Tipps zur Linderung der Bauchschmerzen beim Baby

Um die Schmerzen für das Baby erträglicher zu machen und es zu beruhigen, können Sie folgende Tipps einmal ausprobieren:

Tipps für das Stillen

  • Das Kind sollte am besten beim Stillen eine Brust leer trinken. So bekommt es auch Hintermilch. Babys, die nur Vordermilch trinken, erhöhen den Gehalt an Laktose im Darm. Das kann zu Blähungen führen.
  • Lassen Sie Ihr Kind nach dem Stillen gut aufstossen.
  • Kommt Ihr Kind beim Stillen mit dem einschiessenden Milchschwall nicht zurecht, sollten Sie Ihre Milch vorher abdrücken.
  • Vielleicht hilft es, wenn Sie während des Stillens auf dem Rücken liegen.
  • Nach dem Stillen können manche Babys beruhigt werden, wenn Sie sie im Arm wiegen und sie an Ihrem Finger saugen können.

Quelle: «Das Stillbuch» von Hannah Lothrop, 33. aktualisierte Auflage 2009

Tipps zum Beruhigen

Wenn Babys weinen, können sie durch die körperliche Nähe zu Mutter oder Vater beruhigt werden. Auch sanft mit dem Kind zu sprechen, kann helfen. «Es gibt aber kein Patentrezept», sagt Mütterberaterin Claude Zangger.

Wichtig ist, die Schlaf-, Wach- und Trinkphasen des Babys zu erkennen. So können Sie Ihr Kind an bestimmte Routinen gewöhnen und ständigen Wechsel sowie immer neues Ausprobieren vermeiden. Es ist wichtig, dass der Tagesablauf strukturiert und immer wieder gleich gestaltet ist.

Wenn das Kind in der Nacht sehr unruhig ist, sollten die Eltern, wenn möglich, vermeiden, in der Wohnung herumzulaufen. Denn meistens wird dadurch das Baby zusätzlich stimuliert. Nach dem Stillen sollten Sie Ihr Baby also am besten eine Weile halten und mit Körperkontakt und Stimme beruhigen, um es dann wieder in sein Bettchen zu legen.

Viele Mütter geben dem Kind die Brust, um es zu beruhigen. Claude Zangger erklärt: «Wenn das Kind alle anderthalb Stunden trinkt und es an Gewicht zunimmt, kann das in den wenigsten Fällen Hunger sein.»

Am Tag können Sie versuchen, Ihr Baby mit anderen Methoden zu beruhigen. Ein paar Anregungen aus dem Stillbuch von Hannah Lothrop und der Plattform sprechzimmer.ch finden Sie hier:

  • Schaukeln Sie das Kind in einer Wiege oder auf Ihrem Arm sanft hin und her. Wippende Bewegungen beruhigen.
  • Gehen Sie mit dem Baby durch die Wohnung spazieren oder an die frische Luft nach draussen.
  • Manche Babys mögen den Fliegergriff und lassen sich so gut beruhigen. Dazu legen Sie das Kind mit dem Bauch auf den Unterarm und fliegen mit ihm durch die Gegend.
  • Viele Kinder fühlen sich in einem Tragetuch am Bauch der Mutter oder des Vaters wohl, weil es an die Geborgenheit im Bauch der Mutter erinnert.
  • Singen Sie dem Kind etwas vor oder spielen Sie ihm ein Lied auf einem Instrument wie einer Flöte vor. Wer kein Musikinstrument spielen kann und keine begnadete Stimme hat, kann auch eine Musik-CD auflegen.
  • Sanfte Bauchmassagen im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel können ebenso zur Linderung der Schmerzen beitragen. Sie sollten allerdings nach Angaben von Ärzten erst ab der 5. Woche ausgeführt werden. Dazu können Sie Kümmelöl für Babys aus der Apotheke verwenden. Ebenso kann eine Massage in Form einer 8 entlang des Rückens das Baby beruhigen.
  • Legen Sie eine Wärmflasche auf den Bauch des Babys. Vorsicht: Die Flasche sollte nicht zu heiss sein. Legen Sie am besten ein Handtuch darum.
  • Geben Sie Ihrem Kind nicht zu heissen Kümmel-, Anis- oder Fencheltee. Das kann die Schmerzen lindern.
  • Die Oberschenkel des Babys rhythmisch gegen den Bauch des Babys zu drücken, kann helfen, die Luft aus dem Bauch zu lassen.

Buch-Tipps und Link-Tipps zum Thema Blähungen bei Babys

  • Tipps zur Ernährung während der Stillzeit erhalten Sie in der Broschüre der Gesellschaft für Ernährung. Sie können diese hier herunterladen: www.sge-ssn.ch
  • Tipps zum Stillen und wie Sie Ihr Kind beruhigen, wenn es viel weint, erhalten Sie im Ratgeber «Das Stillbuch» von der Psychologin Hannah Lothrop.
  • Tipps für Eltern von Schrei-Babys gibt es im Buch «Was mein Schreibaby mir sagen will» von Renate Barth.
  • Sollten Sie Fragen zu den Bauchschmerzen Ihres Babys haben oder sollte Sie die Situation stark belasten, können Sie sich an die Mütter- und Väterberatungsstellen in Ihrer Region wenden. Eine Übersicht über die Beratungsstellen finden Sie hier: www.muetterberatung.ch

 

Text: Angela Zimmerling

HiPP

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