Laufen lernen: Frustrationen sind normal

Es läuft nicht immer so, wie man es selbst gerne hätte, diese Tatsache wird auch Ihr Kind zu spüren bekommen. Vom ersten Schritt bis zum schnellen Fangespiel, wie es die Geschwister machen, ist es noch ein weiter Weg. Wenn es zum x-ten Mal auf dem Po landet, kann es frustriert reagieren und zum bewährten Krabbeln zurückgreifen. Dieser Rückfall ist nur eine Phase – das Kind zieht es automatisch wieder auf die eigenen zwei Beine. Und beim nächsten Anlauf klappt es dann.

Mit 15 Monaten können die meisten Kinder wirklich laufen. Sie bewegen sich sicher auf beiden Beinen und können ohne Hilfe vom Boden aufstehen. Schwierigkeiten in diesem Alter bereitet noch das richtige Tempo. Ohne Rücksicht auf Verluste wird in einem Affentempo das Ziel angesteuert, ohne an das rechtzeitige Abbremsen zu denken. In drei, vier Wochen hat Ihr Kind dann raus, wie das Tempo richtig gedrosselt wird.

Funktioniert das Gehen automatisch, kennt der Welteroberungsdrang Ihres Kindes keine Grenzen mehr. Es will Fussballspielen, mit dem Hund um die Wette rennen, balancieren, über Hindernisse klettern. Ihr Kind ist mit Freude und Spass bei der Sache. Deshalb gilt, so oft wie möglich raus in den Garten oder in den Park. Dort kann sich Ihr Kind nach Herzenslust austoben. Eine weitere Alternative sind Spielgruppen. Hier haben Kinder Kontakt mit Gleichaltrigen und können gemeinsam spielen. Dies fördert zudem die Entwicklung des Kindes.

Ein Baby lernt das Laufen auch ohne Lauflernhilfen.

Lauflernhilfen sind umstritten.

Lauflernhilfen sind umstritten

Ein Lauflernwagen im Ferrari-Style oder mit blinkendem Spielcenter: Eltern haben in Babyfachgeschäften die Qual der Wahl. Ob eine Lauflernhilfe nötig ist, bleibt fraglich, denn Experten raten schon seit vielen Jahren davon ab. Die Nachfrage von Elternseite besteht weiterhin, denn die Regale sind mit den umstrittenen Hilfen weiter gefüllt. «Lauflernhilfen sind eine der schädlichsten Erfindungen für Kinder», sagt der Präsident des deutschen Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Wolfram Hartmann. Er kritisiert die europäische Sicherheitsnorm (DIN EN 1273) vom August 2005 für Lauflernhilfen, die der Sicherheit der Geräte dient. Bemängelt wird das grosse Gefahrenpotenzial. Kleinkinder können mit dem fahrenden Gestell Treppenstufen runterstürzen oder über Teppichkanten stürzen und umkippen. In Kanada ist der Verkauf von Lauflernhilfen seit 2004 verboten.

Sinnvollere Alternativen für Kinder, um das Laufen zu fördern oder ein laufendes Spiel zu ermöglichen, sind kleine Buggys, in denen das Lieblingskuscheltier umhergefahren werden kann. Oder auch die klassischen Holztiere, die an der Leine hinterhergezogen werden können.

Buch und Link-Tipp zur Entwicklung von Babys und zum Laufen lernen

  • Unser Baby Monat für Monat: Die ersten zwei Lebensjahre von Su Laurent
  • www.spielgruppen.ch Spielgruppenverzeichnis Schweiz

 

Text: Natascha Mahle

HiPP

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