Das hilft bei Stillproblemen wie wunden Brustwarzen oder zu wenig Milch

Schwierigkeiten beim Stillen sind keine Seltenheit. Viele Mütter haben mit wunden Brustwarzen, Milchstau, zu wenig Milch oder anderen Stillproblemen zu kämpfen. Häufig lassen sie sich mit einfachen Mitteln überwinden.

Stillen ist nicht immer harmonisch: Viele Mütter haben Stillprobleme.

Nicht immer klappt das Stillen reibungslos. Immer wieder kann es zu Stillproblemen kommen. Foto: oksun70, iStock, Thinkstock

Stillen muss nicht perfekt sein. Bereits kurz nach der Geburt treten bei vielen Müttern die ersten Stillprobleme auf: Das Baby weiss nicht, wie es trinken soll. Die Mutter klagt wegen des Milcheinschusses über starke Schmerzen in der Brust. Später kommt es immer wieder zu Brustentzündungen, Brustverweigerungen oder Saugproblemen. Selbst das Abstillen ist für viele Mütter schmerzhaft.

Lassen Sie sich, wenn möglich, bei Stillproblemen von einer Hebamme, Stillberaterin oder Ärztin beraten. Die Krankenkasse zahlt Ihnen drei Stillberatungen. Mütterberaterinnen kennen sich häufig ebenso gut bei Problemen mit dem Stillen aus. In der Schweiz finden Sie ein dichtes Netz an Mütter- und Väterberatungsstellen. Der Service ist in der Regel gratis.  

Manchmal helfen kleine Hilfsmittel oder Hausmittel bei Stillschwierigkeiten. Wir haben Tipps für zehn häufige Stillprobleme gesammelt.

Zu wenig Milch: Mein Kind wird nicht satt

Wenn Babys  schnell wachsen, haben sie mehr Hunger. Wachstumsschübe kommen häufig zwischen der zweiten und dritten, der sechsten bis achten Lebenswoche und im dritten und vierten Lebensmonat vor. Deshalb kann es sein, dass Ihre Brust zu Beginn zu wenig Milch hat und ihr Kind nicht sofort satt wird. «In dieser Zeit ist es wichtig, dass Sie Ihr Kind häufiger an die Brust legen. So kann die Milchmenge gesteigert und den Bedürfnissen des Säuglings neu angepasst werden», empfiehlt die Mütter- und Väterberatung des Kantons Bern. Denn die Milchproduktion funktioniert nach dem Nachfrage-Angebot-Prinzip: Je häufiger das Baby trinkt, desto mehr Milch wird gebildet.

Achten Sie ausserdem darauf sich ausgewogen zu ernähren, viel zu trinken und entspannt zu bleiben. Mütter, die im Stress sind, können ebenso zu wenig Milch bilden. «Anspannung, Stress und Kälte führen zu einer Ausschüttung von Adrenalin, wodurch das Stillhormon Oxytocin, das für den Milchspendereflex verantwortlich ist, gehemmt wird», schreibt die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens.

Zu viel Milch: Meine Brust läuft aus

Nach der Geburt produzieren manche Frauen zu viel Milch. Die Menge muss sich erst auf die Nachfrage des Babys einstellen. Ein lästiges Stillproblem: Die Milch läuft ständig aus der Brust aus. Hilfreich sind Stilleinlagen aus Watte oder Silikon oder Auffangschalen, die Sie in den BH einlegen können. Läuft während des Stillens die andere Brust aus, drücken Sie mit dem Finger auf die Brustwarze. Das unterdrückt den Milchfluss.

Häufig fliesst die Milch zu Beginn einer Stillmahlzeit in Strömen, sodass sich das Baby verschluckt. Die Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillen empfiehlt die erste Milch in eine Windel fliessen zu lassen und das Baby danach anzusetzen. Lassen Sie Ihr Kind zwischendurch aufstossen. Sinnvoll ist es, eine Stillposition zu finden, bei der der Kopf des Babys über der Brust liegt, sodass die Milch entgegen der Schwerkraft fliessen muss. Legen Sie das Baby pro Mahlzeit nur an eine Seite an. Das reguliert die Milchbildung.

Wunde Brustwarzen: Ich habe Schmerzen beim Stillen

Was Sie gegen das Stillproblem wunde Brustwarzen unternehmen können, lesen Sie in unserem Beitrag Schmerzen beim Stillen lindern

Stillprobleme: Baby schreit meine Brust an

Manche Babys schreien von einem auf den anderen Tag die Brust an. Eine Brustverweigerung, auch Stillstreik genannt, kann viele Ursachen haben. Möglich ist, dass Ihr Baby zu überreizt ist. Sorgen Sie in diesem Fall für Ruhe und mehr Schlaf. Tragen Sie Ihr Baby oft. Vielleicht hat Ihr Kind aber auch Schmerzen, eine verstopfte Nase oder Blähungen. Eine Kochsalzlösung kann die Nase befreien. Was gegen Koliken hilft, erfahren Sie im Beitrag Bauchschmerzen und Blähungen beim Baby lindern.

Ein ungewöhnlicher Geschmack der Muttermilch kann zu Stillproblemen führen. Haben Sie etwas Neues gegessen? Haben Sie geraucht oder Medikamente eingenommen?

Suchen Sie bei einer Brustverweigerung Rat bei einer Mütterberaterin, einer Hebamme oder einer Stillberaterin. Sie kann am besten beurteilen, welche Ursache die Stillprobleme haben.

Erschöpfung der Mutter: Baby trinkt sehr lange oder sehr häufig

Manche Babys wollen besonders am Abend sehr häufig oder sehr lange gestillt werden. Eine Stillmahlzeit kann sich über Stunden hinziehen. Das ist für die Mutter sehr anstrengend und kann zur Erschöpfung führen. Holen Sie sich deshalb unbedingt Hilfe. Kann Ihr Mann am Abend eine Stunde mit dem Baby im Tragetuch draussen spazieren gehen, während Sie ein wenig schlafen? Versuchen Sie sich tagsüber, wenn das Baby schläft, hinzulegen. Können Ihre Eltern oder eine Freundin den Haushalt übernehmen?

Krankheit und Fieber: Stillen trotz Medikamenten

Sie müssen nicht abstillen, wenn Sie krank sind. «Auch akute Infektionskrankheiten der Mutter (z.B. Erkältung, Grippe, Magen-Darm-Grippe) stellen in der Regel keine Kontraindikation für das Stillen dar», schreibt die Pharamzeutin Dr. Chantal Schlatter in ihrem Buch «Stillen neu entdeckt». Das gestillte Kind erkranke meist nicht oder aber die Krankheit verlaufe bei ihm milder. Selbst Medikamente würden nur selten einen Grund darstellen, nicht zu stillen oder mit dem Stillen aufzuhören. Ein kleiner Teil des Wirkstoffes gelangt allerdings in die Muttermilch. Fragen Sie Ihren Arzt unbedingt nach Medikamenten, die in der Stillzeit eingenommen werden dürfen.

Flach oder Hohlwarzen: Kann ich überhaupt stillen?

Einige Frauen haben Flach- oder Hohlwarzen, die das Stillen erschweren können. Deshalb wird ihnen empfohlen, Brustwarzenformer bereits am Ende der Schwangerschaft zu tragen. Mit etwas Übung schaffen es Babys durch den beim Saugen entstehenden Unterdruck die Brustwarzen herauszuziehen. Stillhütchen können zu Beginn helfen. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme beraten.

Stillen in der Öffentlichkeit: Wie kann ich mein Baby ungestört stillen?

Das Stillen in der Öffentlichkeit ist natürlich kein Stillproblem. Dennoch kann es Müttern unangenehm sein vor fremden Leuten die Brust auszupacken. Legen Sie sich deshalb ein blickdichtes Tuch über die Schulter. Darunter können Sie Ihren Busen verstecken. Elegant sind Stillponchos, die vor neugierigen Blicken schützen. Blusen und Still-Shirts machen ein diskretes Stillen möglich.

In vielen Schweizer Städten bieten Apotheken, Geschäfte und Restaurants Stillzimmer oder Stillecken an, in die Sie sich zurückziehen können. Eine Liste solcher Orte gibt es unter www.mamamap.ch

Schlafmütze: Baby schläft beim Stillen ein

Es ist ganz normal, dass ein Baby beim Stillen einschläft. Viele Mütter nutzen diesen Umstand am Abend, um Ihr Baby zu beruhigen und zum Schlafen zu bringen. Manche Babys werden müde, weil nicht genug Milch fliesst und sie sich beim Saugen sehr anstrengen müssen. Überprüfen Sie in diesem Fall die Stillposition. Umfasst Ihr Baby die Brust so, wie es Ihnen Ihre Hebamme oder Stillberaterin empfohlen hat?

In den ersten Wochen strengt es viele Babys an, Milch zu saugen. Damit sich eine Stillmahlzeit nicht zu lange hinzieht, können Sie Ihr Baby wecken, indem Sie es zwischendurch wickeln, die Füsse oder den Rücken massieren. 

Stillproblem Milchstau: die Brust spannt und schmerzt

Wenn die Brust spannt, verhärtete oder gerötete Stellen auftreten, handelt es sich um einen Milchstau. Wie Sie diesen lindern können, lesen Sie im Beitrag Tipps gegen Brustentzündungen und Milchstau

Extratipp: Wenn Väter sich hilflos fühlen

Manche Männer fühlen sich in den ersten Wochen sehr hilflos. Sie glauben, ihr weinendes Baby nicht beruhigen zu können, weil es Hunger hat und nach der Brust verlangt. Wie sich Väter auch in der Stillzeit einbringen können, lesen Sie im Artikel Auch Papa kann in der Stillzeit helfen

 

HiPP

HiPP widmet sich seit über 60 Jahren aus tiefster Überzeugung und mit größter Sorgfalt der Herstellung von Premium-Babynahrung in bester Bio-Qualität. HiPP unterstützt Sie und Ihr Baby von Anfang an. mehr »

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