Diabetes macht auch vor Kindern nicht Halt

Immer mehr Menschen erkranken an Diabetes. In der Schweiz sind 350'000* Menschen Diabetiker, etwa 30'000* davon sind Kinder und junge Erwachsene. Am Weltdiabetestag ist es daher das Anliegen des Vereins Swiss Diabetes Kids, die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren.

Diabetes macht auch vor Kindern nicht Halt

Bereits Kinder können an Diabetes erkranken und sind ein Leben lang auf Insulininjektionen angewiesen. Foto: iStock, Aiden Franklin, Thinkstock

Mit Diabetes ist nicht zu spassen. Vor allem dann nicht, wenn die Zuckerkrankheit Kinder betrifft. Tritt Diabetes bei Kindern auf, muss die ganze Familie lernen, damit umzugehen. Plötzlich muss der Alltag an die Erkrankung angepasst werden. Das Insulin muss richtig dosiert und injiziert werden, der Anteil an Kohlenhydraten, die sich im Essen befinden, muss berechnet und berücksichtig werden. Der Blutzucker des Kindes muss mehrmals am Tag überprüft werden und die Familie muss lernen, Über- und Unterzuckerungen zu behandeln. Die Anpassung an die neuen und schwierigeren Lebensumstände muss perfekt ablaufen, damit das Leben des Kindes nicht gefährdet wird.

Diabetes Typ 1

Auftreten und Symptome:

Diabetes mellitus Typ 1 ist vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen verbreitet. Bei dieser Form der Zuckerkrankheit handelt es sich um eine sogenannte chronische Autoimmunerkrankung, welche zudem in jedem Lebensalter auftreten kann. Zu den typischen Symptomen gehören Müdigkeit, Gewichtsverlust, ständiger Durst und häufiger Harndrang.

Ursache:

Hervorgerufen wird dieser Typus des Diabetes dadurch, dass die Betazellen das in der Bauchspeicheldrüse produzierte Insulin zerstören. Insulin wird benötigt, um den Blutzuckerwert zu regulieren. Durch die Zerstörung des Insulins ist keine natürliche Regulierung des Blutzuckerspiegels mehr möglich.

Behandlung:

Bei der Behandlung von Diabetes mellitus Typ 1 wird das fehlende Insulin durch Insulininjektionen ersetzt. Die Dosis richtet sich nach dem aktuellen Blutzuckerwert, der zugeführten Menge an Kohlenhydraten und daran, ob man noch Sport machen will oder nicht. An Diabetes Typ 1 Erkrankte sind ein Leben lang auf Insulininjektionen angewiesen, denn bislang gibt es noch keine Heilung.

Hilfe für Kinder mit Diabetes

Der im Frühling 2012 von Tom und Claudia Maurer gegründete und gemeinnützige Verein Swiss Diabetes Kids begleitet und unterstützt Familien mit Kindern, die an Diabetes erkrankt sind. Sie helfen ihnen, den von Stress, Ängsten und Unsicherheiten geprägten Alltag zu bewältigen. Die genauen Hilfeleistungen finden Sie unter www.swissdiabeteskids.ch.

 

Diabetes Typ 2

Auftreten und Symptome:

Diabetes mellitus Typ 2 wird meist erst nach mehreren Jahren diagnostiziert, weil es sich schleichend entwickelt. Anzeichen für diesen Diabetestyp können zum Beispiel schlecht heilende und infektionsanfällige Wunden oder Sehstörungen sein. Begünstigt wird Diabetes mellitus Typ 2 durch Erbfaktoren, Übergewicht und Bewegungsmangel. Meist sind Menschen über 40 Jahren betroffen, aber auch junge Menschen mit starkem Übergewicht erkranken häufiger an Diabetes.

Ursache:

Diabetes mellitus Typ 2 entsteht, entweder wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin produzieren kann, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren, oder der Körper dieses nicht mehr wirksam nutzen kann, um den Blutzucker in Energie umzuwandeln (Insulinresistenz).

Behandlung:

An Diabetes Typ 2 Erkrankte können mehr gegen ihr Diabetes unternehmen und es sogar heilen. Eine ausgewogene Ernährung und regelmässige körperliche Aktivitäten können helfen, dem Diabetes entgegenzuwirken. Wirken diese Massnahmen nicht, kommen Tabletten gegen erhöhte Blutzuckerwerte zum Einsatz. Erst wenn auch diese nicht anschlagen, erfolgt die Insulintherapie.

Weltdiabetestag am 14. November

Laut der honey-Initiative der Zürcher Diabetes-Gesellschaft sind weltweit 285 Millionen Menschen Diabetiker. Die Folgen von Diabetes führen nicht selten den Tod herbei. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wie man der Zuckerkrankheit vorbeugt oder richtig behandelt. Am 14. November 2013 macht der Weltdiabetestag auf die zunehmende Verbreitung von Diabetes aufmerksam. Diabetes – ganz gleich in welcher Form es auftritt – sollte nicht nur für bereits Erkrankte von Interesse sein. Denn unsere Lebensweise bestimmt darüber, ob wir selbst eines Tages an Diabetes erkranken oder nicht.

Informationen zum Weltdiabetestag

Die International Diabetes Federation (IDF) führte zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 14. November 1991 den weltweiten Aktionstag ein. Der Weltdiabetestag entspricht dem Geburtstag des Medizin-Nobelpreisträgers Frederick Banting, einem der beiden Entdecker des Insulins. Mehr Informationen rundum das Thema Diabetes erhalten Sie unter www.diabetesgesellschaft.ch.

 


*Die Zahlen beruhen auf den Untersuchungen der Initiative honey, die von der Zürcher Diabetes-Gesellschaft gegründet wurde.


 

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