Wie Babys Weihnachten erleben und mitgestalten

Weihnachten mit Baby

Mit Baby wird das Weihnachtsfest zu einem neuen Abenteuer. Bild: iStockphoto-Thinkstock

Weihnachtsbaum festgebunden

Dann gingen wir ins Wohnzimmer. Der kleine Weihnachtsbaum mit den Lichtern, der erste in unserer gemeinsamen Wohnung, faszinierte Lisa natürlich sehr. Wir hatten die Kugeln und Lichterketten zwar schon höher gehängt – dennoch unterschätzt, welchen Ehrgeiz Lisa im Laufe der nächsten Tage noch entwickeln würde, um an die schönen Weihnachtskugeln zu kommen! Schliesslich bohrte mein Mann ein Loch für einen kleinen Haken in die Wand, so dass der Weihnachtsbaum nun mit einem Tau an dem Haken fixiert werden konnte. Im nächsten Jahr kaufen wir eine Fichte – die spitzen Nadeln werden Lisa dann hoffentlich vom Baum fernhalten.

 

Vor der Bescherung sangen wir zusammen ein paar Weihnachtslieder. Dieser Moment war für mich das absolute High-Light des Tages: Wie süss Lisa versuchte mitzusingen, auf ihre ganz eigene, babyhafte Art. Wild ruderte sie mit Armen und Beinen zum Rhythmus! Davon machten wir viele Fotos - schliesslich ist das erste Weihnachtsfest mit Baby doch ein besonderes Fest!

Verpackung interessanter als der Inhalt

Danach kam ein Aha-Erlebnis: Zum ersten Weihnachtsfest sind Geschenke fürs Baby relativ überflüssig! Lisa interessierte sich null für ihr schönes Holz-Puzzle. Das einzige, was sie wirklich begeisterte, war die Verpackung! Vor allem faszinierten sie die bunten, sich kräuselnden Geschenkbänder.

Zum Glück hatten wir mit meinen Eltern vereinbart, dass sie das Geld für ein Geschenk für Lisas nächsten Geburtstag bei Seite legen. Denn dann ist sicher der Moment gekommen, wo teurere Anschaffungen schön wären: ein Puppenwagen zum Schieben und Nachziehen oder ein Schaukelpferd zum Beispiel.

Kein First-Class-Menü

Während meine Eltern mit Lisa (und den Geschenkbändern) spielten, holte ich das Gulasch aus dem Kühlschrank. Das hatte ich schon zwei Wochen vorher vorbereitet und dann eingefroren. Von einer Familie mit kleinem Kind kann niemand ein frisches First-Class-Festtags-Menü erwarten. Die Spätzli dazu machte mein Mann. Als Nachtisch gab es Glace – ebenfalls aus der Tiefkühltruhe.

Lisa hielt an diesem Tag bis 22 Uhr aus! Sie merkte schon sehr deutlich, dass dies ein besonderer Abend war. Dann schlief sie zum Glück auch problemlos ein – und ich mit ihr. Mein Mann und meine Eltern räumten alleine auf. So ist es eben – Weihnachten mit Baby.

Sieben Tipps für ein fröhliches Weihnachtsfest mit Baby:

  • Sinnvoll ist es, mit der Verwandtschaft zu besprechen, das Geld für ein Baby-Geschenk zu sparen – zugunsten eines Geschenkes zum nächsten Geburtstag oder Weihnachtsfest, das dann teurer ausfallen darf.
  • Christmette mit Baby muss nicht sein. In einer überfüllten Kirche kann sich ein Baby sehr unwohl fühlen.
  • Baumschmuck so hoch hängen, dass neugierige Baby-Hände nicht heran reichen können. Ein Weihnachtsbaum mit spitzen Nadeln hält Babys auf Abstand.
  • Fotoapparat bereitlegen: Das erste Weihnachtsfest mit Baby kommt nie wieder!
  • Essen schon Tage vor dem Weihnachtsfest vorbereiten und einfrieren. Das entspannt die Festtage ungemein!
  • Mut, das Weihnachtsfest ganz anders zu feiern als gewohnt. Nichts muss sein, wie es immer war.
  • Nicht das Baby ans Weihnachtsfest anpassen, sondern das Weihnachtsfest an den Rhythmus des Babys. Denn ist das Kind unausgeschlafen, wird es stressig für die Eltern.

 

Autor: Sigrid Schulze

 

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