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10 Tipps für die Hautpflege von Babys – und was du weglassen darfst

Wunderbar weich ist die Babyhaut. Damit das so bleibt, wird Hautpflege bei Babys gross geschrieben. Und das Beste: Sie ist viel einfacher als mancher glaubt – bei gesunder Haut brauchst du oft gar kein Pflegeprodukt.

10 Tipps für die Hautpflege von Babys
Überraschung: Ein Bad ist zur Hautpflege von Babys gar nicht die erste Wahl. © iStock / Getty Images Plus

Die Haut von Babys ist ganz anders als die von Erwachsenen. Sie ist nicht nur dünner, auch die Talgdrüsen arbeiten noch nicht richtig. Weil der Säureschutzmantel erst in den ersten Wochen nach der Geburt entsteht, sind trockene Stellen oder Rötungen häufig [1]. Schliesslich muss sich die Haut nach der Zeit in der Fruchtblase an eine völlig neue Umgebung, die trockene Luft, anpassen. Mit der richtigen Pflege schützt du die zarte Babyhaut auf natürliche Weise – und die besteht vor allem darin, wenig zu tun.

1 Käseschmiere nutzen

Bei der Geburt sind viele Neugeborene noch mit Käseschmiere, der Vernix, bedeckt. Sie schützt die Haut im Mutterleib vor dem Fruchtwasser. Doch auch nach der Geburt hat sie wichtige Funktionen: Sie wirkt wie eine natürliche Hautcreme und zieht schnell ein. Früher wurden die Neugeborenen oft noch abgerieben, heute darf sie meist einziehen und die Haut pflegen.

2 Nabel pflegen

Der Nabel des Neugeborenen verheilt in den ersten Wochen nach der Geburt. Dann fällt der trockene Nabelschnurrest ab. Wichtig ist, den Nabel immer trocken und sauber zu halten. Reinigen kannst du ihn mit einem sauberen, feuchten Lappen oder einem Wattestäbchen [1]; getrocknetes Wundsekret entfernst du vorsichtig mit einem in Kochsalzlösung getränkten Wattestäbchen.

Manche Hebammen empfehlen, den Nabel offen abheilen zu lassen, damit viel Luft an ihn kommt. Andere verbinden ihn mit einer Kompresse. Wichtig ist, dass die Windel nicht am Nabel reibt. Auch das erste Bad warten viele Eltern ab, bis der Nabel abgefallen ist, um Infektionen zu vermeiden. Es gibt aber auch Spitäler, wo das Baby direkt nach der Geburt gebadet wird. Wann das erste Bad stattfindet, entscheidet ihr als Eltern selbst. Ein gut abgetrockneter Nabel nach einem Bad bleibt aber auch wichtig, wenn der Nabel schon abgeheilt ist. Mit den Fingern spreizt du die Haut leicht, um alle Falten zu trocknen, damit sich keine Keime ansiedeln.

Wann du dich meldest: Ist der Nabel nach zwei Wochen noch nicht abgefallen, gerötet oder nässend, gehört er angeschaut – von deiner Hebamme, der Mütter- und Väterberatung oder der Kinderärztin [1]. Das gilt erst recht, wenn dein Baby zusätzlich Fieber hat oder schlecht trinkt.

3 Selten baden

Baden und anschliessendes Einölen gehört zu den schönsten Ritualen mit deinem Kind, weshalb viele Eltern es am liebsten täglich wiederholen möchten. Im ersten Lebensjahr ist die Haut noch sehr dünn und trocken, zu häufiges Baden verstärkt diesen Effekt. Ein bis zwei Bäder pro Woche reichen völlig aus. Das Wasser sollte rund 37 Grad warm sein, und länger als zehn Minuten muss das Bad nicht dauern [1]. Mehr dazu, worauf es beim Baby baden ankommt, liest du in unserem ausführlichen Ratgeber.

In den ersten vier bis sechs Lebenswochen solltest du zudem auf seifenhaltige Pflegeprodukte verzichten, da die Neugeborenenhaut noch nicht über einen Schutzmantel verfügt. Ein Bad im klaren Wasser reicht völlig aus. Ein Badezusatz ist grundsätzlich nicht nötig – er trocknet die Haut eher aus [1]. Wer trotzdem etwas ins Wasser geben möchte: Ein paar Tropfen Muttermilch sind ein altes Hausmittel und kosten nichts. Olivenöl im Badewasser bringt dagegen nichts – und pur auf der Haut ist es sogar ungünstig, weil es die Hautbarriere nachweislich schwächt [6].

Bei der Pflege nach dem Bad gilt ebenfalls die Devise «Weniger ist mehr». Die Pflegeprodukte sollten ph-neutral und frei von Parfumstoffen sowie Paraffinen sein. Zum Einölen sind naturbelassene Pflanzenöle wie Mandelöl oder Traubenkernöl geeignet – Mandelöl wird auch in Spitälern für die Neugeborenenpflege verwendet [2]. So wird auch rissige Neugeborenenhaut wieder weich.

4 Haare pflegen

Säuglinge entwickeln häufig den sogenannten Kopfgneis. Dieser verklebte Talg auf der Kopfhaut entsteht, weil Babys pro Quadratzentimeter Haut viel mehr Talgdrüsen haben als Erwachsene. Der Gneis kann mit einem Jojobaöl eingefettet werden, sollte aber nicht mit einem Waschlappen oder der Bürste abgekratzt werden. Sanftes tägliches Bürsten mit einer weichen Babybürste und eine leichte Kopfhautmassage sind dagegen unproblematisch und beugen sogar vor [1]. Woran du Kopfgneis von Milchschorf unterscheidest, erklären wir separat – die beiden werden oft verwechselt.

Auch Shampoo brauchen die Kleinen noch nicht. Die meisten Babys haben ohnehin noch nicht viele Haare. Die Kopfhaut ist zudem sehr empfindlich. Sogar pflanzliche Wirkstoffe können Reaktionen auslösen. Zum Waschen der Haare sind deswegen klares Wasser und ein weicher Waschlappen völlig ausreichend.

5 Den Windelbereich schützen

Bei Babys sind Windelausschläge häufig. Am besten beugst du ihnen vor, indem du tagsüber regelmässig wickelst – etwa alle vier bis sechs Stunden und nach jedem Stuhlgang [2]. Nachts muss die Windel nicht gewechselt werden, ausser dein Baby hat Stuhlgang. Ständige Nässe kann schnell zu Irritationen im sensiblen Bereich führen.

Parfümierte Feuchttücher können Irritationen verstärken; zum Reinigen reicht ein in Wasser getränkter Waschlappen oder ein weiches Tuch für empfindliche Haut völlig aus. Danach wird der Windelbereich abgetrocknet – auch die Hautfalten. Bei gesunder, intakter Haut braucht es überhaupt kein Pflegeprodukt [2]. Ist die Haut leicht gerötet, hilft bei jedem Wickeln eine fetthaltige Creme oder Salbe, etwa mit Wollfett (Lanolin) oder Dexpanthenol; bei starker Rötung empfehlen Fachleute eine zinkhaltige Cremepaste [2]. Und lass dein Baby ruhig auch mal «unten ohne» strampeln: Je mehr Luft an den wunden Po kommt, umso schneller verheilen die Rötungen. Alle Details dazu findest du in unserem Ratgeber zum wunden Po beim Baby.

Kein Puder – auch kein Kartoffelmehl: Das alte Hausmittel, Stärkemehl über die frische Windel zu streuen, steht in keiner aktuellen Fachempfehlung mehr [2]. Puder verstopft die Poren und macht einen Windelausschlag eher schlimmer. Dazu kommt ein Risiko, das viele nicht auf dem Schirm haben: Öffnet sich eine Puderdose über dem liegenden Kind, kann Puder eingeatmet werden und in die Lunge gelangen – bis hin zu schweren Lungenschäden. Die Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben zwischen 1979 und 2008 insgesamt 113 solcher Aspirationsunfälle mit Babypuder dokumentiert, meist bei Kindern zwischen einem halben und zwei Jahren [5].

Wann du dich meldest: Wenn sich die Rötung trotz Pflege nach zwei bis drei Tagen nicht bessert oder verschlechtert, wenn rund um die gerötete Haut kleine weissliche oder rötliche Stellen auftauchen (das kann ein Windelsoor sein, also eine Pilzinfektion) oder wenn Fieber, Trinkschwäche oder Schlaflosigkeit dazukommen, hol dir Rat bei der Mütter- und Väterberatung oder in der Kinderarztpraxis [2].

6 Mit reinem Öl massieren

Zur Hautpflege gehören auch regelmässige Baby-Massagen. Diese pflegen die Haut sanft und sind schöne Nähemomente für euch beide. Zum Massieren sind reines Mandel-, Jojoba- oder Avocadoöl gut geeignet, ebenso wie Feuchtigkeitscremes für Babys. Wichtig ist auch hier, dass die Pflegeprodukte weder mit Konservierungsstoffen belastet sind noch Parfüme enthalten. Ungeeignet sind Cremes auf Erdölbasis – und Speiseöle sind mit Vorsicht zu geniessen: Von Olivenöl raten Fachleute für die Babymassage ausdrücklich ab, weil es die Hautbarriere messbar schwächt und Rötungen begünstigt [6]. Bei Ölen mit pflanzlichen Zusätzen wie Calendula gilt zudem: Sie können Allergien auslösen, besonders bei empfindlichen Kindern.

7 Bei Babypuder und Cremes sparen

In der Babypflege hat sich in den vergangenen Jahrzehnten viel geändert. Wurde in den 80er Jahren noch viel Puder verwendet, wird heute das Gegenteil empfohlen – aus den Gründen, die in Tipp 5 stehen. «Weniger ist mehr» gilt deshalb nicht nur bei Duschlotionen, sondern auch bei Hautcremes.

Die Haut von gesunden Säuglingen muss gar nicht eingecremt werden – bei intakter Haut sind Pflegeprodukte schlicht nicht notwendig [2], und generell gilt: zurückhaltend sein mit Babypflegeprodukten. Ist es trotzdem nötig, verwendest du am besten eine wasserhaltige Babylotion oder Körpermilch, denn fetthaltige Cremes ziehen schlechter in die Haut ein. Vorsicht ist auch bei den Inhaltsstoffen geboten: Pflanzliche Zusätze wie Calendula können Allergien auslösen, und Olivenöl schwächt die Hautbarriere [6]. Frühgeborene haben eine besonders unreife Hautbarriere und verlieren mehr Flüssigkeit über die Haut – wie ihre Haut gepflegt wird, besprichst du am besten mit dem betreuenden Team.

8 Direkte Sonneneinstrahlung meiden

Babyhaut verfügt noch über keinen körpereigenen UV-Schutz. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte dein Baby deshalb keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein [1] [3] – nicht nur in den ersten Monaten. Die Krebsliga Schweiz empfiehlt für Kinder von 0 bis 1 Jahr, direkte Sonnenstrahlung zu meiden und insbesondere die Mittagszeit im Haus oder im Schatten zu verbringen. Sommer-Kleidung wie ein Hut mit Nackenschutz, langärmlige Bodys und dünne Söckchen schützt die Haut auch bei hohen Temperaturen vor einem Sonnenbrand. Für die wenigen unbedeckten Stellen eignet sich eine Sonnencreme ohne chemische Filter, die für Kinder unter einem Jahr zugelassen ist [1]. Wie du dein Sommerbaby vor der Sonne schützt, haben wir ausführlich zusammengestellt.

9 Erst mit der Beikost ans Wasser denken

Solange Muttermilch oder Säuglingsmilch den Hauptteil der Ernährung ausmacht, ist dein Baby damit vollständig mit Flüssigkeit versorgt – zusätzliches Wasser braucht es nicht [4]. Erst wenn dein Kind zu drei Mahlzeiten feste Beikost bekommt, sind täglich rund 2 dl zusätzliche Flüssigkeit sinnvoll [4]. Geeignet sind Hahnenwasser, mineralstoffarmes stilles Mineralwasser oder ungesüsster Tee – und zwar aus dem Becher oder der Tasse, nicht aus der Flasche: Dauernuckeln an der Schoppenflasche begünstigt Karies. Ob dein Kind genug trinkt, siehst du an den gut gefüllten Windeln [4]. Dass Trinkwasser die Haut von aussen weich hält, ist übrigens ein hartnäckiger Mythos – für die Haut zählt, was du drumherum tust.

10 Neue Babykleidung waschen

Neue Babykleidung fühlt sich weich an – das liegt oft an Rückständen aus der Herstellung und Ausrüstung des Gewebes, nicht daran, dass die Kleidung besonders sanft wäre. Diese Rückstände können empfindliche Babyhaut reizen. Wasch deshalb alle Kleider vor dem ersten Tragen mit einem milden Waschmittel, um mögliche Schadstoffe zu entfernen [1]. Auf Weichspüler verzichtest du dabei besser ganz.

Quellen

  1. Universitäts-Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung, Neonatologie: «Säuglingspflege – Für einen guten Start zu Hause», Elterninformation (Nabelpflege und Warnzeichen, Babybad, Hautpflege, Sonne, Kleidung). PDF, abgerufen am 11.08.2026.
  2. Universitäts-Kinderspital Zürich: «Gesässpflege bei Säuglingen und Kleinkindern», Elterninformation (Wickelrhythmus, Pflegeprodukte, Zinkpaste, Lufttherapie, wann Rat einzuholen ist). PDF, abgerufen am 11.08.2026.
  3. Krebsliga Schweiz: «Sonnenschutz für Kinder» – Empfehlungen für Kinder von 0 bis 1 Jahr. krebsliga.ch, abgerufen am 11.08.2026.
  4. Gesundheitsförderung Schweiz / Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE: «Essen und Trinken im ersten Lebensjahr», Handbuch 2018, Kapitel 27 «Getränke». PDF, abgerufen am 11.08.2026.
  5. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR, Deutschland): «Talkumhaltiger Babypuder ist ein Gesundheitsrisiko», Presseinformation Nr. 20/2011 vom 27.06.2011 – ausgewertet wurden Fälle der Giftinformationszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. bfr.bund.de, abgerufen am 11.08.2026.
  6. Danby SG et al.: «Effect of olive and sunflower seed oil on the adult skin barrier: implications for neonatal skin care», Pediatric Dermatology 2013;30(1):42–50 – randomisierte Untersuchung an erwachsenen Freiwilligen, aus der die Autorinnen und Autoren von Olivenöl bei trockener Haut und für die Babymassage abraten. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 11.08.2026.

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