Der Preis des Anstosses

Der Berner Grosse Rat will halbherzig einen Preis für innovative Schulen einführen. Aber was ist innovativ? Gesucht sind offenbar Ideen ausserhalb von Gesetzesprojekten und verordneten Reformen.

Einen Preis für gute Volksschulen forderte eine Motion, die dann viel zu reden gab. Was ist denn eine gute Schule? Und sind dann alle anderen schlecht, die keine Preise erhalten? Und überhaupt, wer soll das bezahlen? Ein Preis kostet ja schliesslich. So zu und her ging es im Berner Grosse Rat, berichtete der Bund.

SP, Grüne und EVP zogen an einem Strick. Es geht um die Belohnung innovativer, guter Ideen und nicht um eine Beurteilung der Schule als ganzer. Der Preis sei als "Element der Ermunterung" für die Schulen zu verstehen, die unter Gesetzesprojekten und verordneten Reformen bitte nicht vergessen sollen, auch noch innovativ zu sein. Tolle Ideen sollen sie entwicklen, die das System auch "von unten" revolutioniert. Aber bitte - es soll ja keine Schule sein mit nur innovativen und guten Ideen, sondern eine, die die Kinder auch gut aufs Berufsleben vorbereitet.

Obwohl die Motion mit 88 zu 42 Stimmen dann angenommen wurde, Verbindliches wurden nicht vereinbart. Aber immerhin: An der Idee wird gearbeitet, bestätigt auch der Erziehungsdirektor. Und vielleicht macht der Innovationspreis für Schulen bald selbst Schule? Vielleicht fördern Schulpreise auch die Nähe zum Berufsleben. Denn Wirtschaftsunternehmen mit Nachwuchsschwierigkeiten sind sicher sehr daran interessiert, solche Preise zu sponsern.

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