekte zu schulergänzenden Angeboten budgetiert.

Ohne Mitarbeit der Kantone wird aber keine finanzielle Unterstützung geboten: Denn nur wenn ein Kanton das eigene Betreuungsangebot vermehrt subventioniert und somit die Tarife für Eltern senkt, wird der Bund sich anteilsmässig an den Kosten beteiligen. Je höher die Ausgaben des entsprechenden Kantons ausfallen, desto stärker wird sich der Bund an den Kosten beteiligen. Die Beiträge des Bundes betragen im ersten Jahr 65 Prozent der kantonalen Subventionen, im zweiten Jahr sind es noch 25 und im dritten Jahr 10 Prozent. Die Kantone können auch die Arbeitgeber verpflichten, einen Teil an die Finanzierung beizutragen.

Die Schweiz schneidet schlecht ab

Die Drittbetreuungskosten der Eltern sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hoch. Gemäss dem Bund müssen Eltern in Zürich ein Drittel der Vollkosten der ausserfamiliären Betreuung selber tragen, in der Waadt im Durchschnitt 38 Prozent. In den benachbarten Vergleichsregionen Deutschland, Frankreich und Österreich beträgt der Elternanteil dagegen nur zwischen 14 und höchstens 25 Prozent.

Diesen Herbst wird der Bundesrat dann konkreter werden und mitteilen, wie er sich diesen befristeten Zustupf für die Familien genauer vorstellt. Familien, die bereits jetzt mehr finanzielle Unterstützung nötig hätten, müssen sich wohl noch etwas gedulden, bis sie davon profitieren können.

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