Körperkontakt und Stillen verringern Baby-Schmerzen

Neugeborene leiden oft schon in den ersten Lebenstagen durch Blähungen oder Impfungen an starken Schmerzen. Um diese Schmerzen zu lindern eignen sich Körperkontakt, Stillen und Massagen besser als medikamentöse Behandlungen, wie Experten in den vergangenen Tagen am Europäischen Schmerzkongress in Hamburg berichteten.

Sanfte Tröstformen helfen den Babies gegen Schmerzen.

Sanfte Körpernähe kann Schmerzen beim Baby lindern.

Forscher der Universität Lissabon fanden heraus, dass 95 Prozent der Babies auf Intensivstationen sehr häufig Schmerzen haben. Das Personal entscheidet sich meist gegen medikamentöse Massnahmen und wendet erfolgreich sanftere Formen wie Massagen oder zärtliches Trösten an. Studienleiter Luis Bathalha ist zudem der Meinung, dass den Müttern das Stillen zu empfehlen sei. Forscher der Universität Teheran bewiesen, dass die Schmerzempfindungen der Säuglinge nach einer Impfung mit dem Stillen deutlich verringert wurden.

Schon frühere Studien bewiesen, dass intensiver Körperkontakt zur Mutter das Baby nicht nur wärmt, sondern auch dazu beitragen kann, seine Körperfunktionen zu erhalten. Das Portal «Pressetext» berichtete am Mittwoch, dass Forscher aus Portugal und Kanada nun auch eine Linderung der Schmerzen durch die bekannte «Känguru-Methode» , unter der man den wiederholten Hautkontakt zwischen Mutter und Kind versteht, feststellten. Während den Untersuchungen fiel ebenfalls auf, dass Frühchen auf diese Weise schneller zu ihrer normalen Herzfrequenz gelangen und häufiger durchschlafen.

Die Forscher erkannten, dass frühe Schmerzempfindungen prägend für das Leben sein können. Zu starke Schmerzen eines Neugeborenen können lebenslang überempfindlich machen oder zu chronischen Schmerzen führen. Jugendliche, die als Baby eine Operation hatten, weisen ein verändertes Schmerzmuster auf. Bei Wiederholung eines Impulses können sie weitaus schmerzempfindlicher sein als Patienten, die im Säuglingsalter schmerzfrei gewesen sind.

Das Schmerzempfinden eines Kindes wird aber auch durch das Verhalten der Eltern geprägt, erklärt die Giessener Anästhesistin Christine Hermann. Wenn die Eltern regelmässig mit Paniksignalen auf die Schmerzen des Kindes reagieren, kann Überempfindlichkeit eintreten. Viel mehr sollte ein Elternteil also mit einer aufmerksamen aber ruhigen Haltung an die Schmerzen herangehen. Dies wirkt dämpfend auf die Empfindungen des Babys und sorgt für eine natürliche Entwicklung der Schmerzhemmung.

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