Warum die Berufswahl von Mädchen selten «Ingenieur» lautet

Mädchen entscheiden sich bereits in der Schulzeit und nicht unmittelbar vor Studienbeginn gegen die Ingenieurwissenschaften. Zu dieser Erkenntnis kam eine heute vorgestellte Studie des Schweizerischen Nationalfonds. Massnahmen gegen Frauenmangel in technischen Berufen sollten daher bereits in der Primarschule ergriffen werden.

Berufswahl: Frauenmangel in technischen Berufen

Mädchen begeistern sich selten für naturwissenschaftliche Berufe. Foto: Stockbyte -Thinkstock

Ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds widmete sich der Frage, weshalb Frauen in technischen Berufen derart untervertreten sind. Bis jetzt wurde angenommen, dass die Ursache in einem Bruch zwischen Gymnasium und Studium liegt. Viele junge Frauen entscheiden sich trotz Interesse an den Naturwissenschaften gegen ein technisches Studium. Zu anderen Resultaten kamen die beiden Schweizer Forscherinnen Christine Bieri Buschor und Simone Berweger von der Pädagogischen Hochschule Zürich. Laut ihrer Studie wird die Wahl gegen die Ingenieurwissenschaften bereits in der Oberstufe getroffen. Sie befragten unter anderem 15-jährige Schüler nach ihren Berufszielen. Nur sieben Prozent der Schülerinnen zeigten ein Interesse an einem technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studium.

Schülerinnen sollten deshalb bereits in der Primarschule mehr für technisch-mathematische Fächer begeistert werden, empfehlen die Forscherinnen, zum Beispiel mit technischen Experimenten. Eine Möglichkeit wäre eine bessere Verankerung der Naturwissenschaften im Primarschul-Lehrplan. Dasselbe gilt auch für Männer in frauenspezifischen Berufen. Frühe Interventionen sind notwendig, um den Männeranteil in Berufen wie Lehrer zu heben. Möglichkeiten sehen die Forscherinnen im altersdurchmischten Lernen oder in der Förderung von freiwilliger Jugendarbeit.

 

 

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