Facebook Pixel
Aufgeschnappt

Squid Game auf dem Pausenplatz: Pro Juventute warnt vor Gewaltdarstellungen

Die brutale Serie Squid Game hat ihren Weg auf Schweizer Pausenplätze gefunden. Beim Nachspielen der Serie kam es zu Schlägereien. Pro Juventute nimmt Eltern nun in die Pflicht, den Medienkonsum ihrer Kinder zu überprüfen und mit ihnen über mediale Gewaltdarstellungen zu sprechen.

Familienleben Logo

Medienkonsum reflektieren: Pro Juventute weist Eltern auf Gewalt nach dem Konsum der Serie Squid Game hin. 

In einer Mitteilung warnt Pro Juventute vor den Auswirkungen des Konsums von gewaltdarstellenden Medien auf Kinder. Momentan bereitet vor allem die Serie Squid Game Sorgen. Die südkoreanische Serie gehört derzeit zu den beliebtesten Inhalten der Streaming-Plattform Netflix. Bereits 111 Millionen Personen weltweit haben sich die Serie zu Gemüte geführt. 

Der Inhalt ist makaber: Eine Gruppe hoch-verschuldeter Menschen spielt um einen hohen Geldbetrag. Auf dem Programm stehen eine Reihe harmlos wirkender Kinderspiele wie das Tauziehen. Nur: Wer verliert, wird hingerichtet. Die Serie ist voller brutalster Gewaltdarstellungen.

Kinder spielen Serie nach und verprügeln die Verlierer

Obwohl Squid Game erst ab 16 Jahren freigegeben ist, ist die Serie auch bei Kindern und jüngeren Jugendlichen hoch im Kurs. Laut Pro Juventute sorgt die Serie sogar für gewaltvolle Zwischenfälle. Auf einigen Pausenhöfen in der Schweiz sowie in Nachbarländern werden die Spiele aus Squid Game nachgespielt. Die Verlierer:innen werden teilweise verprügelt.

Die Einflüsse von Gewaltdarstellungen auf Kinder und Jugendliche dürfen nicht unterschätzt werden, warnt Pro Juventute nun.

Das lösen Gewaltdarstellungen bei Kindern aus

  • Stress
  • Angst
  • Albträume
  • Auf Kinder mit instabiler psychischer Verfassung können Gewaltdarstellungen besonders verstörend wirken
  • Hoher Konsum von Gewaltdarstellungen kann abstumpfend wirken und emotionale Störungen hervorrufen

Gewalthaltige Medien würden zwar nicht per se gewalttätig machen, doch seien die meisten Kinder und Jugendliche mit derartigen Inhalten überfordert. Kinder sollten darum so gut wie möglich vor brutalen Medieninhalten wie Squid Game geschützt werden, beispielsweise durch Kindersicherungen auf Streamingplattformen.

Eltern sollen mit Kindern Gesehenes besprechen

Wenn Kinder trotzdem mit solchen Inhalten konfrontiert werden, ist es wichtig, diese offen zu besprechen und beim Verarbeiten zu helfen, rät Pro Juventute in einer aktuellen Mitteilung. Auch könne es vorkommen, dass Kinder bestimmte Szenen nachspielen, nachmalen oder vermehrt darüber sprechen. Dies sind Versuche, Geschehenes zu verarbeiten. Pro Juventute fordert dazu auf, Kinder bei der Verarbeitung zu unterstützen und Gesehenes zu besprechen.

Weitere Tipps für Eltern finden Sie hier

Tipps für den richtigen Umgang mit dem TV und Streamingdiensten

TV-Sender und Streaminganbieter versuchen schon die Kleinsten anzusprechen. Kinder unter fünf Jahren sollten trotzdem nur mit einer erwachsenen Person zusammen vor den TV. So können Eltern Fragen beantworten, Inhalte altersgemäss auswählen und über Werbung diskutieren. So kann Fernsehen sogar einen Mehrwert für Kinder haben. Tipps von Medienexpertin Sharmila Egger finden Sie in unserem Artikel.