Tipps von Kletterleiter Mark Cieliebak

Klettern lernen Kinder am besten in einer Kletterhalle.

In einer Kletterhalle lernen Kinder am besten das Klettern.

Mark Cieliebak ist Jugend+Sport-Leiter Klettern. Er gibt über den Familien-Club Küsnacht Kletterkurse für Kinder und Erwachsene.

Eltern sollten von ihren Kindern nicht zu viel erwarten. (Mark Cieliebak, Jugend+Sport-Leiter Klettern)

Besonders kleinere Kinder sollten nicht unter Druck gesetzt werden. Nach 20 Minuten Klettern benötigen sie in der Regel eine Pause, um neue Kraft zu tanken. Denjenigen, welche Höhenangst haben, hilft es, wenn sie von links nach rechts in Sprunghöhe klettern. Das macht ihnen mehr Spass als in die Höhe zu steigen.

Ab etwa vier Jahren können die Kleinen das Klettern lernen. Sie sollten dabei immer mit einem Seil von einem Erwachsenen gesichert werden. Erst wenn sie etwa acht bis zehn Jahre alt sind, können sie sich gegenseitig sichern. «Das geht nur, wenn die Kinder zuverlässig sind und nicht herumalbern», betont Cieliebak.

Er empfiehlt, mit dem Kletternlernen in der Halle zu beginnen. Dort sei die Infrastruktur am besten. In den meisten Kletterhallen gibt es speziell einfache Routen für Kinder. Die Steine, auf die man tritt, liegen eng beieinander. Mark Cieliebak vergleicht es mit dem Hinaufsteigen einer Leiter. Je erfahrener die Kinder sind, desto schwieriger werden die Routen. Ab etwa acht Jahren können sie sich draussen an Felsen ausprobieren. In einem Hochseilpark kann das Sportklettern dagegen nicht gelernt werden.

 

Nach etwa drei- bis viermal Klettern wissen die meisten, was man beachten muss. Es ist daher nicht unbedingt nötig, zu Beginn einen über mehrere Wochen andauernden Kurs zu buchen. Besser sind Schnupperkurse oder eine kurze Einführung durch einen Kletterleiter in der Halle. So merken Eltern schnell, ob ihr Kind Spass hat oder lieber nach Hause will. Mark Cieliebak empfiehlt, sich auf jeden Fall von einem Erfahrenen einführen zu lassen. Denn nur so weiss man, wie man richtig sichert und klettert.

Zur Ausrüstung hat Mark Cieliebak folgende Tipps: Turnschuhe könne man schon anziehen, aber «das Klettern macht viel mehr Spass, wenn man richtige Kletterfinken hat». Die Ausrüstung sollte man erst kaufen, wenn Kinder nach drei- bis viermal Klettern immer noch begeistert sind. Ein Helm wird gebraucht, wenn die Familie draussen ist.

Grundausrüstung für Kinder

Geübte können sich eine Ausrüstung anschaffen wie sie das Sportförderungswerk des Bundes Jugend+Sport empfiehlt. Dazu gehören für das Klettern in der Natur ein Anseilgurt sowie ein Helm, der vor herabfallenden Steinen schützt. Es gibt spezielle Kletterhelme, die den Kopf vor Verletzungen schützen. Ein Velohelm ist oft ebenso ausreichend. Zusätzlich braucht man eine Abseilbremse, 3 HMS (Halb-Mastwurf-Sicherung)-Karabiner, eine Selbstsicherungsschlinge und Reepschnurstücke.

Kletterfinken sind ebenso wichtig. Auf Bergtouren, im Schnee oder auf dem Gletscher sind feste Trekkingschuhe unabdingbar. In Kletterhallen benötigt man weniger Material, da reichen in der Regel Kletterfinken, ein Gurt und ein Karabiner.

Möchten Sie das Klettern zunächst nur einmal ausprobieren, dann leihen Sie sich die Ausrüstung bei Erfahrenen oder in den Kletterhallen.

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