Kinderkrippe oder Eltern: Welche Betreuung ist besser?

Kinderkrippen fördern die Entwicklung von Kindern, sagen die einen. Kinder sollten besser von den Eltern betreut werden, meinen die anderen. Die Professorin für Entwicklungspsychologie, Lieselotte Ahnert, gab kürzlich eine eindeutige Antwort.

Im ersten Lebensjahr ist die Bindung zur Mutrter wichtig. Ein Kind sollte nicht in die Krippe.

Bei Mama ist es am schönsten: Im ersten Lebensjahr ist die Bindung zur Mutter sehr wichtig. Erst später ist eine Krippe sinnvoll. Foto: Digital Vision, Thinkstock

Die Expertin sagte in einem Interview mit der deutschen «Zeit», dass der intensive Kontakt zur Mutter oder zu einer anderen Bezugsperson im ersten Lebensjahr entscheidend sei, damit sich Kinder gesund und normal entwickeln. Das habe die Bindungsforschung gezeigt. Die meisten Eltern folgen diesem Rat bereits intuitiv und betreuen ihre Kinder auch im ersten Lebensjahr selbst.

Später werde das Spielen mit anderen Kindern wichtiger, aber die Bindung zu einer Person sei trotzdem wichtig. Die Untersuchungen von Lieselotte Ahnert hätten gezeigt, dass Eltern, die ihre Kinder in die Kinderkrippe bringen, die Zeit, die sie mit den Kindern verbringen, umso intensiver nutzen. Auch Erzieher können diese Rolle übernehmen, wenn sie viel Zeit mit den Kindern verbringen. Daher rät die Psychologin Eltern darauf zu achten, dass eine Erzieherin sich nicht um mehr als drei oder vier Kleinkinder gleichzeitig kümmern muss.

«Und die Kitas sollten sich auf eine Erziehungspartnerschaft mit den Eltern einlassen und den Austausch suchen. Das ist der wichtigste Faktor für den Erfolg», sagte sie der «Zeit». Gut sei es zudem das Kind während der ersten zehn Tage in der Kinderkrippe zu begleiten. Eltern erkennen schlechte Einrichtungen daran, wenn das nicht möglich sein sollte.

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