Besseres Unterrichtsmaterial: Lehrer sollen Schule effizienter machen

In Schaffhausen wird ab dem neuen Schuljahr eine Schullektion pro Klasse gestrichen. Grund: Schaffhausen muss sparen. Befürworter und Gegner haben überzeugende Argumente. Fakt ist, es gibt kaum Untersuchungen zum Zusammenhang von Schulstunden und Schulleistung.

In der Schule mehr lernen: Lehrer sollen mit besseren Lehrmitteln die Stunden effizienter machen

Weniger Stunden in der Schule: dank besserem Unterrichtsmaterial sollen Lehrer die Lektionen effizienter machen. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Der tagesanzeiger.ch veröffentlichte heute einen Beitrag über die vieldiskutierte Stundenreduktion in Schaffhausen. Beat W. Zemp, Zentralpräsident des Dachverbandes der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), kommentiert gegenüber tagesanzeiger.ch: «Es ist fahrlässig, auf Kosten des Unterrichts zu sparen. Das wird sicher Folgen für die Lernleistung der Schüler haben – insbesondere die schwächeren unter ihnen, die zu Hause keine Unterstützung haben.»

Weniger Schule, mehr Effizienz

Andreas Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung (SKBF), sieht den Stundenabbau etwas anders:«Es gibt keinen statistischen Zusammenhang zwischen Schulstunden und Schulleistung. Das heisst: Mehr gibt nicht einfach mehr. Und weniger gibt nicht notwendigerweise weniger.» Es sei alles eine «Frage der Effizienz».

Bisher sei es «praktisch unerforscht geblieben» wie man die Unterrichtsstunden effizienter gestalten könne, fügt Bildungsforscher Stefan Wolter, hinzu. Deshalb sei es schwierig, den Lehrpersonen Ratschläge dazu zu geben.

«Unschön» aber «verkraftbar»

In der Pisa-Studie 2006 besetzten die Schaffhauser Schüler stets Spitzenplätze. Erziehungsdirektor Christian Amsler kommentierte die Stundenreduktion deshalb bereits im Mai als «unschön» aber «verkraftbar». Lehrer-Präsident Zemp bezeichnet dieses Argument als «eigenartig» und vergleicht die Situation mit den Olympischen Spielen: Man sage einem Sportler nach dem Sieg bei den Olympischen Spielen ja auch nicht, er könne nun weniger trainieren, weil er so erfolgreich gewesen sei.

Entscheidend ist die Qualität des Lehrmaterials

Neben der Schule, seien das Elternhaus und die Lernmotivation der Schüler  ausschlaggebend für eine gute Schulleistung, führt Zemp aus. Dies sei auch die Erklärung dafür, warum Kantone mit fast derselben Stundenanzahl unterschiedliche Leistungen zeigen. Auf Wolters Forderung nach effizienterer Gestaltung der Schulstunden, entgegnet Zemp: «Nur: Wie könnte die Effizienz in den Augen von Stefan Wolter verbessert werden? Kleinere Klassen? Mehr E-Learning? Nur bemängeln reicht nicht.»

Für Wolter wäre eine Verbesserung des Unterrichtsmaterials denkbar.

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