Väter sitzen länger im Büro als Kinderlose

Väter, die Teilzeit arbeiten oder gar Hausmänner, die sich um die Kinder kümmern, sind heute keine Seltenheit mehr – oder eben doch? Das deutsche Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung fand kürzlich heraus, dass junge Väter meist sogar länger arbeiten als ihre kinderlosen Arbeitskollegen.

Wieso arbeiten Väter länger als Kinderlose?

Bis zu zwei Stunden wöchentlich arbeiten Väter länger als ihre Kollegen ohne Kinder. Foto: © nyul - Fotolia.com

Auf dieses Ergebnis kam das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) dank «Mikrozensus 2010», einer Haushaltsbefragung vom vergangenen Jahr. Der Untersuchung zufolge arbeiten 25- bis 39-jährige Väter im Wochenschnitt zwei Stunden länger als ihre Kollegen ohne Kinder. Ebenfalls ein interessanter Trend zeigt sich bei den Arbeitszeiten der Ü40-Männer: Während Alleinstehende dann eher weniger arbeiten, steigt die Anzahl Arbeitsstunden bei Familienvätern sogar etwas an.

Windeln wechseln, Hausarbeit, Zankereien – nach einem langen Arbeitstag wartet auf einen arbeitstätigen Vater zuhause tatsächlich nicht immer Erfreuliches. Bleibt manch ein Familienmann deshalb länger im Büro und drückt sich so vor seinen privaten Verpflichtungen? Das sei nicht der Hauptgrund, sagt Martin Bujard, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BiB im Gespräch mit Spiegel Online. Seine Schlussfolgerung ist pragmatischer: «Viele Frauen machen bei der Geburt eines Kindes Mutterschaftsurlaub und reduzieren danach ihre Erwerbstätigkeit. Väter müssen dann für das fehlende Einkommen sorgen.»

So festige sich die klassische Rollenverteilung in der Familiendynamik, erläutert Bujard gegenüber Spiegel Online. Ist also die Gleichberechtigung in der Arbeitswelt und das lockere, unkonventionelle Familienbild der Gegenwart etwa nur eine Illusion? So sei es dann doch nicht ganz, sagt Bujard. Väter seien generell durchaus bereit, ihr Engagement für die Familie auch mal in den Haushalt zu verlagern. «Um innerhalb der Familie für eine gerechtere Arbeitsverteilung zu sorgen, brauchen Väter offensichtlich Unterstützung und Anreize seitens der Liebsten.»

Quelle: Spiegel Online

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