Baby > AusstattungBabykleidung im Sommer: Wie du dein Kind richtig anziehst – drinnen, draussen und nachtsDer erste Sommer fürs Baby. Was zieht es da am besten an? Genauso wie die Eltern oder doch lieber eine Schicht mehr? Unsere Tipps für die richtige Babykleidung im Sommer. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Luftig und leicht: So fühlen sich Babys im Sommer wohl. © E+, Getty Images Kommt mein Baby mit der Hitze zurecht und ist es gut genug vor der Sonne geschützt? Diese Fragen stellen sich viele Eltern zu Recht. Denn für Neugeborene muss genauso wie für Kleinkinder ständig ein guter Kompromiss gefunden werden zwischen Sonnenschutz durch Kleidung und angenehmem Körpergefühl durch wenige, luftige Schichten. Der Grund: Wärme macht den Babys zu schaffen, weil sie ihre Körpertemperatur noch nicht richtig regulieren können. Das Bundesamt für Gesundheit zählt Säuglinge und Kleinkinder deshalb ausdrücklich zu den Personengruppen, die an heissen Tagen besonders gefährdet sind [4]. Zwischen drinnen und draussen, am Tag und in der Nacht: Es ist wichtig, die Babykleidung im Sommer gut an jeden Ort anzupassen. Mit diesen Tipps fürs Outfit kann die wunderbare warme Zeit kommen. Die beste Babykleidung im Sommer Kleide dein Baby nach dem Zwiebelprinzip mit den Must-haves: ärmellose oder kurzärmelige Bodys, kurze T-Shirts, bequeme Shorts und leichte Jäckchen. Denn auch im Sommer kann es morgens noch etwas frisch sein. So kannst du ihm jederzeit etwas ausziehen, wenn die Temperatur steigt. Es empfiehlt sich auch, kurze weite Hosen aus Stoff mit Gummiband, sogenannte Pump-Hosen, oder einen Strampler ohne Fuss zu wählen. Söckchen kannst du, sobald es zu warm wird, rasch vom Fuss ziehen. Röckchen sollten bei Krabbelkindern nicht über die Knie gehen, damit sie in ihrer Bewegung nicht eingeschränkt werden. Am besten nimmst du Kleidung aus reiner Baumwolle, Leinen oder Bio-Baumwolle. Diese ist leicht und atmungsaktiv. In synthetischer Kleidung und bei Mischgewebe schwitzt dein Baby rasch. Es kann ihm unwohl werden und auf seiner Haut können sich Pickel bilden. Bei starker Hitze kannst du Babykleidung verwenden, die eine Nummer grösser ist. Die ist schön luftig, und dadurch fühlen sich Junge wie Mädchen nicht eingeengt. Das passt auch zum Sonnenschutz: Locker getragene, trockene und dicht verarbeitete Kleider schützen laut Krebsliga Schweiz besser vor UV-Strahlen als eng anliegende, nasse oder lose gewebte Textilien [2]. Sommerwetter: Das Baby richtig anziehen für draussen Für draussen eignet sich luftige, dicht gewebte Kleidung. Allgemein fühlen sich dunkle Stoffe zwar wärmer an, aber sie haben einen besseren UV-Schutz als helle Kleidung. Wenn es sehr heiss ist, reicht ein Body völlig aus. Auf der Terrasse und im Garten darf es den Sommer auch gerne ohne Windel geniessen. Es wird sich wohlfühlen! Im ersten Lebensjahr gilt eine strengere Regel Wichtig zu wissen: Für Babys gilt beim Sonnenschutz nicht dasselbe wie für grössere Kinder. Die Krebsliga Schweiz empfiehlt für Kinder von 0 bis 1 Jahr, direkte Sonnenstrahlung ganz zu meiden und insbesondere die Mittagszeit im Haus oder im Schatten zu verbringen [1][2]. Das Gesundheitsheft von pädiatrie schweiz rät sogar, Kinder vor dem Alter von zwei Jahren nicht direkt der Sonne auszusetzen [3]. Sonnencreme ist bei Babys also nicht die erste Massnahme, sondern die letzte: Erst kommt der Schatten, dann die Kleidung – und erst danach die Creme auf den unbedeckten Stellen [2]. Lässt sich der Aufenthalt an der Sonne nicht vermeiden, gelten die Empfehlungen für ältere Kinder: Schatten der Sonne vorziehen, die Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr meiden, schulterdeckende Kleider, Hose, Hut und Sonnenbrille tragen sowie ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 oder mehr verwenden, das gegen UVA- und UVB-Strahlen schützt und grosszügig aufgetragen wird – idealerweise zweimal nacheinander [1]. Die Mittagszeit ist nicht zufällig gewählt: Zwischen 11 und 15 Uhr treffen fast zwei Drittel der täglichen UV-Strahlung auf die Erdoberfläche [2]. Mehr dazu, wie du empfindliche Babyhaut über den ganzen Sommer schützt, liest du in unserem Ratgeber zum Sonnenschutz für Sommerbabys. Der Sonnenhut ist deshalb ein Muss. Am besten hat er eine breite Krempe und einen langen Nackenschutz – gerade Schultern und Kopf werden besonders stark bestrahlt und brauchen darum eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe [2]. Hüte und Kappen haben häufig auch einen UV-Schutz mit Lichtschutzfaktor 50. Das ist ideal in der heissen Jahreszeit. Süss und praktisch, vorausgesetzt dein Baby lässt den Sonnenhut auf. Kaufe sicherheitshalber einen mit Bändchen. © iStock, Getty Images Auch langärmelige Badekleidung mit integriertem UV-Schutz gibt es im Handel. Ihre Schutzwirkung bleibt auch im nassen Zustand weitgehend erhalten; Dehnung und Abnutzung des Gewebes können den Schutz jedoch vermindern [1][2]. Wie stark das ins Gewicht fällt, zeigte bereits ein Test des SRF-«Kassensturz» aus dem Jahr 2005: Nach fünf Waschgängen und simulierter Abnützung hielten die meisten geprüften T-Shirts und Badekleider den deklarierten Schutzfaktor nicht mehr ein [5]. Der Test ist alt und lässt keine Aussage über heutige Produkte zu – das Grundproblem, dass gedehnte und abgenutzte Textilien weniger schützen, gilt aber weiterhin [2]. Als Sonnenschutz lässt sich am Kinderwagen bestimmt ein Sonnenschirm befestigen. Im Garten oder unterwegs am Strand sind auch Sonnensegel gegen die UV-Strahlen sehr praktisch. Liegen können die Kleinsten auf einer schönen Krabbeldecke aus Baumwolle. Aber trotz gutem Sonnenschutz: Achte darauf, dass dein Kind sich im Schatten aufhält. Denn die Haut von den Kleinen ist nicht nur in den ersten Monaten sehr dünn, sondern braucht im ganzen ersten Lebensjahr einen besonderen Schutz. Babys holen sich schnell, schon in weniger als zehn Minuten, einen Sonnenbrand und im schlimmsten Fall einen Sonnenstich. Deshalb müssen sie auch im Schatten eingecremt werden – Schatten schützt nämlich nicht immer vor indirekter Strahlung, die von Sand, Beton oder Wasser zurückgeworfen wird [2]. Und das nicht zu knapp und an allen Stellen, die dem Licht ausgesetzt sind – auch an den Händen und Fusssohlen. Diese werden häufig vergessen. Aber gerade jetzt wird dein Baby gerne barfuss die Welt erkunden. So kitzelt das Gras an den Fusssohlen des Babys. Wenn es beginnt zu laufen, kann es die verschiedenen Grössen und Wölbungen der Kiessteine spüren. Wenn die Hitze zu viel wird: Anzeichen erkennen und handeln Ein Baby kann nicht sagen, dass ihm die Hitze zu schaffen macht. Umso wichtiger ist es, dass du selbst hinschaust. Das BAG nennt als mögliche Anzeichen einer hitzebedingten Erkrankung unter anderem Schwäche und Müdigkeit, Verwirrtheit und Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, einen trockenen Mund, Übelkeit oder Erbrechen, eine hohe Körpertemperatur, starkes Schwitzen und einen erhöhten Puls [4]. Bei einem Baby zeigt sich das oft als auffällige Unruhe oder umgekehrt als ungewohnte Schlaffheit, dazu heisse Haut und Trinkunlust. Was dann zu tun ist: an einen kühlen oder schattigen Ort bringen, hinlegen, den Körper mit feuchten Tüchern kühlen und für Flüssigkeit sorgen – bei Säuglingen also stillen oder die Flasche anbieten [4]. Geht es deinem Kind nach kurzer Zeit nicht besser oder wirkt es auffällig teilnahmslos, ruf ohne Zögern die Kinderärztin, den Kinderarzt oder den Notruf 144 [4]. Was einen Sonnenstich von einem Hitzschlag unterscheidet und wie du im Ernstfall reagierst, erklären wir dir Schritt für Schritt in unserem Beitrag zur Ersten Hilfe bei einem Sonnenstich. Wohlfühl-Tipps bei der Sommerhitze Wenn du unsicher bist, ob deinem Kind zu warm ist, mach den Hitzetest: Leg ihm eine Hand in den Nacken. Ist die Haut warm, fühlt es sich wohl. Ist die Haut feucht, ist ihm zu heiss. Gib deinem Baby ausreichend zu trinken oder still es öfter. Halte die Wohnung so kühl wie möglich. Ein Bad in lauwarmem Wasser tut deinem Kind gut – die übliche Badewassertemperatur für Babys liegt bei rund 37 Grad [3]. Die Mittagshitze zwischen 11 und 15 Uhr solltest du meiden, dann sind UV-Strahlung und Ozonwerte am höchsten [1][2]. Lass dein Kind niemals allein im Auto, denn darin wird es sehr schnell sehr heiss. Das BAG rät ausdrücklich davon ab, Kinder unbeaufsichtigt in parkierten Fahrzeugen zurückzulassen – auch dann, wenn das Fahrzeug über eine Klimatisierungsfunktion verfügt [4]. Gesegneter Schlaf: Das Baby richtig anziehen für Sommernächte Beim Schlafen sollte dein Baby nicht zu warm haben. Ein dünner kurzärmeliger Pyjama oder ein Body reichen völlig aus. So leicht gekleidet, kann es sich in den Sommerschlafsack kuscheln. Der Schlafsack für den Sommer ist meist aus 100 Prozent Baumwolle. Der Schlafsack ist dabei nicht nur bequem, sondern die empfohlene Lösung: Das Gesundheitsheft von pädiatrie schweiz rät, das Baby immer in Rückenlage in sein eigenes Bettchen zu legen, in einem Babyschlafsack – und zwar ohne Duvet und ohne Kopfkissen [3]. Als optimale Temperatur im Kinderzimmer werden 18 bis 20 Grad genannt. Diese Massnahmen dienen alle der Vorbeugung des plötzlichen Kindstodes [3]. In einer heissen Sommernacht wirst du die 18 bis 20 Grad kaum erreichen – umso wichtiger ist es dann, dein Baby entsprechend leichter anzuziehen, statt eine Schicht draufzulegen. Worauf es beim Bettchen selbst ankommt, liest du in unserem Ratgeber zum sicheren Babybett. Lüfte am frühen Morgen und nochmals gut vor dem Schlafengehen. Lass nachts ebenfalls das Fenster offen, achte jedoch darauf, dass es nicht zieht und deinem Baby nicht zu kalt wird. Den Test machst du ebenfalls wieder im Nacken. Ist er nicht warm, sondern kalt, kannst du eine Schicht mehr anziehen. Ein Ventilator direkt über oder neben dem Bett ist ungeeignet. Dein Baby könnte sich durch die Zugluft erkälten. Was juckt denn so? Nicht nur die Hitze und die Sonnenstrahlen können im Sommer das Baby plagen: In den warmen Monaten sind Moskitos aktiv, und Insektenstiche können so einem kleinen Wesen ganz schön zusetzen. Auch hier hilft schützende Kleidung, allenfalls eine Creme oder ein Spray und, wenn die Blutsauger schon zugeschlagen haben, eine beruhigende Lotion. Welche Mittel sinnvoll sind und wann ein Stich ärztlich angeschaut gehört, haben wir in unserem Ratgeber zu Insektenstichen bei Kindern zusammengetragen. Quellen Krebsliga Schweiz: Sonnenschutz für Kinder. Abgerufen am 10.08.2026. Krebsliga Schweiz: Faktenblatt «Sonnenschutz bei Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren» (PDF). Abgerufen am 10.08.2026. pädiatrie schweiz: Gesundheitsheft (PDF, Ausgabe 2023). Abgerufen am 10.08.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Schutz vor Hitze. Abgerufen am 10.08.2026. SRF «Kassensturz»: Sonnenschutz zum Anziehen: Was UV-Kleider taugen, 07.06.2005. Abgerufen am 10.08.2026.