Baby > Stillen & ErnährungMit diesen 6 Tricks klappt das Baby füttern besser – und ab wann Brei dran istDer Wechsel von der Milch zum ersten Brei ist für dein Baby Neuland. Dass es den Kopf wegdreht oder den Brei gleich wieder ausspuckt, ist völlig normal. Mit diesen 6 Tipps gewöhnt sich dein Kind leichter an die neue Nahrung. Und du weisst, in welchem Zeitfenster der Brei überhaupt dran ist. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken 1. Fang nicht zu früh mit dem Brei an Für den Beikoststart gilt in der Schweiz ein Zeitfenster, keine einzelne Grenze. Die Ernährungskommission von pädiatrie schweiz empfiehlt, Beikost nicht vor dem 5. Lebensmonat einzuführen, also nicht, bevor dein Baby vier Monate alt ist [1]. Vorher ist die Mundmotorik noch nicht so weit. Dein Baby schiebt den Brei mit der Zunge wieder heraus, statt ihn zu schlucken. Ebenso wichtig ist die andere Seite des Fensters, und die fehlt in vielen Ratgebern: spätestens zu Beginn des 7. Lebensmonats, also wenn dein Baby sechs Monate alt ist, soll die Beikost dazukommen [1]. Der Grund dafür ist nicht Erziehung, sondern Versorgung. Ab dem siebten Monat deckt Muttermilch allein den Bedarf an Eisen, Eiweiss und Energie nicht mehr [1]. Diese Empfehlungen stellt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zusammen mit den Fachgesellschaften bereit [4]. Woran du merkst, dass es bei deinem Kind so weit ist, liest du im Überblick zu deinem Baby mit 5 Monaten. Hat dein Baby nach den ersten Versuchen Durchfall oder Blähungen, warte ein paar Tage ab und probiere es dann erneut. Hält der Durchfall an, gehört das in die Kinderarztpraxis. Säuglinge verlieren schnell Flüssigkeit. 2. Beginne mit einer kleinen Menge Gib bei den ersten Fütterungsversuchen nur wenig und immer denselben Brei auf den Teller. So lernt dein Baby einen Geschmack in Ruhe kennen, bevor der nächste kommt. Ideal zum Start sind pürierte Rüebli. Wie du den ersten Brei zubereitest, steht Schritt für Schritt in unserem Beitrag Bereit für den ersten Babybrei. 3. Lass dein Baby mit dem Essen spielen Ja, du hast richtig gelesen. Lass dein Baby im Brei herumwühlen und schmieren. Über Fühlen und Riechen erkundet es das neue Essen, und das gehört zum Lernen dazu. Du kannst später noch oft genug sagen: iss nicht mit deinen Händen, nimm einen Löffel. Auch erste Erfahrungen mit dem Selberessen gehören zur Beikost [1]. Entscheidend ist dabei die Konsistenz. Bis zum ersten Geburtstag sollte dein Baby nur Lebensmittel bekommen, die im Mund weich werden [2]. Hartes wie rohe Rüebli oder Nüsse kochst du weich, raffelst oder mahlst es. Rundes wie Trauben oder Cherrytomaten schneidest du auf [2]. Ganze Nüsse haben im ersten Lebensjahr nichts auf dem Teller zu suchen [2]. Ideen für den Anfang findest du in unserer Übersicht zu Fingerfood fürs Baby. Neues Essen ist fürs Kind immer wieder eine Überraschung. (Bild: petrenkod/iStock, Thinkstock) 4. Hab Spass beim Füttern Bring dein Baby zum Lachen, mit Geräuschen wie Summen oder Klatschen. Kitzle seine Lippen mit einem leeren Löffel und schau, ob es kichert. Viele Eltern mögen auch den bekannten Flugzeugtrick: den Happen in fliegenden Bewegungen Richtung Mund steuern und «Aaahh» sagen. Ein Punkt gehört dazu, den solche Tricks leicht vergessen lassen. Gelacht wird mit leerem Mund. Kleine Kinder sollen in Ruhe und im Sitzen essen und dabei immer beaufsichtigt sein [2]. Ein Baby, das mit vollem Mund kichert, verschluckt sich schneller. Lass dein Kind deshalb nie allein am Tisch, auch nicht für einen kurzen Moment. 5. Hab Geduld Dein Baby verweigert das neue Essen sofort? Gib nicht gleich auf. Bis ein Säugling ein unbekanntes Lebensmittel annimmt, kann es bis zu 10 bis 15 Anläufe brauchen [1]. Das ist keine Ablehnung, sondern schlicht die Zahl, die es dauert. Biete dasselbe Essen also über mehrere Tage hinweg immer wieder an und schau, wie dein Kind darauf reagiert. Wenn es weiterhin nichts bringt, starte in zwei bis vier Wochen neu. Vielleicht ist dein Baby einfach noch nicht bereit, und das ist auch okay. Nimmt es mit sechs Monaten aber noch gar keine Beikost an, sprich mit deiner Kinderärztin. 6. Iss mit deinem Baby Manchmal klappt das Füttern besser, wenn ihr zusammen esst. Dein Baby beobachtet dich und lernt an deinem Vorbild, wie das mit dem Essen geht. Und es bekommt mehr Lust, selbst zuzugreifen. Ab einem Alter von 6 bis 8 Monaten braucht ein Säugling zusätzlich zur Milch 2- bis 3-mal täglich Beikost, mit 9 bis 11 Monaten 3- bis 4-mal [1]. Damit rückt dein Kind ganz von selbst näher an den Familientisch. Was im ersten Jahr nicht auf den Löffel gehört Neben den Tricks gibt es ein paar Dinge, die schlicht warten müssen. Salz, Zucker und Süssstoffe: Wenn du den Brei selbst zubereitest, beschränkst du die Zutaten auf das Nötige und lässt Zusätze weg [1]. Auch industrielle Produkte mit zugesetzten Aromen braucht es nicht, weil sie den Geschmack deines Kindes einseitig prägen [1]. Wie viel Zucker in fertiger Babynahrung steckt, zeigt unser Beitrag zum versteckten Zucker in Babynahrung. Honig: Das Bundesamt für Gesundheit rät davon ab, Nahrung für Säuglinge bis 12 Monate mit Honig zu süssen [3]. Honig kann Sporen enthalten, die sich im Darm eines Säuglings ansiedeln und dort ein Gift bilden [3]. Für Fertignahrung, in der Honig verarbeitet ist, gilt die Warnung nicht [3]. Kuhmilch als Getränk: In den ersten 12 Monaten ist reine Kuhmilch als Milchgetränk nicht empfohlen [1]. Kleine Mengen bei der Zubereitung der Beikost sind ab dem 7. Lebensmonat unproblematisch [1]. Gesüsste Getränke, Fruchtsaft und Fruchtnektar: Sie enthalten viel Zucker und schaden den Zähnen [1]. Als zusätzliche Flüssigkeit eignet sich Hahnenwasser [1]. Und für den Fall, dass doch etwas schiefgeht: Bekommt dein Baby keine Luft mehr, halte es mit dem Kopf nach unten, zum Beispiel auf deinem Arm oder Oberschenkel, und klopfe mit der flachen Hand kräftig zwischen die Schulterblätter [2]. Versuche nicht, den Gegenstand mit den Fingern aus dem Rachen zu holen [2]. Geht er so nicht weg, alarmiere sofort den Notruf 144 [2]. Quellen Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, in Zusammenarbeit mit dem BLV und der SGE: Empfehlungen für die Säuglingsernährung (2017) (PDF). Abgerufen am 20.08.2026. BFU – Beratungsstelle für Unfallverhütung: Ersticken – Prävention und Erste Hilfe. Abgerufen am 20.08.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Was ist Botulismus? (PDF). Abgerufen am 20.08.2026. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV: Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern. Abgerufen am 20.08.2026. Von Melina Maerten, Titelbild: iStock, Thinkstock