Baby > EntwicklungWie kann ich mein Baby beschäftigen? Ideen ab der ersten WocheNeugeborene verbringen den Grossteil des Tages mit Schlafen und Essen. Doch schon in den ersten Wochen kannst du kleine Spiele in den Alltag einbauen und die Entwicklung deines Babys begleiten. Hier findest du Ideen für 0 bis 6 Monate, nach Alter geordnet, und alles, worauf du beim Spielen achten solltest. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Schon in der ersten Woche kannst du dich mit deinem Neugeborenen beschäftigen – und mit jeder weiteren Woche wächst das Repertoire. Denn das wichtigste Spielzeug der ersten Monate bist du selbst: dein Gesicht, deine Stimme, deine Hände. Alles andere kommt dazu, wenn dein Baby so weit ist. Und woran erkennst du, dass es so weit ist? Am besten daran, was es gerade neu kann. Spiele für Babys: Welche Spiele kann man wann spielen? Die folgenden Altersangaben sind Anhaltspunkte, keine Prüfungstermine – jedes Baby hat sein eigenes Tempo. Die genannten Entwicklungsschritte folgen dem Gesundheitsheft von pädiatrie schweiz, das du zu den Vorsorgeuntersuchungen mitnimmst [1]. 0 bis 2 Monate: Gesicht, Stimme und Bauchlage Neugeborene sehen noch unscharf. Ihre beste Sehschärfe liegt zunächst in einem Abstand von rund 20 bis 25 Zentimetern – etwa die Distanz zwischen deinem Gesicht und ihrem, wenn du stillst oder den Schoppen gibst [2]. Was du deinem Baby zeigen möchtest, gehört also nah heran. Grimassen schneiden: Streck die Zunge heraus, mach grosse Augen, öffne den Mund. Mit etwa zwei Monaten beginnt dein Baby, deine Gesichtsausdrücke nachzuahmen [1]. Du brauchst dafür nichts ausser deinem Gesicht. Fingerpuppen nah am Gesicht: Bewege sie langsam im Sichtfeld deines Babys hin und her. Das reizt es, mit den Augen zu folgen – ein Schritt, den es mit rund zwei Monaten macht [1]. Singen und erzählen: Beim Wickeln, beim Anziehen, beim Tragen. Dein Baby lernt deine Stimme kennen und beginnt selbst, verschiedene Töne von sich zu geben [1]. Bauchlage im Wachzustand: Schlafen soll dein Baby auf dem Rücken liegen. Im Wachzustand darf es verschiedene Positionen einnehmen, zum Beispiel Bauchlage, an dich angelehnt oder auf deinen Knien sitzend. Das fördert seine Entwicklung und ein harmonisches Kopfwachstum [1]. Wie dein Baby dabei Schritt für Schritt den Kopf heben lernt, liest du im Beitrag darüber, wann das Baby seinen Kopf selbst heben kann. 2 bis 4 Monate: Greifen, Mobile und erste Drehversuche Flugzeugspiel beim Baby füttern. (Bild: Wavebreakmedia/iStock, Thinkstock) In dieser Zeit wird die Hand zum Werkzeug. Dein Baby entdeckt, dass es Dinge berühren, festhalten und wieder loslassen kann. Mobile: Häng es so auf, dass dein Baby es gut sehen und mit den Händen erreichen kann – aber nicht so, dass es das Mobile herunterreissen könnte. Das Spiel fördert die Hand-Augen-Koordination und das Greifen. Wie sich diese Fähigkeit entwickelt, zeigt der Beitrag über den Meilenstein, wann Babys greifen lernen. Rassel und Knistertuch: Leg deinem Baby verschiedene Griffe in die Hand und lass es selbst herausfinden, was Geräusche macht. Töne nachahmen: Wiederhole die Laute deines Babys und warte auf die Antwort. Dieses Hin und Her ist die erste Form von Gespräch. Platz zum Strampeln: Eine Decke am Boden reicht. Mit etwa vier Monaten beginnt dein Baby, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen und umgekehrt – und es lacht aus vollem Hals [1]. 4 bis 6 Monate: alles in den Mund, Geräusche und Verstecken Mit rund sechs Monaten bewegt sich dein Baby in alle Richtungen, versucht sich fortzubewegen, greift gezielt nach Gegenständen und führt sie zum Mund. Ausserdem vokalisiert und plappert es [1]. Der Mund ist jetzt das wichtigste Sinnesorgan – entsprechend gehören alle Spielsachen sauber und sicher (siehe unten). Material-Parcours: Ein Holzlöffel, ein Frottiertuch, ein Silikonring, ein Stück Wellkarton. Verschiedene Oberflächen sind spannender als jedes teure Set. Kuckuck-Spiele: Halte dir ein Tuch vors Gesicht und zieh es wieder weg. Das Auftauchen und Verschwinden ist in diesem Alter ein zuverlässiger Lacherfolg. Der Löffel und das Flugzeugspiel: In der Schweiz kannst du ab Anfang des fünften Lebensmonats schrittweise mit Beikost beginnen und neue Nahrungsmittel einführen [1]. Wann es bei euch so weit ist, besprichst du an der Vorsorgeuntersuchung. Mit dem ersten Brei startet dann oft das berühmte Flugzeugspiel, bei dem du dein Baby dazu bringst, den Mund zu öffnen. Rhythmus und Kinderlieder: Singen, klopfen, schaukeln – den Rhythmus geniesst dein Baby zunächst als Zuhörer. Selbst mitzuklatschen lernt es erst später. Passende Ideen für die nächste Etappe findest du bei den Babyspielen von 7 bis 12 Monaten. Vor- und Nachteile von Spielen für Babys Mit einer Rassel das Baby unterhalten. (Bild: gpointstudio/iStock, Thinkstock) Der Vorteil liegt auf der Hand: Spielen ist ein schöner Zeitvertreib für euch beide, es stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind und begleitet seine Entwicklung. Es gibt aber ein paar Dinge, die du beim Spielen beachten solltest. Überfordere dein Kind nicht mit einer Fülle an Baby-Spielen. Lass es selbst aussuchen, womit es sich beschäftigen möchte. Oft reicht ihm eine einzige Rassel, mit der es eine halbe Stunde lang spielt. Wenn dein Baby wegschaut, quengelt oder unruhig wird, ist das meist ein Zeichen, dass es genug hat – nicht, dass das Spiel falsch war. Der zweite Nachteil ist das vermeintliche Fördern. Ein lautes, blinkendes Gerät ist nicht automatisch lehrreicher als eine Rassel, ein Tuch und deine Stimme. Die Augen-Hand-Koordination übt dein Baby beim Greifen, das Gehör bei Kinderliedern, die Sprache im Wechselgespräch mit dir. Welche Anschaffungen sich wirklich lohnen, zeigt die Übersicht über sinnvolle Spielsachen fürs Baby. Bildschirme gehören in dieser Zeit nicht zum Programm. pädiatrie schweiz rät ausdrücklich davon ab, den Fernseher in Anwesenheit des Kindes einzuschalten – auch dann, wenn es gar nicht hinschaut [1]. Worauf achten beim Kinder beschäftigen? Beim Spielen mit Babys ist es am wichtigsten, altersgerechte Spiele zu wählen. Am Anfang geht das ganz ohne Hilfsmittel, indem du deinem Baby etwas vorsingst oder seine Geräusche nachahmst. Kommt Spielzeug dazu, gelten ein paar Sicherheitsregeln. Keine verschluckbaren Kleinteile. Spielzeug soll keine verschluckbaren Kleinteile und keine herausnehmbaren Batterien enthalten. Alles, was kleiner ist als ein Tischtennisball oder der Durchmesser einer WC-Rolle, gehört ausser Reichweite kleiner Kinder [3]. Sauber halten. Babys stecken sich alles in den Mund. Spielsachen sollten deshalb abwaschbar sein und regelmässig gereinigt werden. Nicht in die Höhe werfen. pädiatrie schweiz rät davon ab, das Kind zum Spiel in die Höhe zu werfen: Der Kopf kann dabei auf gefährliche Weise geschüttelt werden, und dein Baby ist noch nicht kräftig genug, um ihn bei einer so schnellen Bewegung zu stabilisieren [1]. Bauchlage nur im Wachzustand und unter Aufsicht. Zum Schlafen liegt dein Baby auf dem Rücken [1]. Nie unbeaufsichtigt liegen lassen – nicht auf dem Wickeltisch, nicht auf dem Sofa, auch nicht «nur kurz» [1]. Achte beim Spielen ansonsten einfach darauf, was dein Kind mag und was nicht. Wenn dein Baby lange mit etwas spielt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es altersgerecht und ein gutes Spiel ist. Das Wichtigste in Kürze Ab der ersten Woche kannst du mit deinem Neugeborenen spielen – dein Gesicht und deine Stimme genügen. Die beste Sehschärfe liegt anfangs bei rund 20 bis 25 Zentimetern: Zeig deinem Baby alles aus der Nähe. Spielen stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Kind und begleitet seine Entwicklung. Bauchlage gehört in den Wachzustand und unter Aufsicht, geschlafen wird auf dem Rücken. Spielzeug ohne verschluckbare Kleinteile wählen und altersgerecht bleiben. Quellen pädiatrie schweiz: Gesundheitsheft (PDF), Ausgabe 2025. Abgerufen am 10.08.2026. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Deutschland: Das Sehvermögen des Säuglings. Abgerufen am 10.08.2026. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung: Ersticken – Prävention und Erste Hilfe. Abgerufen am 10.08.2026. Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock