Baby > Gesundheit & PflegeWie du deinem Baby die Fingernägel behutsam schneidest – ab wann, womit und wie oftSo winzig sind die Fingerchen von Neugeborenen. Wie soll man bloss die noch viel kleineren Nägel kürzen? Mit diesen Tipps klappt das Schneiden der Fingernägel bei Babys – ganz ohne Tränen. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Die Nagelschere ist das beliebteste Werkzeug zum Fingernägelschneiden bei Babys. © iStock, Getty Images Plus Stillhalten ist für Babys gar nicht so einfach. Sie strampeln und entdecken die Welt, greifen nach Neuem und ballen die kleinen Hände zu Fäusten. Gleichzeitig wachsen die Nägelchen. Kleine Kratzer im Gesicht bleiben da nicht aus. Doch wie schneidest du sie am besten – und ab wann? Die wichtigsten Antworten auf alle Fragen rund um die Nagelpflege für Babys. Fingernägel von Neugeborenen Die Fingernägel wachsen schon vor der Geburt und zählen deshalb zu den vielen sogenannten Reifezeichen. Bei Kindern, die vor der 37. Woche geboren werden, reicht der Nagel kaum bis zur Fingerkuppe. Bei pünktlichen Babys reicht er bereits über die Kuppe hinaus. Als übertragen gilt ein Neugeborenes, das in oder nach der 42. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt: Finger- und Zehennägel sind dann verhältnismässig lang, und häufig schält sich auch die Haut schon [4]. Ab wann die Fingernägel geschnitten werden Die Fingernägel von Säuglingen sind bei der Geburt noch sehr weich. Der Schweizerische Hebammenverband empfiehlt deshalb, sie erst nach vier bis sechs Wochen zum ersten Mal zu schneiden [1]. In diesen ersten Wochen gilt: kürzen nur dann, wenn sich im Gesicht Kratzspuren zeigen [2][3]. Kratzt sich dein Kind oder hat es «Spliesschen», kannst du die Nägel mit etwas Mandelölsalbe oder Öl eincremen, zum Beispiel während des Stillens. Dann bleiben sie schön weich [1]. Wie viel Pflege die zarte Babyhaut sonst noch braucht, liest du in unseren Tipps zur Hautpflege von Babys. Ab dem zweiten Lebensmonat werden die Nägel dann je nach Bedarf regelmässig geschnitten [3]. In den ersten Monaten wachsen sie sehr unterschiedlich und oft auch nicht gleichmässig. Die Nagelpflege wird deshalb schnell zur Routine. Nagelschere, Nagelfeile oder Babynagelknipser? Der Klassiker für das Fingernägelschneiden bei Babys sind spezielle Babynagelscheren. Sie sind vorne an der Spitze abgerundet und stumpf, damit sie das Kind nicht verletzen [2][3]. Beim Kauf darauf achten: Gute Nagelscheren liegen den Eltern fest in der Hand. Das bunte Design nimmt der Schere ihren Schrecken – ein Spielzeug ist sie deswegen aber nicht. Bewahre sie ausserhalb der Reichweite deines Kindes auf. Es gibt auch Nagelfeilen speziell für Babys. Mit ihnen rundest du den überstehenden Nagel behutsam ab. Eine normale Sandblattfeile ist für die Kleinen hingegen ungeeignet: Sie kann die weiche Fingerkuppe verletzen. Vorsicht ist auch bei Babynagelknipsern geboten. Mit ihnen ist schnell zu viel vom Nagel abgeknipst – und manchmal sogar etwas Haut. Nägel niemals mit den Zähnen abknabbern Immer wieder hört man den Tipp, die weichen Nägelchen einfach mit den Zähnen abzuknabbern. Davon raten Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte ausdrücklich ab: Der Nagel kann dabei einreissen, und wenn Keime aus dem Mundraum der Eltern unter die Haut des Babys gelangen, kann daraus eine schmerzhafte Entzündung entstehen [3]. Die richtige Technik beim Fingernägelschneiden Halte die kleinen Finger gut vorne fest und drücke die Fingerkuppe etwas zurück. Das verringert die Gefahr, in die Haut zu schneiden [2][3]. Lege den Arm deines Babys dabei auf eine feste Unterlage, damit eine ruckartige Bewegung nicht gefährlich wird [3]. Schneide den Nagel in mehreren kleinen Etappen und entlang seiner natürlichen Biegung, seitlich aber nie zu tief [2]. Spitze Ecken rundest du ab, damit sich dein Baby daran nicht verletzt und am Ende keine kleinen Narben im Gesicht zurückbleiben. Das geht sehr gut mit der Feile. Fühle zum Schluss nach, ob irgendwo noch eine scharfe Kante geblieben ist [3]. Diese Hebamme zeigt Schritt für Schritt, wie du deinem Baby die Fingernägel schneidest. Wenn du doch einmal in die Haut schneidest Das passiert selbst vorsichtigen Eltern – und ist meist halb so schlimm. Drücke ein sauberes Tuch auf die Stelle, bis die Blutung aufhört. Ein Verband ist bei kleinen Blessuren in der Regel nicht nötig [3]. Behalte den Finger danach im Auge. Zeigt sich am Nagelrand eine Rötung, bespricht deine Hebamme das weitere Vorgehen mit dir [1]. Ist ein Fingerchen wegen eines eingewachsenen Nagels gerötet, zeig es der Kinderärztin oder dem Kinderarzt [2]. Das gilt erst recht, wenn die Stelle anschwillt, sich warm anfühlt oder eitert. Warum Babysöckchen über den Händen keine gute Idee sind Damit Säuglinge sich mit ihren Nägelchen nicht kratzen, wird immer wieder geraten, ihnen Kratzfäustlinge oder Babysocken überzuziehen. Das schränkt das Baby aber stark ein. Schliesslich entdeckt es mit seinen Händen die Welt: Es fühlt und greift, es schmeckt mit den Fingern, es berührt beim Stillen die Brust der Mutter. Besser ist es, in den ersten Wochen nur die kratzenden Nagelspitzen zu entschärfen und die Nägel mit etwas Öl weich zu halten [1][3] – und ab dem zweiten Monat regelmässig zu schneiden [3]. Wenn du dich nicht selbst traust, bitte deine Hebamme darum. Guter Zeitpunkt zum Nägelschneiden Auf das Timing kommt es an, wenn die Nägelchen gekürzt werden müssen. Denn während du mit Schere und Feile hantierst, muss das Baby stillhalten. Achte ausserdem auf gutes Licht. Diese Momente sind dabei Gold wert: 1. Baden Nach dem Baden sind die Nägel aufgeweicht und lassen sich am einfachsten schneiden [3]. Babys sind dann häufig auch besonders entspannt: Das Planschen im warmen Wasser macht müde, und nach der Babymassage mit Öl fühlen sich die meisten Kleinen pudelwohl. 2. Schlafen Oder du wartest einen ruhigen Moment ab, etwa wenn das Baby im Stubenwagen, auf dem Sofa oder im Kinderwagen eingeschlafen ist. Dann kommst du gut an die Nägel. Der Kinderwagen draussen hat noch den Vorteil, dass das Licht zum Schneiden sehr gut ist. Weniger praktisch ist das Babybett mit den Gitterstäben: Gebückt ist es schwerer, die Finger zu halten und gleichzeitig richtig zu schneiden. 3. Stillen Beim Stillen ist das Baby voll und ganz mit dem Saugen beschäftigt. Als Mutter gleichzeitig den Kopf zu halten und Nägel zu schneiden, ist allerdings umständlich. Am besten übernimmt in diesem Moment jemand anderes die Nagelpflege. 4. Spielen Am schwierigsten ist das Schneiden, wenn das Baby wach und zum Spielen aufgelegt ist. Muss ein Nagel unbedingt gekürzt werden, lenke es gleichzeitig mit einem Spielzeug oder einem Lied ab. Das ist nicht einfach, weil es die Schere sicherlich genauer unter die Lupe nehmen möchte – aber einen Versuch wert. Apropos Fussnägel: Wann diese geschnitten werden Um die Fussnägel musst du dir seltener Gedanken machen: Sie wachsen langsamer als die Fingernägel und müssen deshalb weniger oft gekürzt werden [3]. Ganz vergessen solltest du sie trotzdem nicht – sonst bleibt dein Baby irgendwann mit einer Nagelecke in der Kleidung oder im Schlafsack hängen [3]. Das Schneiden macht am Fuss häufig mehr Mühe, weil sich die Haut leicht über das Nagelbett schiebt. Damit der Nagel nicht seitlich in die Haut einwächst, werden Fussnägel immer gerade geschnitten [2][3]. Ganz im Gegensatz zu den Fingernägeln: Die sollten abgerundete Enden haben, damit sie keine Kratzer verursachen. Quellen Schweizerischer Hebammenverband: Ab wann darf man Babys Nägel schneiden? (abgerufen am 10.08.2026) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), kindergesundheit-info.de: Körperpflege des Babys von Kopf bis Fuss, Stand 27.05.2026 (Deutschland; abgerufen am 10.08.2026) Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), kinderaerzte-im-netz.de: Auch Babys brauchen Nagelpflege (Deutschland; abgerufen am 10.08.2026) MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Übertragene Säuglinge, Stand Februar 2025 (abgerufen am 10.08.2026)