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Fussmassage beim Baby: die Anleitung

Eine Fussmassage gefällt schon den kleinsten Babys und kann beim Zahnen, bei Bauchweh und beim Einschlafen beruhigen. Eine Anleitung in vier Schritten.

Fussmassage beim Baby
 

Massagen können bei Verspannungen kleine Wunder bewirken. Plötzlich fühlt sich der Körper leichter und aktiver. Das geht nicht nur Erwachsenen so, sondern auch schon Säuglingen. Du kannst schnell lernen, wie du die winzigen Babyfüsse massierst und deinem Baby damit entspannte Momente zu Hause schenkst.

Warum eine Fussmassage dem Baby guttut

Es ist ein Gefühl reinster Geborgenheit, wenn Mutter oder Vater langsam und voller Aufmerksamkeit über die weiche Babyhaut streichen und das Öl einmassieren. Der intensive Körperkontakt und die streichenden Bewegungen bauen eine grosse Nähe zwischen dir und deinem Kind auf. Dein Baby nimmt die Berührungen bewusst wahr und lernt auf diesem Weg seine Sinne kennen. Genau darin liegt der unbestrittene Wert der Babymassage: Sie ist in erster Linie eine gemeinsame, ruhige Zeit – und kein Heilmittel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein reines, kaltgepresstes Pflanzenöl verwenden, zum Beispiel Mandelöl
  • Jede Massageübung etwa zehnmal wiederholen
  • Auf die Reaktionen deines Kindes achten
  • Pausen machen, wenn das Baby ungeduldig wird
  • Nicht direkt nach dem Essen massieren
  • Bei Fieber, Hautausschlag oder wenn das Baby krank wirkt: nicht massieren

Was die Fussreflexzonen-Lehre verspricht – und was belegt ist

Rund um die Fussmassage kursiert die Vorstellung, einzelne Punkte an Fusssohle und Zehen stünden mit bestimmten Organen in Verbindung: die Zehen mit dem Kopf- und Zahnbereich, die mittlere Fusssohle mit Bauch und Magen. Diese Zuordnung stammt aus der Fussreflexzonen-Lehre und ist ein Modell, keine gesicherte Anatomie. Eine systematische Übersicht über 18 randomisierte Studien kam zum Schluss, dass die vorliegende Evidenz nicht überzeugend zeigt, dass Reflexzonentherapie bei irgendeiner Erkrankung wirksam ist [1]. Erwarte von der Fussmassage deines Babys also keine gezielte Behandlung von Zahnbeschwerden oder Bauchschmerzen. Was bleibt, ist trotzdem viel wert: Wärme, Berührung und Aufmerksamkeit beruhigen ein unruhiges Baby – ganz unabhängig davon, welche Stelle du gerade streichst.

Die Fussmassage beruhigt vor allem durch Wärme, Berührung und Aufmerksamkeit. (Bild: iStock, Thinkstock/nerudol)

Der Schweizerische Verband für Babymassage schreibt der Massage weitergehende Wirkungen zu: Sie stimuliere die Entwicklung des Muskeltonus und reguliere Körpersysteme wie Kreislauf, Verdauung, Atmung, Hormonhaushalt, Nerven, Lymphe und Immunsystem [2]. Das ist die Position des Verbandes. Die Forschungslage ist zurückhaltender: Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration wertete 34 randomisierte Studien mit rund 4000 gesunden, termingeborenen Babys unter sechs Monaten aus. Direkt nach der Massagephase zeigten sich Vorteile unter anderem bei der Schlafdauer über 24 Stunden und bei der Zeit, die die Babys mit Weinen und Quengeln verbrachten. Diese Effekte verschwanden jedoch, sobald später nachgemessen oder die vielen methodisch schwachen Studien herausgerechnet wurden. Die Autorinnen und Autoren halten fest, dass die Befunde den Einsatz der Babymassage bei Familien ohne besonderes Risiko derzeit nicht stützen [3]. Für die Praxis heisst das: Massiere, weil es euch beiden guttut – nicht, weil du dir eine bestimmte Wirkung davon versprichst. Wenn dein Baby schlecht einschläft, kann ein ruhiges Abendritual mit Massage ein Baustein sein, ersetzt aber keine Ursachensuche.

Ab welchem Alter eine Babymassage sinnvoll ist

Die Babymassage stammt aus Indien. Dort werden viele Kinder regelmässig massiert, meist schon kurz nach ihrer Geburt. Der französische Geburtshelfer Frédérick Leboyer lernte die Technik in den 1970er-Jahren dort kennen und machte sie im Westen unter dem Namen Shantala bekannt. An den Kursen in der Schweiz nehmen Babys meist schon in den ersten Lebenswochen teil – je nach Kursleiterin ab Geburt oder ab etwa der vierten Woche. Die Kursteilnahme endet in der Regel, sobald die Babys mobil werden und beim Krabbeln nicht mehr ruhig liegen bleiben mögen. Für den Anfang brauchst du aber keinen Kurs: Die Fussmassage ist der einfachste Einstieg, und wer mehr möchte, findet in unserer Anleitung für die Ganzkörper-Babymassage die weiteren Griffe.

Hilfreiche Tipps für die Vorbereitung der Massage

Die Füsse deines Babys kannst du natürlich immer und überall massieren, auch ohne jegliches Zubehör. Aber mit etwas Zeit und Ruhe zu Hause wird die Babymassage zu einem kleinen Erlebnis. Am besten legst du dein Baby in einem warmen Raum auf eine weiche Unterlage. Verwende ein reines, unbehandeltes und unparfümiertes Pflanzenöl – in Schweizer Babymassage-Kursen sind kaltgepresstes Mandelöl oder ein hochwertiges Speiseöl üblich. Beides bekommst du in Drogerie, Apotheke oder Lebensmittelladen. Das Öl sollte nicht kalt auf die Haut kommen: Wärme es kurz in deiner Handfläche auf, bevor du beginnst. Achte darauf, dass du selbst warme Hände hast und auch das Baby nicht friert. Ideal ist, wenn es vorher ein kurzes Bad genossen hat, dann ist es entspannt und warm. Warte nach einer Mahlzeit rund eine Stunde, sonst drückt die Massage auf den vollen Bauch.

Eine Fussmassage-Anleitung in 4 Schritten

Die wichtigsten Handgriffe lernst du schnell. Nimm dir Zeit und wiederhole jede Übung etwa zehnmal. Achte dabei laufend auf die Signale deines Babys: Wendet es den Kopf ab, spannt es sich an oder beginnt es zu quengeln, machst du eine Pause.

1. Schritt: Die Ferse

Nimm den rechten Fuss des Babys und lege ihn in beide Hände. Das Bein darf etwas angewinkelt sein. Beginne an der Aussenseite der Ferse und streiche mit den Daumen bis zum Fussballen, unterhalb der Zehen, entlang.

2. Schritt: Die Fusssohle

Mit beiden Händen nimmst du nun den Fuss in die Hand und beginnst unterhalb der Zehen. Mit den Daumen streichst du von innen nach aussen – so, dass du jeden Punkt auf der Fusssohle in Zentimeterabständen massierst.

3. Schritt: Die Zehen

Für diese Massageübung brauchst du nur eine Hand. Drücke jeden einzelnen Zeh mit Daumen und Zeigefinger leicht zusammen und streiche das Öl nach oben ab. Beginne beim grossen Zeh.

4. Schritt: Der Fussrücken

Zum Schluss dehnst du den Fuss leicht. Dafür hältst du mit einer Hand das Fussgelenk, mit der anderen drückst du den Fuss an der Fusssohle ein paar Sekunden sanft nach oben und streichst anschliessend mit der Hand den Fussrücken entlang, von oben nach unten.

Wann du besser nicht massierst

Eine Fussmassage bringt wenig, wenn dein Baby kitzelig ist oder sich aus anderen Gründen wehrt. Auch wenn es schläft, Hunger hat oder sich allgemein unwohl fühlt, wartest du besser. Und wenn du selbst gerade angespannt oder genervt bist, wählst du einen anderen Moment – deine Anspannung überträgt sich sonst auf das Kind. Gerade bei den ersten Versuchen kann es sein, dass dein Baby ungeduldig wird. Mit der Zeit gewöhnt es sich an die Massagen und entspannt sich dabei.

In diesen Situationen verschiebst du die Massage:

  • Dein Baby hat Fieber oder wirkt akut krank.
  • Die Haut am Fuss ist gerötet, entzündet, aufgekratzt oder verletzt.
  • Die Mahlzeit liegt weniger als eine Stunde zurück.
  • Dein Baby hat eine frische Impfstelle am Bein – diese lässt du in Ruhe.

Und grundsätzlich gilt: Wenn dein Baby anhaltend schreit, sich nicht beruhigen lässt, Fieber hat oder du dir unsicher bist, ist die Kinderärztin oder der Kinderarzt die richtige Adresse – nicht die Massage.

Von Melina Maerten und Miriam Eckert, Titelbild: iStock, Thinkstock, Artikelbild: Erstellt von der Redaktion

Quellen

  1. Ernst E.: Is reflexology an effective intervention? A systematic review of randomised controlled trials. Medical Journal of Australia 2009;191(5):263–266. Abgerufen am 09.08.2026.
  2. Schweizerischer Verband für Babymassage (IAIM Schweiz): Die Kurse. Abgerufen am 09.08.2026.
  3. Bennett C., Underdown A., Barlow J.: Massage for promoting mental and physical health in typically developing infants under the age of six months. Cochrane Database of Systematic Reviews 2022, Issue 3, Art. No.: CD005038. Abgerufen am 09.08.2026.

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