Erbschaftssteuer Initiative: Reiche wollen Villen ihren Kindern schenken

Einige reiche Eltern wollen noch in diesem Jahr ihre Villen ihren minderjährigen Kindern schenken. Grund ist die Angst vor der Erbschaftssteuer Initiative.

Wegen der Angst vor der Erbschaftssteuer Initiative wollen reiche Eltern ihren Kindern das Haus schenken.

Kinder von reichen Eltern könnten noch in diesem Jahr die Villa geschenkt bekommen. Foto: © Prod. Numérik - Fotolia.com

Die Erbschaftssteuer Initiative, für die derzeit noch Unterschriften gesammelt werden, sieht vor, dass Erbschaften über zwei Millionen Franken, grosse Schenkungen und Erbvorzüge mit 20 Prozent besteuert werden. Das soll auch später, sollte die Initiative vom Volk angenommen werden, rückwirkend gelten für alle diese Erbschaften ab dem 1. Januar 2012. Das macht den Vermögenden Angst, wie der Tagesanzeiger gestern auf seinem Onlineportal schrieb.

«Um dieser Klausel (Rückwirkungsklausel, Anm. der Red.) zu entgehen, wollen viele Reiche ihre Häuser noch vor Ende Jahr den Kindern vermachen – selbst wenn diese noch minderjährig sind», heisst es im Bericht der Zeitung. Das sei aber nicht so einfach. Denn es müsste die Vormundschaftsbehörde mit einbezogen werden. Da die Kinder noch minderjährig sind, müssen sie von der Behörde vertreten werden, wenn die Eltern den Kindern das Haus schenken möchten. Denn die Eltern können den Vertrag nicht abschliessen als Schenkende auf der einen Seite und als Vertreter der Kinder auf der anderen Seite.

Die Behörde muss prüfen, ob das Kind das Geschenk verkraften kann. Denn ein Haus kann marode sein oder mit einer Hypothek belastet sein. Manfred Harnisch, Leiter der Vormundschaftsbehörde in den Gemeinden Küsnacht, Zollikon und Erlenbach sagte dem Tagesanzeiger, dass vor wenigen Wochen ein «grosser Run» eingesetzt habe. 15 Verträge hätte die Behörde schon behandelt, weitere 15 Verträge müssen noch untersucht werden.

«Diese Panik wegen einer Initiative, für die noch immer Unterschriften gesammelt werden, ist verrückt», erklärte Niklaus Freivogel vom Amt für Erwachsenen- und Kinderschutz in Bern der Zeitung. Es sei auch mit Risiken verbunden. Sei die Villa ans Kind verschenkt, können die Eltern sie nicht mehr zurückerhalten. Auch nicht, wenn das Kind drogensüchtig werde, ein uneheliches Kind zeuge, an einer Überdosis sterbe und damit das Haus an den Enkel gehe, wie die Zeitung einen besonders dramatischen Fall beschreibt.

 

 

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