Die Benachteiligung junger Erwachsener ist gross

In der Schweiz gibt es keinen Generationenkonflikt. Aber die Diskriminierung junger Erwachsener ist insbesondere im Berufsalltag stark. Die Schweizer Sozialabgaben sind schlecht verteilt: 45 Prozent der Abgaben werden für die dritte Generation genutzt, die Unterstützung junger Menschen hält sich in Grenzen.

Diskriminierung junger Erwachsener betrifft vor allem Frauen

Die Diskriminierung junger Erwachsener ist auch im Berufsalltag spürbar. Foto: iStockphoto, Thinkstock

Mit 45 Prozent der Sozialausgaben für die ältere Generation legt die Schweiz einen europaweiten Rekord hin. Die 5 Prozent der Sozialausgaben für die jüngere Generation, liegen dagegen eher im tieferen Bereich im Vergleich zu Deutschland und Schweden. Das zeigt der heute veröffentlichte «Sozialbericht 2012: Fokus Generationen» des  Schweizer Kompetenzzentrums Sozialwissenschaften FORS mit der Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Der Bericht fokussiert sich auf Fragen im Zusammenhang mit der Altersentwicklung und stützt sich dafür auf nationale und internationale Datenbanken und Befragungen.

Altersdiskriminierung gehört zum Berufsalltag junger Erwachsener

Ein Viertel der über 60-Jährigen hat angegeben, aufgrund ihres Alters schon einmal ungerecht behandelt oder benachteiligt worden zu sein. Dem gegenüber hat die Hälfte der unter 30-Jährigen schon Altersdiskriminierung erfahren, insbesondere im Berufsalltag. Sie haben das Gefühl, dass ihnen wegen ihres Alters Stellen verwehrt werden, dass sie beruflich Nachteile in Kauf nehmen müssen oder dass sie weniger Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten haben. Darüber hinaus bringt man den älteren Damen und Herren mehr Respekt entgegen und schätzt sie als freundlicher ein.

Keine Diskriminierung junger Erwachsener innerhalb der Familie

Im «Sozialbericht 2012: Fokus Generationen» wurden zwei gegenläufige Bewegungen deutlich: Innerhalb der Familie sind die Bande zwischen Grosseltern und jungen Erwachsenen dick. Junge Leute helfen der älteren Generation zum Beispiel bei der Steuererklärung oder indem sie sie wöchentlich zum Einkaufen fahren. Bei der Unterstützung junger Erwachsener bleibt auch nicht viel zu wünschen übrig: Die Groseltern helfen zum Beispiel mit Kinderhüten. Darüber hinaus wird geschenkt, vererbt, Bürgschaft geleistet und Darlehen gewährt.

Ausserhalb der Familie leben Jung und Alt aneinander vorbei. Diese Distanz könnte laut Studie einer der Gründe für die diffusen Ängste der älteren Leute gegenüber der Jugend sein: 45 Prozent der dritten Generation befürchtet nämlich, dass die Jugend die Ordnung im Land gefährden würde.

Das könnte Sie auch interessieren

Services & Newsletter