Baby > Gesundheit & PflegeUntersuchungen beim Kinderarzt im Überblick – alle 15 TerminePädiatrie Schweiz sieht 15 Vorsorgeuntersuchungen von der ersten Lebenswoche bis zum 14. Geburtstag vor. Hier stehen alle Termine, was dabei geprüft wird und welche davon die Grundversicherung zahlt. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Vorsorgeuntersuchungen verfolgen vier Ziele: Wachstum und Entwicklung beobachten, Probleme früh erkennen, die empfohlenen Impfungen durchführen und deine Fragen beantworten. Empfohlen werden sie von Pädiatrie Schweiz (bis 2020 Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie), und zwar von der Geburt bis ans Ende der Adoleszenz.[2] Die Fachgesellschaft hat dafür Checklisten herausgegeben. Sie sind ausdrücklich keine Richtlinien, sondern Empfehlungen für 15 Untersuchungen.[1] Auf eine davon oder auf Teile kann verzichtet werden, wenn es keinen Grund dafür gibt oder die Befunde schon anderweitig erhoben wurden.[1] Umgekehrt sind zusätzliche Abklärungen jederzeit möglich. Festgehalten werden die Ergebnisse im Gesundheitsheft, das alle in der Schweiz geborenen Kinder erhalten. Es ist ein vertrauliches Dokument. Nimm es zu jedem Termin in Praxis und Spital mit.[2] Alle 15 Termine im Überblick Die Untersuchungen liegen zu Beginn dicht beieinander und werden mit zunehmendem Alter seltener. Sieben der 15 Termine fallen ins erste Lebensjahr:[1][2] Erstes Lebensjahr: erste Lebenswoche, 1 Monat, 2 Monate, 4 Monate, 6 Monate, 9 Monate, 12 Monate Kleinkindalter: 18 Monate, 24 Monate, 3 Jahre, 4 Jahre Schul- und Jugendalter: 6 Jahre, 10 Jahre, 12 Jahre, 14 Jahre Was im ersten Jahr bei jedem einzelnen Termin passiert, steht ausführlich im Beitrag zu den Vorsorgeuntersuchungen im ersten Lebensjahr. Die erste Lebenswoche ist die dichteste Phase Direkt nach der Geburt wird der Apgar-Wert erhoben, und zwar nach einer, nach fünf und nach zehn Minuten.[2] Er beschreibt in einer Punktzahl, wie gut sich das Neugeborene an das Leben ausserhalb des Mutterleibs anpasst. In den Tagen danach folgt eine ganze Reihe von Untersuchungen. Dokumentiert werden Gewicht, Länge und Kopfumfang, dazu der Nabelschnurarterien-pH. Hinzu kommen:[2] Guthrie-Test: einige Tropfen Blut aus der Ferse für das Neugeborenen-Screening Pulsoxymetrie: Messung der Sauerstoffsättigung zur Erkennung von Herzfehlern Gehör-Screening beidseits Ultraschall der Hüften beidseits Vitamin-K-Prophylaxe in mehreren Dosen und die Verschreibung von Vitamin D Das Neugeborenen-Screening ist die einzige routinemässige Blutentnahme in dieser Zeit. Gesucht wird nach angeborenen Stoffwechsel-, Hormon- und Immunkrankheiten. Dazu zählen Phenylketonurie, Galaktosämie, Biotinidasemangel, adrenogenitales Syndrom, angeborene Hypothyreose, MCAD-Mangel, cystische Fibrose, Glutarazidurie Typ 1, Ahornsirupkrankheit, schwere angeborene Immundefekte und spinale Muskelatrophie.[3] Alle diese Krankheiten lassen sich behandeln, wenn man sie früh genug kennt. Zum Programm gehört auch die Stuhl-Farben-Karte. Damit vergleichst du zu Hause die Stuhlfarbe deines Säuglings. Ist sie blass und entspricht den Feldern 5, 6 oder 7, stellst du dein Kind unverzüglich in der Kinderarztpraxis vor.[2] So lassen sich Lebererkrankungen früh erkennen. Arzt untersucht die Gesundheit des Babys direkt nach der Geburt. (Bild: Nata_Snow/iStock, Thinkstock) Erstes Lebensjahr: sechs weitere Termine Nach der ersten Woche folgen Kontrollen mit einem, zwei, vier, sechs, neun und zwölf Monaten. Jedes Mal werden Gewicht, Länge und Kopfumfang gemessen und in die Wachstumskurve eingetragen. Wie sich diese Werte über die Jahre entwickeln, zeigt der Beitrag zur Entwicklung von Grösse und Gewicht. Daneben geht es um Ernährung, Schlafen, Schreien und die Bindung zwischen dir und deinem Kind. Auch belastende Situationen in der Familie kommen zur Sprache. Die Checklisten nennen dafür ausdrücklich Risikofaktoren wie eine postpartale Depression oder anhaltendes Schreien.[1] Die Entwicklungsschritte, an denen sich die Ärztin orientiert, sind im Gesundheitsheft je Alter beschrieben:[2] 4 Monate: lächelt dich an, verfolgt dich mit den Augen, ahmt Gesichtsausdrücke nach, gibt verschiedene Töne von sich, hebt in Bauchlage den Kopf 6 Monate: bewegt sich in alle Richtungen, versucht sich fortzubewegen, greift nach Gegenständen und führt sie zum Mund, plappert 9 Monate: sitzt frei, bewegt sich fort und erforscht die Umgebung, beginnt aufzustehen und macht Gehversuche 12 Monate: sagt erste Worte; das freie Gehen beginnt irgendwann zwischen dem 9. und dem 18. Monat Diese Angaben sind Orientierungspunkte, keine Stichtage. Gerade beim Gehen ist die Spanne gross. Wenn du dir Sorgen um die Entwicklung machst, sprichst du das an, statt auf den nächsten Termin zu warten.[2] An mehreren dieser Termine wird auch geimpft. Der Schweizerische Impfplan sieht die ersten Basisimpfungen im Alter von zwei und vier Monaten vor, weitere mit zwölf Monaten. Die Meningokokken-B-Impfung ist für drei und fünf Monate vorgesehen, kann aber zusammen mit den übrigen Säuglingsimpfungen gegeben werden.[5] Vom Kleinkind bis ins Jugendalter Nach dem ersten Geburtstag werden die Abstände grösser. Es folgen Termine mit 18 und 24 Monaten sowie mit drei und vier Jahren. Danach stehen nur noch vier Untersuchungen an: mit 6, 10, 12 und 14 Jahren.[1] Der letzte Termin liegt also am Beginn der Pubertät, nicht an deren Ende. Inhaltlich verschiebt sich der Schwerpunkt. Bei den Kleinen geht es um Motorik, Sprache und Ernährung. Später rücken Sehen und Hören, Haltung und Gewicht nach vorn, dazu Fragen zu Schule, Medien und Wohlbefinden.[1] Neben der Kinderarztpraxis begleiten weitere Fachpersonen dein Kind: Hebamme, Mütter- und Väterberatung, Still- und Laktationsberatung sowie der Schulgesundheitsdienst und der schulzahnärztliche Dienst.[2] Was die Krankenkasse zahlt – und was nicht Hier lohnt sich der genaue Blick, denn die Deckung ist enger als oft angenommen. Die Grundversicherung übernimmt Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im Vorschulalter, und zwar für höchstens acht Untersuchungen. Massgebend sind genau jene Checklisten von Pädiatrie Schweiz.[3] 15 empfohlenen Terminen stehen also acht bezahlte gegenüber. Untersuchungen im Schulalter fallen nicht unter diese Bestimmung. Dort übernimmt teilweise der schulärztliche Dienst. Kläre im Zweifel vorher mit der Praxis, wie ein Termin abgerechnet wird. Getrennt geregelt und ebenfalls gedeckt sind zwei wichtige Leistungen: die Impfungen nach dem Referenzdokument des Bundesamts für Gesundheit und das Neugeborenen-Screening.[3] Kostenlos ist das alles trotzdem nicht. Für Kinder wird zwar keine Franchise erhoben, es bleibt aber der Selbstbehalt von 10 Prozent. Sind mehrere Kinder einer Familie beim gleichen Versicherer, gilt für sie zusammen höchstens der Betrag einer erwachsenen Person.[4] Für Kinder ist der Selbstbehalt auf 350 Franken im Kalenderjahr begrenzt.[6] Wie sich Franchise und Selbstbehalt für die ganze Familie sinnvoll kombinieren lassen, zeigt der Beitrag zur Krankenkasse für Eltern und Kinder. Wann du nicht auf den nächsten Termin wartest Die Vorsorgetermine sind Momentaufnahmen. Dazwischen liegen Wochen oder Monate. In diesen Situationen meldest du dich sofort: Fieber ab 38 Grad beim Säugling: ohne Verzug die Kinderarztpraxis oder das Kinderspital kontaktieren.[2] Was bei Fieber sonst noch hilft, steht im Beitrag zu Fieber beim Baby. Blasse Stuhlfarbe entsprechend den Feldern 5, 6 oder 7 der Stuhl-Farben-Karte: unverzüglich vorstellen. Anhaltendes Schreien, Schlafprobleme oder Fragen zum Verhalten: in der Praxis oder bei der Mütter- und Väterberatung ansprechen.[2] Das Gesundheitsheft hält ausserdem unmissverständlich fest: Ein weinendes Baby darf man niemals schütteln, das ist gefährlich für sein Gehirn. Wer erschöpft ist, holt sich Hilfe im Umfeld, in der Kinderarztpraxis oder bei der Mütter- und Väterberatung.[2] Für Notfälle gelten der Sanitätsnotruf 144 und bei Vergiftungen 145 (Tox Info Suisse). Die Elternberatung ist rund um die Uhr unter 058 261 61 61 erreichbar.[2] Das Wichtigste in Kürze Pädiatrie Schweiz empfiehlt 15 Vorsorgeuntersuchungen: erste Lebenswoche, 1, 2, 4, 6, 9, 12, 18 und 24 Monate sowie 3, 4, 6, 10, 12 und 14 Jahre. Die Grundversicherung zahlt davon höchstens acht Untersuchungen im Vorschulalter. Impfungen und Neugeborenen-Screening sind separat gedeckt. Kinder zahlen keine Franchise, aber 10 Prozent Selbstbehalt bis höchstens 350 Franken im Jahr. Die Ergebnisse werden im Gesundheitsheft festgehalten, das jedes in der Schweiz geborene Kind erhält. Bei Fieber ab 38 Grad beim Säugling oder blasser Stuhlfarbe wartest du nicht auf den nächsten Termin. Quellen pädiatrie schweiz: Checklisten Vorsorgeuntersuchungen (4. Auflage 2011, ergänzt Januar 2017). Abgerufen am 23.08.2026. pädiatrie schweiz / CSS: Gesundheitsheft (22. Auflage, überarbeitete Ausgabe 2025). Abgerufen am 23.08.2026. Schweizerische Eidgenossenschaft: Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV, SR 832.112.31), PDF, Art. 12a, 12c und 12e, Stand 1. August 2026. Abgerufen am 23.08.2026. Schweizerische Eidgenossenschaft: Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG, SR 832.10), PDF, Art. 64, Stand 1. Juli 2026. Abgerufen am 23.08.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Schweizerischer Impfplan 2026. Abgerufen am 23.08.2026. Schweizerische Eidgenossenschaft: Verordnung über die Krankenversicherung (KVV, SR 832.102), PDF, Art. 103, Stand 1. August 2026. Abgerufen am 23.08.2026. Publiziert von der Redaktion, Titelbild: iStock, Thinkstock