Beschneidung an Mädchen immer noch an der Tagesordnung

«Mädchen eine Stimme geben!» heisst eine neue Kampagne der Unicef Schweiz. Ein Blick auf die Zahlen zeigt warum: 3 Millionen Beschneidungen jährlich, Mädchenhandel mit ukrainischen Mädchen aus armen Familien oder die viel zu hohe Rate von Zwangsehen indischer Frauen unter 18 Jahren. Der Bedarf an Informationen und aktiver Unterstützung ist gross.

Beschneidungen an Mädchen, Zwangsehen und Mädchenhandel: Handlungsbedarf ist da.

Beschneidungen an Mädchen und Zwangsehen: Die Unicef Schweiz klärt auf. Foto: Unicef Schweiz

Obwohl das Thema nicht mehr neu ist, ist es erschreckend wie viele Mädchen und Frauen noch immer körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt sind. Die Beschneidung der Mädchen ist nur die Spitze des Eisbergs. «Die Welt schuldet auch den Mädchen eine fördernde Umgebung und insbesondere Schutz vor schädlichen Praktiken wie Genitalverstümmelung, Zwangsheirat und Ehrenmord», ruft Elsbeth Müller, Geschäftsleiterin von UNICEF Schweiz, in einer Medienmitteilung von heute in Erinnerung. «Es gilt, die Mauer des Schweigens, die von Gewalt oder Diskriminierung betroffene Mädchen allzu oft umgibt, zu durchbrechen. Indem wir die Probleme benennen und darüber sprechen, helfen wir Betroffenen, sich zur Wehr zu setzen.»

Was heisst Gewalt gegen Mädchen? Zum Beispiel die Massenvergewaltigung an Mädchen und Frauen in der Demokratischen Republik Kongo, die systematisch als Kriegswaffe eingesetzt wird? Die erschreckende Tatsache, dass 43 Prozent der indischen Frauen unter 18 Jahren zwangsverheiratet sind, meist mit viel älteren Männern, von denen sie abhängig sind und vielfach häusliche Gewalt erdulden müssen? Sind damit die Menschenhändler gemeint, die Mädchen aus armen ukrainischen Familien kaufen und sie zur Prostitution zwingen? Oder könnten damit die 3 Millionen Beschneidungen an Mädchen gemeint sein, die jährlich vorgenommen werden?

Unicef Schweiz reagiert darauf und lanciert vom 19. November bis zum 10. Dezember 2012 die Kampagne «Mädchen eine Stimme geben!» Ziel ist es, Informationen zu verbreiten und Unterstützung zu erhalten. Dafür gibt es verschieden Veranstaltungen: die Filmtage in Zürich und Genf am Sonntag 9. Dezember, 11.00 – 17.30 Uhr und die Menschenketten als Zeichen der Solidarität am 10. Dezember 2012. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

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