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10 Tipps, wie du dein schreiendes Baby beruhigst

Der wichtigste Tipp zuerst: Entspannung! Eltern, die selbst ruhig bleiben, können auch ihr Baby beruhigen. Danach folgt die Ursachenforschung: Hat dein Baby Hunger? Ist es müde oder tut der Bauch weh? Mit diesen zehn Tipps findet dein Baby schnell wieder zur Ruhe – und du erfährst, wo du in der Schweiz Hilfe bekommst, wenn du selbst eine Pause brauchst.

10 Tipps, wie du dein schreiendes Baby beruhigst
 

Das Wichtigste in Kürze

  • Deine Ruhe überträgt sich: Atme selbst einmal durch, bevor du dein Baby beruhigst.
  • Die häufigsten Ursachen fürs Schreien sind Hunger, Müdigkeit, volle Windeln und Reizüberflutung.
  • Hilft nichts: Leg dein Baby sicher ins Bettchen und verlasse kurz das Zimmer. Schüttle dein Baby niemals.
  • Anlaufstellen in der Schweiz: Elternnotruf 0848 35 45 55 (rund um die Uhr) und die Mütter- und Väterberatung in deinem Kanton.

1. Achte auf den Tagesrhythmus deines Babys

Dein Baby schläft nicht dann, wann du es willst? In der Anfangszeit haben Neugeborene noch ihr eigenes Tempo. Sie müssen zuerst lernen, Tag und Nacht zu unterscheiden – und auch das ruhige Einschlafen will geübt sein. Darum musst du manchmal dem Rhythmus deines Babys folgen: Mach deine Besorgungen erst, wenn dein Liebling ausgeruht ist, getrunken hat und frische Windeln trägt.

Mit diesen 10 Tipps schaffst du es, dein Baby zu beruhigen.
Ganz ruhig! Beruhige dein Baby mit leiser Stimme. (Bild: Alexandra-Burguera/iStock, Thinkstock)

2. Sprich mit einer ruhigen Stimme

Wenn dein Baby nicht aufhört zu schreien, sprich es in einem ruhigen Ton an oder summe leise eine vertraute Melodie. Dein Baby versteht die Worte noch nicht – aber es spürt deine Stimmung genau. Eine ruhige, vertraute Stimme signalisiert Sicherheit, und deine Gelassenheit überträgt sich auf dein Kleines.

3. Versetze dich in dein Baby hinein

Möchte dein Baby deine Aufmerksamkeit? Vielleicht fühlt es sich in einer Situation oder an einem Ort unwohl: zu laut, zu hell, zu viele Menschen. Beobachte, worauf dein Baby reagiert, und ändere, was sich ändern lässt – ein ruhigerer Raum, gedämpftes Licht, weniger Trubel. Sprich dabei beruhigend mit ihm: Der Tonfall kommt an, auch wenn die Worte noch nicht verstanden werden.

4. Schau, dass dein Baby beschäftigt bleibt

Manchmal steckt schlicht Langeweile hinter dem Schreien. Ein waches, gefüttertes Baby will unterhalten werden und spielen. Will sich dein Baby beispielsweise auf dem Wickeltisch nicht entspannen, hilft ein Spielzeug oder ein interessanter Gegenstand – so vergisst dein Kind, woran es sich gestört hat.

Mit diesen 10 Tipps schaffst du es, dein Baby zu beruhigen.
Langeweile ade: Baby beschäftigt sich mit Spielen. (Bild: Zsolt Nyulaszi/iStock, Thinkstock)

5. Lass dein Baby zur Ruhe kommen

Ist dein Baby einmal richtig in Fahrt, nimmt es kaum noch etwas Neues auf – die Gefühle haben die Kontrolle übernommen. Dann hilft kein Trick, sondern Nähe: Nimm dein Baby in die Arme, halte es ruhig und warte, bis der Sturm vorbeizieht. Du musst das Weinen nicht sofort stoppen können – da zu sein reicht oft schon.

6. Achte darauf, warum dein Baby schreit

Die häufigsten Gründe, warum ein Baby weint: Es ist müde, hungrig oder hat volle Windeln. Müdigkeit erkennst du daran, dass sich dein Baby die Augen reibt oder schnell das Interesse am Spielen verliert. Ist es hungrig, saugt es oft am Daumen oder der Körper wirkt angespannt. Und ob die Windel voll ist, verrät ein kurzer Blick – oder die Nase.

7. Mach Geräusche

Gleichmässige, monotone Geräusche wirken auf viele Babys beruhigend – sogenanntes weisses Rauschen. [1] Schalte zum Beispiel einen Ventilator oder einen Föhn ein, oder flüstere ein langes «Schhh» ins Ohr deines Babys. Das Surren erinnert dein Kleines an die Geräuschkulisse im Bauch.

8. Geh draussen spazieren

Raus aus den vier Wänden, ab an die frische Luft: Ein bisschen Bewegung tut dir und deinem Baby gut. Dein Kind ist so beschäftigt, der Natur zu lauschen und andere Menschen zu beobachten, dass es das Weinen vergisst – und du bekommst den Kopf frei.

Mit diesen 10 Tipps schaffst du es, dein Baby zu beruhigen.
Eingewickelt! So gemütlich wie in der Gebärmutter. (Bild: Madelein_Wolf/iStock, Thinkstock)

9. Wickle dein Baby ein – aber richtig

Eng eingewickelt fühlen sich manche Neugeborene geborgen: Das Pucken erinnert sie an die Enge der Gebärmutter. Wichtig zu wissen: pädiatrie schweiz, die Fachgesellschaft der Schweizer Kinderärztinnen und Kinderärzte, empfiehlt das feste Einwickeln zum Schlafen seit 2022 nicht mehr. [2] Wenn du es trotzdem ausprobieren möchtest, gilt: nur in Rückenlage, locker um Hüfte und Beine, nicht bei Fieber oder an warmen Tagen – und sobald sich dein Baby drehen kann (spätestens ab dem dritten Monat), ist Schluss. Genauso beruhigend wirkt oft enger Körperkontakt: dein Baby im Tragetuch oder auf deinem Arm.

10. Verwöhne dein Baby mit einer Massage

Berührung ist einer der wichtigsten Sinne, mit denen dein Baby die Welt um sich herum erforscht. Eine sanfte Babymassage kann helfen, dein Baby zu beruhigen: Versuche leicht kreisende Bewegungen am Rücken oder Bauch und achte darauf, wie dein Baby auf die Berührungen reagiert.

Wenn nichts hilft: Hol dir Unterstützung

Manche Babys schreien in den ersten Monaten auffallend viel, obwohl sie satt, trocken und gesund sind. Schreit dein Baby über Wochen täglich mehrere Stunden und lässt es sich kaum beruhigen, sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt oder mit der Mütter- und Väterberatung in deinem Kanton – auch um Dreimonatskoliken oder andere körperliche Ursachen abzuklären. Mehr dazu liest du im Artikel über Schreibabys.

Und ganz wichtig: Dauerhaftes Schreien zerrt an den Nerven – das geht allen Eltern so. Wenn du merkst, dass dir alles zu viel wird, leg dein Baby an einen sicheren Ort, zum Beispiel ins Bettchen, verlasse kurz das Zimmer und atme durch. Schüttle dein Baby niemals – schon wenige Sekunden Schütteln können bleibende Hirnverletzungen verursachen. [3]

Anlaufstellen in der Schweiz: Der Elternnotruf berät dich rund um die Uhr unter 0848 35 45 55. [4] Die Elternberatung von Pro Juventute ist jederzeit unter 058 261 61 61 erreichbar. [5] In akuten Notfällen wählst du die 144.

Quellen

  1. [1] Spencer, J.A., Moran, D.J., Lee, A. & Talbert, D. (1990): White noise and sleep induction. Archives of Disease in Childhood. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. [2] swissmom, nach der Leitlinie 2022 von pädiatrie schweiz: Pucken – so geht es sicher. swissmom.ch
  3. [3] Kinderschutz Schweiz: Schütteltrauma – Babys können daran sterben. kinderschutz.ch
  4. [4] Elternnotruf: Beratung für Eltern rund um die Uhr, Telefon 0848 35 45 55. elternnotruf.ch
  5. [5] Pro Juventute: Elternberatung, Telefon 058 261 61 61. projuventute.ch

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