Alleinerziehende geben Belastungen nicht an Kinder weiter

Alleinerziehende sind besser als ihr Ruf. Ihre Kinder erhalten genauso viel Aufmerksamkeit und Zuwendung wie Altersgenossen mit beiden Elternteilen. Das zeigt eine deutsche Studie.

Alleinerziehende geben ihre Sorgen nicht an ihre Kinder weiter.

Alleinerziehende schenken ihren Kindern viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Foto: © Dmitry Kalinovsky | Dreamstime.com

Professor Dr. Holger Ziegler und sein Team von der deutschen Universität Bielefeld befragten in diesem Frühjahr über tausend Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren, wie einer Pressmitteilung des Pharmakonzerns Bayer von Ende Juni zu entnehmen ist. Sie fanden heraus, dass Kinder von Alleinerziehenden nicht darunter leiden, dass sie nur mit einem Elternteil aufwachsen.

Alleinerziehende würden zwar von vielen Belastungen berichten, geben diese aber nicht an ihre Kinder weiter, heisst es. Kinder Alleinerziehender erhalten genauso viel Aufmerksamkeit und Zuwendung wie ihre Altersgenossen aus Familien. Sie gaben zu 100 Prozent an, sie «hätten immer jemanden, der sich um sie kümmert». Die Forscher fanden heraus, dass Einelternfamilien ein gutes Netzwerk haben. Sie haben Freunde, Bekannte und Verwandte, die sich um ihre Kinder kümmern können oder sie unterstützen.

Kinder von Alleinerziehenden haben tendenziell bessere Erziehungserfahrungen als ihre Altersgenossen. Dennoch empfinden sie ihre gestressten Elternteile als etwas strenger. Zudem gibt es etwas häufiger Streit.

Einelternfamilien sind also per se kein Nachteil. Was sich dagegen negativ auswirkt, ist die Armutslage. «Sie wirkt sich in hohem Masse praktisch auf alle Lebensbereiche, das Wohlergehen und die Belastung der Kinder aus», heisst es. Finanziell benachteiligte Kinder sagten häufiger «oft wütend zu sein» oder sich «oft zu schämen».

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