Vom Löffel essen will gelernt sein

Babies müssen sich an festere Nahrung gewöhnen.

Ein Baby muss sich an festere Nahrung erst einmal gewöhnen.

Mund auf, Löffel rein, schmecken, schlucken: Was uns Erwachsenen vollkommen selbstverständlich erscheint, stellt für ein Baby eine grosse Herausforderung dar. Wie auch die Milch muss der Brei im Schlund gesammelt und hinuntergeschluckt werden. Ein komplexer Vorgang, den ein Baby erst einmal lernen muss.

Eltern können ihr Baby dabei unterstützen: «Es gibt verschiedene Reflexe, die Eltern beim Löffeln berücksichtigen können», erklärt Edith Gätjen. «So öffnet das Baby den Mund, wenn der Löffel die Oberlippe berührt. Darüber hinaus muss der Löffel gut gefüllt sein und tief genug in den Mund eingeführt werden, damit am weichen Gaumen der Schluckreflex ausgelöst wird.»

Manche Kinder schieben den Löffel mit der Zunge weg. Mögen sie den Brei nicht? Die Ursache liegt woanders: Die Zunge ist noch auf Saugen programmiert. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, wenn Eltern ihr Baby zunächst den Brei von ihrem Finger ablutschen lassen.

Tipps rund um das Thema Beikost:

  • Ein Plastiklöffel eignet sich am besten zum Füttern, weil er weich und abgerundet ist.
  • Wenn der erste Löffel Muttermilch oder die bekannte Säuglingsmilch enthält, wird der Löffel dem Baby leicht vertraut.
  • Oft klappt der Übergang von der Brust zum Löffel besser, wenn der Vater die Fütterung übernimmt. Bei ihm kann das Baby nicht die bislang gewohnte Brustmahlzeit einfordern.
  • Die Gewöhnung an feste Kost ist eine spannende Zeit in Babys Leben. Zwischendurch braucht es Beruhigung. Und die findet es nach wie vor beim Saugen. Darüber hinaus sollten Eltern immer wieder Wasser oder ungesüssten Tee anbieten, entweder aus einer Tasse oder Lernflasche. Denn: Wer isst, muss auch trinken.

 

Was tun, wenn das Kind schon ein Jahr alt ist und immer noch nicht essen mag? Müssen sich Eltern Sorgen um die Gesundheit des Kindes machen, wenn es immer noch hauptsächlich Milch trinkt? Ob sich das Kind gut entwickelt, lässt sich nur mit dem Arzt abklären.

Wichtig ist, das Kind nicht mit Mahlzeiten zu bedrängen. «Zwang und Zeitdruck während des Essens wirken sich – oft jahrelang – ungünstig auf das Essverhalten von Kindern aus», darauf weist Suisse Balance, die nationale Projektförderstelle «Ernährung und Bewegung» vom Bundesamt für Gesundheit und der Gesundheitsförderung Schweiz hin. Ein Kind, dem immer wieder kleine Mahlzeiten in entspannter Atmosphäre angeboten werden, wird letztendlich auf den Geschmack kommen.

Geschmäcker sind verschieden

Trotz aller Geduld: Geschmäcker sind verschieden. Und manche Kinder mögen nun mal grundsätzlich keinen Brei. Vielleicht isst das Kind lieber feste Nahrung? Zum Beispiel eine warme Pellkartoffel oder eine leicht gegarte Möhre, eine Banane oder eine Reiswaffel?

Doch Vorsicht: Kleine Kinder verschlucken sich leicht, weil ihre Mundmotorik noch nicht ganz ausgebildet ist. «Harte Rübli- oder Apfelstücke können gefährlich werden, auch auf Nüsse sollte vorerst verzichtet werden», so Suisse Balance. «Geben Sie Ihrem Kind Nahrungsmittel, die sich leicht auflösen wie Zwieback und Dinkelstangen.»

Beikost einführen ist mit Chaos verbunden

Alle Babys und Kleinkinder säuelen und spritzen, kleckern und krümeln beim Essen. Kinder wollen anfassen, was sie noch nicht begreifen: Sie wollen sich die Welt – in diesem Fall das Essen – vertraut machen. Für Eltern eine harte Geduldsprobe, die sich nur mit praktischen Vorkehrungen ertragen lässt: grosses Lätzli und Plastikunterlage.

Weiterführende Informationen zur Beikost

  • Merkblatt der Schweizerischen Gesellschaft für Kinderernährung: www.sge-ssn.ch
  • Buchtipp: Lotta lernt essen. Stillen, Milch und Babybreie: Der Ratgeber fürs wirkliche Leben. Von Edith Gätjen. Trias-Verlag 2011.

 

Text: Sigrid Schulze

HiPP

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