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Gesunde Schlafatmosphäre: So schlummert das Baby am besten ein

Ein guter Schlaf ist wichtig für das körperliche und emotionale Wohlbefinden. Das gilt nicht nur für uns Erwachsene, sondern auch und erst recht für Babys. Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf und gute Schlafgewohnheiten ist die Schlafumgebung.

Schwarzweiss Foto eines Babys, das in ein Tuch gehüllt ist und lacht
Wer gut schläft, wacht fröhlich auf. © Pexels, CC0 Public Domain, Pixabay

Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder in einer Schlafumgebung, in der es nicht dunkel ist, schwerer einschlafen und/oder schlechter durchschlafen. Aber warum macht ein abgedunkelter Raum demgegenüber einen solchen Unterschied?

Warum die Abwesenheit von Licht bedeutsam ist

Dunkelheit ist für die Schlafenszeit unerlässlich. Die Abwesenheit von Licht sendet ein wichtiges Signal an den Körper des Babys, der nun beginnt, vermehrt Melatonin auszuschütten. Melatonin wird nicht umsonst als "Schlafhormon" bezeichnet. Es beeinflusst den Schlaf, indem es dem Gehirn signalisiert, dass es Zeit ist, sich auszuruhen. Dieses Signal hilft dem Körper des Säuglings, sich auf den Schlaf vorzubereiten. Die Muskeln des Kindes entspannen sich, es wird schläfrig und die Körpertemperatur sinkt. Lichteinträge – auch von künstlichen Lichtquellen – hemmen den natürlich Anstieg des Melatonins. Und eine Lichteinwirkung zur falschen Zeit verändert die „innere Uhr“ auf eine Weise, die sowohl die Dauer als auch die Qualität des Schlafs beeinträchtigen kann.

Babyzimmer-Verdunkelung: Vorhänge und Raffrollos besonders beliebt

Nun gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, das Babyzimmer zu verdunkeln. Sehr häufig im Babyzimmer anzutreffen sind Vorhänge, weil sie eine gemütliche Atmosphäre erzeugen. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch sanft drapierte Raffrollos, die am unteren Stoffende einen lockeren Faltenabschluss aufweisen. Sie werden wie Vorhänge auch mit Verdunkelungsfunktion und in unzähligen Designs angeboten. Dabei werden Raffrollos ebenso flexibel gehandhabt wie ein Vorhang.

Gegenüber Vorhängen hat die geraffte Fensterdekoration im Kinderzimmer jedoch den Vorzug, dass die Fenster bedeckt und nicht darüber hinaus reichend bis zum Boden hängt. Raffrollos können daher schwerer vom Kleinkind mit der Hand erreicht werden, sobald es in das Laufalter kommt. Das verringert die Unfallgefahr durch mögliches Herumhangeln am sehr viel längeren Vorhangstoff.

In manchen Fällen können Kleinkinder Angst in einem komplett abgedunkelten Raum bekommen. Eine Möglichkeit ist es, Vorhang und Raffrollo leicht geöffnet zu lassen. Eine weitere praktikable Lösung sind Fensterdekorationen mit Dimout-Stoffen, durch die noch etwas Licht kommt. Daneben haben sich in Kinderzimmern auch Nachtlichter etabliert, die dem Kind in einer an sich dunklen Schlafatmosphäre ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

Schwarz-Weiss-Foto mit zwei Paar Händen, die um Babyfüsse ein Herz bilden
Sicher und gut behütet – so schläft das Baby am liebsten. © Pixabay.com, 5921373, CC0 Public Domain

Eine sichere Schlafumgebung

Babys brauchen Sicherheit. Und auch die Eltern können sich besser entspannen, wenn sie ihr Baby gut geschützt an einem sicheren Ort wissen. Das Wichtigste für eine gute Schlafatmosphäre ist demnach ein sicherer Raum für den Babyschlaf.

Zum Thema Sicherheit gehört es auch, das Risiko für den plötzlichen Kindstods (SIDS) zu verringern, bei dem ein Baby im Alter von unter einem Jahr unerwartet im Schlaf verstirbt. Dank der aktuellen Erkenntnisse über die Risikofaktoren verringerten sich die Fälle des plötzlichen Kindstods mancherorts um bis zu knapp 80 Prozent.

Zu den Vorbeugemassnahmen gegen SIDS gehören:

  • Schlafen in Rückenlage
  • Schlafen im Schlafsack ohne Decke, Kissen, Fellunterlage, Kuscheltiere oder weiche Umpolsterung
  • Co Sleeping: Ein extra Babybett im Elternschlafzimmer
  • Eine Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius 
  • Eine rauchfreie Umgebung

Tipp für die Babymatratze: Die Matratze für das Babybett sollte so beschaffen sein, dass der Kopf des Säuglings nicht mehr als 2 bis 3 Zentimeter einsinkt und das Baby so selbst dann noch gut atmen kann, wenn es sich nachts einmal auf den Bauch dreht. Eine harte bis mittelharte Matratze ist daher eine gute Wahl. Diese hat zudem die nötige Stützfunktion für die Wirbelsäule des Babys, die noch keine S-Krümmung aufweist. Als Material für die Matratze bieten sich Kaltschaum und Schaumstoff an, denn diese lassen eine besonders gute Luftzirkulation zu.

Das weisse Rauschen

Der Punkt Ruhe geht Hand in Hand mit dem Punkt Dunkelheit. Denn nicht nur Lichtreize können das Baby überreizen. Auch Geräusche können diesen Effekt haben. Es gibt zwar Babys, die selbst während eines Silvesterfeuerwerks friedlich schlummern, doch viele Kinder sind besonders geräuschempfindlich und fühlen sich vor allem in der Einschlafphase durch eine allzu grosse Geräuschkulisse gestört. Natürlich lassen sich nicht alle Geräusche kontrollieren. Was von außen ins Zimmer dringt, liegt nur selten in unserer Hand. Doch können wir dafür sorgen, dass zur Schlafenszeit des Säuglings in der Wohnung Ruhe herrscht und wir können den Schlaf des Babys mit bestimmten Geräuschen sogar unterstützen.

Als hilfreich erweist sich das sogenannte weisse Rauschen. Es hat viele Vorteile für den Schlaf des Kindes, unter anderem erhöht es die Schlafqualität und hilft, Stress abzubauen und Überstimulation zu vermeiden und es blendet andere störende Geräusche bis zu einem gewissen Grad aus. Um weißes Rauschen sicher und effektiv einsetzen zu können, ist es wichtig, dass es nicht zu laut ist. Ganz konkret bedeutet das, es sollte nicht lauter als 50-60 dB sein. Der beste Platz für die künstliche Geräuschquelle im Kinderzimmer ist gegenüber dem Bettchen, nicht direkt daneben. Das Geräusch sollte immer kontinuierlich abgespielt werden und kann für den Nachtschlaf und das Mittagsschläfchen verwendet werden. Mittlerweile gibt es praktische Apps, mit denen die akustische Einschlafhilfe eingeschaltet werden kann und es sind auch entsprechende Videos bei YouTube und Co. zu finden.