Baby > Gesundheit & PflegeMilien beim Baby: Was du bei Griesskörnern tun kannst – und warum sie von selbst verschwindenFeine, weisse Pünktchen im Gesicht des Neugeborenen, meist auf Nase, Wangen und rund um die Augen: Das sind Milien, im Volksmund Griesskörner oder Hautgriess. Sie sind harmlos, sie tun dem Baby nicht weh, und sie verschwinden von selbst. Wie du sie erkennst, wie du sie von Neugeborenenakne und Kopfgneis unterscheidest – und warum du sie auf keinen Fall ausdrücken solltest. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Milien sehen aus wie winzige Griesskörner unter der Haut – daher kommt auch der Name: «milium» ist das lateinische Wort für Hirse [1]. Für viele Eltern sind sie trotzdem ein Schreckmoment. Gerade beim Neugeborenen gibt schon die kleinste Veränderung des Hautbilds Anlass zur Sorge. Die gute Nachricht vorweg: Milien gehören zu den häufigsten Hautveränderungen bei Neugeborenen überhaupt. Bis zu 50 Prozent der Neugeborenen haben sie. Sie verursachen keine Beschwerden, sie jucken nicht, und sie brauchen keine Behandlung [1]. Was Milien genau sind Milien sind kleine, weiss-gelbliche Knötchen von einem bis drei Millimetern Grösse. Sie kommen oft im Gesicht vor, auf den Augenlidern und rund um die Augen, können aber am ganzen Körper auftreten [1]. Beim Baby zeigen sie sich meist schon in den Tagen nach der Geburt [2]. Medizinisch handelt es sich um Keratinzysten: winzige, mit Hornmaterial gefüllte Hohlräume in der Oberhaut, die keine Verbindung zur Hautoberfläche haben. Sie sind nicht infektiös und nicht ansteckend [1]. Genau deshalb lassen sie sich auch nicht ausdrücken wie ein Mitesser – dazu weiter unten mehr. Fachleute unterscheiden zwei Formen. Primäre Milien entstehen spontan, ohne erkennbare Ursache. Das ist die Form, die Neugeborene betrifft. Sekundäre Milien bilden sich dagegen erst nach Hauterkrankungen mit Blasenbildung, nach Verletzungen oder nach der Verabreichung bestimmter Medikamente [1]. Milien, Neugeborenenakne, Kopfgneis oder Hitzepickel? «Irgendetwas Weisses im Gesicht» kann beim Baby ganz Verschiedenes bedeuten. Diese Unterscheidung ist das, was im Alltag wirklich weiterhilft – hier die vier häufigsten Verwechslungen und woran du sie auseinanderhältst: Milien (Hautgriess): einzelne, feste, weiss-gelbliche Pünktchen von einem bis drei Millimetern, meist auf Nase, Wangen, Stirn und rund um die Augen. Keine Rötung, kein Juckreiz, keine Beschwerden. Sie sehen aus wie kleine Griesskörner unter der Haut [1] [2]. Neugeborenenakne: kleine rote Pusteln mit einem gelblichen Knötchen in der Mitte, dazu nicht entzündete Mitesser. Sie betrifft überwiegend Buben und geht auf mütterliche Hormone und noch unreife Talgdrüsen zurück. Mit regelmässiger, sanfter Pflege verschwindet sie in den ersten Lebensmonaten wieder [2] [3]. Kopfgneis (seborrhoisches Ekzem): fest haftende, gelblich-fettige Schuppen auf der Kopfhaut, ohne entzündliche Rötung – und ohne Juckreiz. Er wird meist in den ersten drei Lebensmonaten erkennbar und heilt bei den meisten Babys bis zum ersten Geburtstag vollständig und folgenlos ab [2] [4]. Milchschorf: wird oft mit Kopfgneis verwechselt, ist aber etwas anderes – nämlich entzündliche, stark juckende Hautveränderungen, die auf eine beginnende Neurodermitis beim Baby hindeuten können [4]. Hier lohnt sich die ärztliche Abklärung. Hitzepickel (Miliaria): Hier ist der Schweissfluss blockiert und der Schweiss staut sich in der Haut. Je nach Tiefe entstehen tröpfchenförmige Bläschen, die bei leichtem Druck platzen, oder gereizte, juckende Pickelchen. Typisch sind sie bei warmem, feuchtem Wetter – aber auch bei einem zu warm angezogenen Kind. Die wichtigste Massnahme: die betroffenen Stellen kühl und trocken halten [5]. Die einfachste Faustregel: Milien sind weiss, fest, klein und völlig unauffällig – ohne Rötung, ohne Juckreiz, ohne Nässen [1]. Sobald die Haut rot, entzündet oder nässend ist oder dein Kind sich kratzt, steckt vermutlich etwas anderes dahinter. Ausführlich zu den beiden häufigsten Verwechslungen: Was Neugeborenenakne ist und was gegen die Pickelchen hilft und Tipps gegen Milchschorf und Kopfgneis. Milien verschwinden meist von selbst Bei Neugeborenen verschwinden Milien innert einiger Wochen von alleine und werden nicht behandelt [1]. Manchmal dauert es etwas länger – dann gehen sie im Lauf der ersten Lebensmonate spontan zurück [2]. Eine besondere Hautpflege ist dafür nicht nötig; sie würde das empfindliche Hautmilieu eher zusätzlich reizen. Dass die Babyhaut in den ersten Wochen überhaupt so viel «macht», hängt mit der Umstellung nach der Geburt zusammen. Im Mutterleib und während der Geburt trägt die Haut noch die Käseschmiere (Vernix caseosa), eine Art körpereigene Schutzcreme. «Da die Käseschmiere antibakterielle Substanzen enthält, verhindert sie auch Infektionen der Haut während des Geburtsvorgangs», erklärt der Drogist Martin Kropf gegenüber der Gesundheitsplattform Vitagate. Wird sie nach der Geburt entfernt, braucht die empfindliche Babyhaut besonderen Schutz – denn die natürlichen Hautschutzfunktionen reifen erst im Lauf der Zeit heran [3]. Dein Kind selbst bemerkt die Pünktchen übrigens gar nicht: Milien verursachen keine Beschwerden. Bis sie weg sind, gilt vor allem eine milde, zurückhaltende Pflege – mehr dazu in unseren 10 Tipps für die Hautpflege von Babys. Das solltest du bei Milien nicht tun Der beste Umgang mit Hautgriess beim Neugeborenen ist abwarten. Konkret heisst das: Nicht ausdrücken. Milien sind geschlossene Zystchen ohne Verbindung zur Hautoberfläche – es kommt nichts heraus, ausser du verletzt die Haut deines Babys. Auch die Pusteln der Neugeborenenakne sollst du keinesfalls ausdrücken [3]. Nicht aufkratzen und nicht mit einer Nadel öffnen. Milien mit Nadel oder Lanzette zu eröffnen und zu entleeren, ist eine rein kosmetische Behandlung bei älteren Kindern und Erwachsenen und gehört in ärztliche Hände [1]. Auf Säuglingshaut hat sie nichts verloren: Du riskierst eine schmerzhafte Entzündung und eine Narbe an einer Stelle, die ohnehin von selbst abgeheilt wäre. Keine Peelings und keine Aknemittel. Produkte gegen unreine Haut sind für erwachsene Haut gemacht und reizen die Säuglingshaut unnötig. Keine Cremes oder Öle «gegen» Milien. Milien werden bei Neugeborenen gar nicht behandelt. Ist die Haut trocken, ist eine milde, aufs Baby abgestimmte Pflege sinnvoll – aber nicht als Therapie gegen die Pünktchen. Zurückhaltung rund um die Augen. Genau dort sitzen Milien besonders häufig – und genau dort ist die Haut am dünnsten. Kurz gesagt: Die beste Methode beim Umgang mit Hautgriess ist Geduld. Wann du mit dem Baby zur Kinderärztin gehst Milien allein sind kein Grund für einen Arzttermin. Es gibt aber Situationen, in denen du die Haut deines Babys anschauen lassen solltest: Die Pünktchen röten sich, entzünden sich, nässen oder eitern. Milien sind nicht infektiös und verursachen keine Beschwerden [1] – dann steckt etwas anderes dahinter. Dein Baby wirkt beeinträchtigt: Es kratzt sich, ist unruhig, der Ausschlag juckt. Auch das passt nicht zu Milien. Der Ausschlag breitet sich stark aus, verändert sich rasch oder es kommen Bläschen, Blasen oder Krusten dazu. Die Pünktchen bleiben länger als ein paar Wochen deutlich sichtbar. «Ist der Leidensdruck gross oder bleiben die Ausschläge lange Zeit bestehen, ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren», rät Drogist Martin Kropf [3]. Du bist unsicher, ob es wirklich Milien sind. Die Diagnose stellt die Ärztin anhand des klinischen Bildes und grenzt dabei unter anderem Akne, Infektionskrankheiten und Warzen ab [1]. Auch die Apotheke hilft bei Unsicherheiten weiter und zieht bei Bedarf eine medizinische Fachperson bei [2]. Nachfragen ist nie falsch. Für harmlose Pünktchen brauchst du aber keinen Notfalltermin – die nächste reguläre Kontrolle reicht in aller Regel. Milien bei älteren Kindern und Erwachsenen Während Milien beim Baby in der Regel von alleine verschwinden, bleiben sie bei älteren Kindern und Erwachsenen eher bestehen. Unbedenklich sind sie auch dann: Die gutartigen Knötchen verursachen keine Komplikationen, eine Behandlung ist in der Regel nicht notwendig. Wer sie aus kosmetischen Gründen loswerden möchte, lässt sie ärztlich mit einem feinen Einschnitt öffnen und entleeren; in der Fachliteratur werden auch andere Methoden wie eine Laserbehandlung beschrieben [1]. Quellen PharmaWiki, Milien, Stand 23.03.2026 (abgerufen am 07.08.2026) TopPharm Apotheken und Drogerien, Milchschorf, Kopfgneis, Neugeborenen-Akne, Milien, Windel-Dermatitis (abgerufen am 07.08.2026) vitagate.ch, Hautprobleme bei Neugeborenen, aktualisiert am 27.05.2020, Quelle «Drogistenstern» (abgerufen am 07.08.2026) IQWiG / gesundheitsinformation.de (Deutschland), Seborrhoisches Ekzem bei Säuglingen, aktualisiert am 31.01.2024 (abgerufen am 07.08.2026) MSD Manual Profi-Ausgabe (USA), Miliaria, Stand März 2024 (abgerufen am 07.08.2026) Publiziert von der Redaktion, Titelbild: Energyy/iStock, Getty Images Plus