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Babyspiele von 7 bis 12 Monaten: 6 einfache Ideen für jeden Tag

Dein Baby robbt, krabbelt oder zieht sich hoch – und will beschäftigt sein. Diese sechs Babyspiele für 7 bis 12 Monate brauchen fast keine Ausrüstung. Dazu liest du, welche Kleinteile in diesem Alter gefährlich werden und woran du dich beim Spielen orientieren kannst.

Babyspiele für Kinder von 7 bis 12 Monaten
Für jedes Alter gibt es die passenden Babyspiele. © iStock / Getty Images Plus

Spielen ist das halbe Babyleben – und dein Kind lernt viel dabei: Es übt, nach Dingen zu greifen, es trainiert, sie festzuhalten, und es spürt, wie sich seine Welt anfühlt, an Händen und Füssen. Und wenn es erst einmal gemerkt hat, dass gewisse Gegenstände Laute von sich geben, sobald es sie schüttelt, entdeckt es etwas Grundlegendes: Sein eigenes Tun bewirkt etwas. Von da an probiert es aus, welche Wirkung es hat. Spielen bedeutet für Babys, Erfahrungen zu machen.

Ein Hinweis vorweg: Du musst dein Baby nicht «fördern». Es braucht kein Programm, keine Lern-App und kein pädagogisch wertvolles Spielzeug. Was es braucht, ist Zeit mit dir, Gelegenheit zum Ausprobieren und einen sicheren Raum dafür. Die Spiele hier sind Anregungen für den Alltag, keine Übungen mit Lernziel – und keines davon musst du «richtig» machen.

Besonders gut gefallen uns die folgenden sechs Ideen. Sie eignen sich vor allem für die zweite Hälfte des ersten Lebensjahres – also für alle, denen Mobile und Babyspiele für Säuglinge langweilig geworden sind.

Bevor es losgeht: die Sicherheitsregeln

Zwischen 7 und 12 Monaten wandert alles in den Mund. Das ist kein Fehlverhalten, sondern die wichtigste Erkundungsmethode in diesem Alter – und genau deshalb gelten beim Spielen ein paar Regeln, unabhängig davon, welche Idee du ausprobierst:

  • Die Grössenregel: Alles, was kleiner ist als ein Tischtennisball oder als der Durchmesser einer WC-Rolle, gehört ausser Reichweite. Das betrifft Murmeln, Knöpfe, Münzen, Nüsse, Perlen und lose Kleinteile von Spielzeug [1].
  • Der Warnhinweis auf der Packung: «Nicht geeignet für Kinder unter drei Jahren» heisst in aller Regel: Das Spielzeug enthält verschluckbare Kleinteile [1].
  • Knopfzellen und Magnete: Verschluckte Batterien und mehrere kleine Magnete sind ein Notfall und gehören sofort ins Spital – auch wenn dein Kind zunächst unauffällig wirkt. Spielzeug mit herausnehmbaren Batterien hat in Babyhänden nichts verloren [1].
  • Schnüre und Bänder: Kordeln, Schlüsselbänder und ähnliche Bänder können sich um den Hals wickeln [1]. Auch Plastiksäcke gehören nicht in Reichweite.
  • Wasser: Lass dein Baby in der Badewanne nie allein – auch nicht «nur kurz». Schon wenige Zentimeter Wassertiefe können reichen, und es geht in Sekunden. Kleinkinder sind in Griffnähe am sichersten [2].
  • Aufsicht: Keines der Spiele hier ist ein Spiel für dein Baby allein. Du bist Teil davon – und das ist ohnehin der Punkt.

Was dein Baby zwischen 7 und 12 Monaten kann

In diesem Halbjahr passiert viel auf einmal: Viele Babys sitzen frei, robben oder krabbeln, ziehen sich an Möbeln hoch, greifen gezielter und verstehen die ersten Zusammenhänge. Wichtig dabei: Entwicklungsschritte sind Spannen, keine Termine.

Wie breit diese Spannen sind, zeigt eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation, die gesunde Kinder in fünf Ländern über Monate begleitet hat. Statt Stichtagen gibt sie Zeitfenster an, in denen 98 von 100 Kindern den jeweiligen Schritt schaffen: freies Sitzen zwischen 3,8 und 9,2 Monaten, Krabbeln auf Händen und Knien zwischen 5,2 und 13,5 Monaten, freies Gehen zwischen 8,2 und 17,6 Monaten [3]. In derselben Untersuchung krabbelten 4,3 Prozent der Kinder nie auf Händen und Knien – sie bewegten sich anders fort und lernten trotzdem laufen [3].

Dazu kommen Schritte, die man weniger gut messen kann: Zwischen 6 und 9 Monaten beginnen viele Babys, zwischen vertrauten und fremden Personen zu unterscheiden – das Fremdeln setzt ein. Etwa im gleichen Zeitraum begreift dein Kind allmählich, dass Gegenstände nicht verschwinden, nur weil sie verdeckt sind. Und es reiht Silben aneinander, bis daraus ein erstes «Mama» oder «Papa» wird [4]. Beim Greifen löst der Pinzettengriff nach und nach das grobe Zugreifen ab: Gegen Ende des ersten Jahres nimmt dein Baby kleine Dinge zwischen Daumen und Zeigefinger auf [5].

Wenn dein Kind später dran ist als das Nachbarskind, sagt das für sich genommen nichts. Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, die Zahlen oben sind Orientierungshilfen und keine Prüfungstermine [4]. Wenn du dir Sorgen machst, ist die Kinderärztin oder die Mütter- und Väterberatung die richtige Adresse – nicht der Vergleich auf dem Spielplatz.

1. Das Babyspiel «Gugus? Dada!»

Sehr beliebt bei Babys ab ungefähr neun Monaten ist das Gugus-Dada-Spiel: Du versteckst dich vor deinem Kind, indem du dir die Hände vors Gesicht hältst, und tauchst mit einem «Dada»-Ruf wieder auf. Alternativ nimmst du ein Tuch und hältst es vor dein eigenes Gesicht oder legst es über ein Spielzeug. Wenn du magst, ermunterst du dein Baby, den Gegenstand selbst wieder hervorzuholen.

Warum das so gut ankommt: In den ersten Monaten reagiert ein Baby kaum noch auf etwas, das aus seinem Blickfeld verschwunden ist. Erst nach und nach begreift es, dass Dinge und Menschen weiter da sind, auch wenn sie gerade verdeckt sind [4]. Das ist kein fehlendes Gedächtnis, sondern ein Verständnis, das sich erst aufbaut. Genau in dieser Phase ist das Auftauchen hinter den Händen eine kleine Sensation: Dein Kind ahnt inzwischen, dass du noch da bist – und bekommt recht.

Das Tuch gehört dabei vor dein Gesicht, nicht über das deines Babys. Und lass es nicht unbeaufsichtigt damit spielen.

Diese Babyspiele machen Spass und fördern die Motorik.
«Gugus? Dada!» Für dieses lustige Versteckspiel werden nur die Hände gebraucht.© iStock, Getty Images Plus

2. Spielen mit Schüssel und Holzlöffel

Babys haben mit Alltagsgegenständen oft genauso viel Spass wie mit gekauftem Babyspielzeug. Pfannen, Töpfe, Plastikschüsseln oder Holzlöffel sind faszinierende Spielutensilien. Gib deinem Baby eine grosse Schüssel aus unzerbrechlichem Material und einen Kochlöffel aus Holz – du wirst sehen, wie kreativ es sich damit beschäftigt.

Achte darauf, dass alle Teile deutlich grösser sind als die Grössenregel oben verlangt, und dass nichts absplittert: Ein rissiger Holzlöffel oder ein angeschlagener Becher gehört aussortiert. Glas, Keramik und alles mit scharfen Kanten bleibt im Schrank.

Schüsseln und Becher eignen sich auch zum Spielen in der Badewanne: Dein Kind wird es lieben, die Schüssel abwechselnd zu füllen und zu leeren. Gib ihm zu einer oder mehreren Schüsseln einen Becher, eine Flasche oder eine kleine Giesskanne dazu. Das ist besser als jedes gekaufte Badespielzeug – aber nur, solange du danebensitzt und dein Kind in Griffnähe hast [2].

Diese Babyspiele machen Spass und fördern die Motorik.
Schlagfertiges Babyspiel: Schlagzeug spielen mit Kochlöffeln und Pfannen wird dein Kind zum Lachen bringen. © OJO_Images, Getty Images Plus

3. Bälle greifen und rollen

Im Alter von etwa einem halben Jahr entdecken viele Babys ihre Liebe zu Bällen. In der ersten Zeit eignen sich Gitterbälle gut, also runde Gitter aus Kunststoffringen, die sich dank der grossen Öffnungen von allen Seiten halten lassen. Babys können hineinschauen, hineingreifen, den Ball festhalten und ihn in den Mund nehmen.

Du kannst auch etwas hineinstecken, das dein Baby wieder herausholt – aber ausdrücklich nichts Kleines. Kleine Bauklötzchen, Murmeln oder Perlen sind in diesem Alter genau das, was nicht in Reichweite gehört [1]. Geeignet sind ein zusammengeknülltes Baumwolltuch oder ein grosser Bauklotz, der die Grössenregel klar erfüllt.

Was Babys ebenfalls lieben: Rolle den Ball um dein Kind herum, während es auf dem Bauch auf dem Teppich liegt. Es kann dem Ball nachschauen, versuchen ihn zu fassen oder sich zu ihm hindrehen. Kann es schon krabbeln, bewegt es sich auf den Ball zu. Nimm dafür einen grossen Gummiball oder einen aufblasbaren Ball – kleine, harte Bälle in Mundgrösse sind für dieses Alter ungeeignet.

Babyspiele mit Ball
Von bunten Bällen können schon die Kleinsten nicht genug bekommen. © iStock, Getty Images Plus

4. Klötze, Puzzles und ein Hindernisparcours

Gegen Ende des ersten Lebensjahres wird das Greifen so genau, dass dein Kind Klötze aufeinandersetzen kann – manche Babys bauen dann einen ersten kleinen Turm aus zwei Teilen [5]. Erwarte aber keine Bauwerke: In diesem Alter macht das Auseinandernehmen meistens mehr Spass als das Bauen, und Klötze in einen Becher zu legen und wieder herauszuholen ist ein Spiel für sich.

Auch Spielzeug aus Holz ist interessant, zum Beispiel Holzpuzzles mit Griffknöpfen, die kleine Hände besser halten können. Prüfe vor dem Spielen, ob diese Knöpfe fest sitzen – ein abgelöster Knopf ist genau das Kleinteil, das nicht in Babyhände gehört [1].

Bewegung bringt ein Hindernisparcours: Dafür kannst du Spieltunnel oder Schaumstoffwürfel kaufen, es geht aber auch mit Kartons, Sitzkissen und Decken. Das regt zum Krabbeln und Entdecken an. Achte darauf, dass nichts umkippen oder rutschen kann, und lass niedrige Tische mit harten Kanten aus dem Spiel.

Diese Babyspiele machen Spass und fördern die Motorik.
Ein Spieltunnel ist ein super Babyspiel, weil es das Krabbeln deines Kindes anregt. © iStock, Getty Images Plus

5. Bunte Babybücher

Babys finden das Leben oft spannender als Bilder davon. So interessieren sie sich mehr für die Cornflakespackung auf dem Tisch als für das Krokodil im Babybuch. Es ist ein grosser Schritt, einen runden, dreidimensionalen Ball in einer flachen Abbildung wiederzuerkennen.

Um diesen Schritt zu ebnen, eignen sich Leporellos, die man aufstellen kann, oder Babybücher aus Stoff, auf denen dein Kind auch herumkauen darf. Ab ungefähr einem Jahr kannst du ihm Geschichten aus Büchern erzählen. Wähle Bücher aus stabilem Karton mit grossen Bildern, vielen Farben und wenig Text – und schau nach, ob sich Klappen oder Applikationen ablösen lassen.

Babyspiele Buch lesen
Bilderbücher sind spannend, vor allem wenn sich Elemente drehen lassen oder rasseln. © iStock, Getty Images Plus

6. Der Spielplatz als Paradies für die Kleinen

Bewegung an der frischen Luft tut Kindern gut. Geh deshalb regelmässig mit deinem Baby auf nahe gelegene Spielplätze oder in den Wald. Lass es herumrutschen, mit Eimer und Schaufel im Sand spielen oder setz es in eine Babyschaukel, wo du es sanft anstösst. Das macht nicht nur dem Kind, sondern auch den Eltern Spass.

Zwei Dinge sind dabei wichtig: Nimm für dieses Alter nur die geschlossene Babyschaukel mit Rückenlehne und Sicherung, nie den normalen Schaukelsitz – und lass dein Kind darin keine Sekunde unbeaufsichtigt. Und behalte im Sandkasten im Blick, was in der Hand landet: kleine Steine, Zigarettenstummel oder Kastanien sind genau die Grösse, die nicht in den Mund gehört [1].

An verregneten Tagen ersetzt der Hindernisparcours aus dem Wohnzimmer (siehe oben) den Spielplatz ganz gut.

Diese Babyspiele machen Spass und fördern die Motorik.
Höhenflug eines Babyspiels! In einer speziellen Babyschaukel kann dein Kind das Kribbeln im Bauch spüren. © E+, Getty Images Plus

Quellen

  1. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung: Ersticken – Prävention und Erste Hilfe. Abgerufen am 06.08.2026.
  2. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung: Kinder und das Wasser – Aufmerksamkeit ist gefragt. Abgerufen am 06.08.2026.
  3. WHO Multicentre Growth Reference Study Group: WHO Motor Development Study: Windows of achievement for six gross motor development milestones. Acta Paediatrica Supplement 450, 2006. Abgerufen am 06.08.2026.
  4. Amt für Jugend und Berufsberatung Kanton Zürich: Die Entwicklung des Kindes im ersten Jahr. Abgerufen am 06.08.2026.
  5. American Academy of Pediatrics: Hand and Finger Skills (US-Quelle, ersatzweise verwendet). Abgerufen am 06.08.2026.

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