Prost! Der Alkoholkonsum von Jugendlichen wird auf den Feierabend verlegt

Bier, Schnaps und Alcopops sind unter Teenagern sehr beliebt. Doch vermehrt beschränkt sich der Alkoholkonsum von Jugendlichen nicht mehr nur auf den Ausgang und das Wochenende. Auch unter der Woche wird getrunken und dies immer früher am Abend.

Der Alkoholkonsum von Jugendlichen beginnt immer früher am Abend

Der Alkoholkonsum vieler Jugendlichen beginnt bereits am frühen Abend. Foto: Wavebreak Media, Thinkstock

28 Jugendliche und junge Erwachsene werden laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) pro Woche wegen einer Alkoholvergiftung oder einer Alkoholsucht in Spitälern behandelt. Der weit verbreitete Alkoholkonsum unter Jugendlichen ist eine Tatsache. Neu ist, dass die Teenies laut dem Blauen Kreuz Zürich immer früher am Abend mit dem Trinken beginnen, wie 20 Minuten heute berichtete.

Alkoholkonsum von Jugendlichen: Zu wenig Hemmschwellen

Der Grund für das verfrühte Trinken ist dem Blauen Kreuz nicht klar. Man vermute Druck bei der Arbeit oder Langeweile in der Freizeit. Hauptproblem für den erhöhten Konsum seien jedoch die zu tiefen Preise für die Spirituosen. Darin sind sich die Organisation sowie der Sprecher der Zürcher Fachstelle für Alkoholprobleme, Dominique Schönenberger, sicher. «Je einfacher der Zugang und je billiger der Alkohol, desto mehr wird getrunken», berichtet er gegenüber 20 Minuten. Zudem werde der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit auch oft toleriert und die Leute hätten daher weniger Hemmungen zu Trinken.

Alkoholkonsum macht aggressiv

Dass dieser hemmungslose Alkoholkonsum von Jugendlichen böse enden kann, beweisen zahlreiche Untersuchungen und Studien. Rund 20 Prozent aller Verkehrsunfälle entstehen laut bernergesundheit.ch unter Alkoholeinfluss, ebenso wie 25-50 Prozent aller Gewalttaten der Teenager.

Daher will das blaue Kreuz reagieren: Das neue Projekt «Jugend und Alkohol» soll zusammen mit den Eltern und der Gesellschaft solche gefährlichen Rauschzustände verhindern. Es mangle vor allem an Aufklärung und Hilfe für die Betroffenen. Auch Schönenberger betont die Verantwortung der Eltern: «Die Eltern sollten Verständnis zeigen fürs Festen. Gleichzeitig sollten sie die Jugendlichen aber auch über das Problem aufklären und ihnen Regeln definieren.»

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